Italien Wochen!

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Sommer in London

Sonniger, günstiger und schöner als gedacht

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Meine Abenteuer am schönsten Ende der Welt

New York: Die besten Tipps von Locals

Schön, wenn man Freunde hat, die sich auskennen

Soulfood, Baby!

Herzhaft, bodenständig und saulecker: das Essen in den Südstaaten der USA

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Die coolste Kleinstadt Amerikas

Berlin in Maryland

Zum Meer, zum Meer ....

Auf dem zur Küste von Virginia

4,3,2,1... mein Geburtstag im Camper

Party auf vier Rädern, durch drei US-Staaten, mit zwei Freunden und einer Erkenntnis

Sweet home Alabama?

Abseits von Bluebell - kein Hart of Dixie

Buntes Mississippi

Roadtrip Südstaaten - auf den Spuren der Natchez Indianer

Das schwere Erbe der Südstaaten

Erste Einblicke hinter die schönen Kulissen

Mein Amerikanischer Traum

Roadtrip durch die Südstaaten der USA

Das Essen auf den Philippinen

Eine kulinarische Rundreise mit Reisefreunde

Von Delfing-Babies und Zicklein

Meine Tour ins Paradies nach Pamilacan

Ein perfekter Tag auf Bohol

Meine Lieblingsinsel auf den Philippinen

Warum ich auf Palawan im Knast gelandet bin

Und was PSY damit zu tun hat

Banaue: Der Schatz von Tan An

Reisen macht glücklich

"Don't be instant tourists"

Meine magische Begegnung mit Virginia, einer Reisbäuerin in den Philippinen

Betrübt nach Banaue

Unglück und Glück liegen manchmal nah beieinander

Sagada - wo die Särge hängen

Beste Aussicht für freie Seelen

Vigan, alte Stadt mit jundem Herz

Der Ort, an dem die Menschen mein Herz im Sturm eroberten

Die Philippinen - endlich!!!

Erster Stop: Tanz auf dem Vulkan Pinatubo

Reise durch Jordanien

Am Toten Meer und durch die Ruinen von Petra

Shanghai - eine erste Annäherung

Auf der Suche nach dem alten Shanghai

Inselhopping auf den Malediven

Und warum in meinem neuen Domizil ein Sofa im Sand steht

Kapstadt: Unterwegs mit der Condor Crew

Ihre besten Tipps für die Metropole Südafrikas

Mein Tag als Flugbegleiterin bei Condor

Nenn mich bloß nicht Saftschubse

Curacao: Ich mach dann mal blau

Auftakt zu einer bunten Reise

Mein Wochenende in Brügge

Eine überraschend schöne und ruhige Stadt

Unendliche Weiten

Mein Bilderbuch Amerika - aus der Windschutzscheibe

Hit the road, Gigi

Zum ersten Mal in meinem USA Road Trip Wohnmobil

Heartland USA: Start ins Abenteuer

Und am liebsten gleich alles nochmal...

Singapur - im Streetfood Himmel

Einen ganzen Tag lang nichts als bestes Essen...

Schatzsuche im Bretonischen Meer

Und man denkt, man ist in einem Film gelandet

Ein Sommer-Wochenende in Glasgow

Das coolste Hotel und die besten Locations in der schottischen Metropole

Sagra dei Crotti in Chiavenna



Wenn ich nur das Wort Sagra höre läuft mir schon das Wasser im Mund zusammen. Eine Sagra ist eine Art italienisches Volksfest rund um das gute Essen des Landes. Praktisch findet irgendwo irgendwann immer eine Sagra statt. Und ich darf bei einer ganz besonderen dabei sein.







Ich komme in Chiavenna in der Lombardei an, einem beschaulichen Örtchen nördlich von Mailand, das malerisch eingebettet in den Alpen liegt. Noch sind die Vorbereitungen für die Sagra im Gange. Also Zeit genug, um mir in Ruhe das Dörfchen anzuschauen und sogar noch in den Ortsteil Piuro zu fahren. 




Denn dort findet man nicht nur den imposanten Acquafraggia Wasserfall, der schon Leonardo da Vinci nachhaltig beeindruckte, sondern auch ein „bescheidenes" Jagdhaus, dass ich Dussel doch glatt für ein kleines Schlösschen gehalten hatte, und das so schön ist, dass ich den Tourismus-Chef anflehe, eine Nacht dort zu schlafen. 




Aber im "Vertemate Franchi" Palast gibt es einfach zu viele kostbare Schätze als dass man mir diesen Wunsch erfüllen darf. Vielleicht hat sich auch meine Trotteligkeit schon bis nach Italien herumgesprochen? Nun ja. Meine kleine Enttäuschung hält nicht lange vor, denn ich weiß: bald ist Sagra Zeit!


Chiavenna from Angie Reisefreunde on Vimeo.

Die hiesige "Sagra dei Crotti" ist etwas besonderes, denn sie findet nicht wie sonst in Italien meist üblich auf einem Marktplatz statt, sondern in Grotten. Über Tausend gibt es davon in der Region, tief in den felsigen Bergen liegen sie – und die meisten von ihnen sind auch heute noch in privater Hand. Sie dienen das ganze Jahr über als erweiterte Speisekammer, denn es ist ziemlich kühl in den Felshöhlen, und deshalb halten sich hier die hausgemachten Schinken, Würste und Käse besonders gut. Außerdem so heißt es, könne man in ihnen den Atem des Berges spüren.




Nur einmal im Jahr öffnen sich einige dieser Schlemmer-Verstecke, und die Region zeigt was sie drauf hat in Sachen Kulinarik. Das hat hier schon das ganze Jahr ein extrem hohes Niveau. Denn Chiavenna ist eine Citá Slow, das heißt viele der Restaurants haben sich der Slow Food Bewegung angeschlossen, die im Prinzip das Gegenteil von Fast Food ist. Es wird regional und saisonal gekocht  - und genossen statt schnell gespachtelt. 




Es wundert mich daher nicht, dass auch bei der Sagra die Crotti nur die besten lokalen Gerichte auf der Speisekarte stehen: Einfach, aber gut. Wer bei dem Grottenrundgang dabei sein will, ersteht für 30 Euro ein Ticket, das für vier Grotten gültig ist. Dann bekommt man einen kleinen Steinkrug um den Hals gehängt, in den auf allen vier Stationen Wein eingeschenkt wird. Man kann aber auch jede Grotte einzeln besuchen. 




Hinter den Herden stehen übrigens ausschließlich Männer, Frauen haben keinen Zutritt in die provisorischen Küchen. In Grotte Numero Uno des Rundgangs hoch oben am Berg wird als Vorspeise feiner Bresaola serviert. 




Einen kleinen Fussmarsch durch das Dorf und über den Fluss, gibt es die Hauptspeise in einer anderen Grotte: Polenta mit Kastanienmehl und dazu saftige Bratwürstchen. In einer ganz besonders hübschen Grotte auf der anderen Seite des Dorfes wird als dritter Gang regionaler Käse auf die Teller verteilt und zum Schluss an Station Nummer vier gibt es natürlich noch Dessert. Ich schaffe nur drei Stationen, die Portionen waren zu groß und mächtig, daher muss ich auf das Dessert verzichten. Und ganz ehrlich, der vierte Wein hätte mich zudem komplett ruiniert. 

Mein Tipp daher: man sollte sich mit dem Grottenlauf Zeit lassen und am besten alles auf einen ganzen Tag verteilen - dann läuft man auch weniger Gefahr, einer der steilen Treppen unfreiwillig schnell hinunter zu plumpsen. 

Anreise nach Chiavenna: 

Von Mailand gelangt man mit dem Zug über Colico am Comer See in etwa 3 Stunden nach Chiavenna. 

Nach Mailand-Malpensa, dem Hauptflughafen der Metropole der Lombardei, bin ich von Berlin-Tegel mit Air Berlin geflogen. 

Meine Reise ist Teil der Blog Ville Kampagne von iambassador in Kooperation mit Emilia-Romagna tourism board und der Regione Lombardia. 

Mehr Geschichten aus Norditalien gibt es hier bei mir und auf allen Social Media Kanälen unter dem Hashtag #BlogVille.


Lombardei: Lecker!

In der Lombardei ist die Welt noch in Ordnung. Auf jeden Fall in den Töpfen der regionalen Küchen. Schon nach zwei Tagen allerdings ahne ich dass ich -  wenn ich länger hier bleiben würde -  wahrscheinlich fünf Kilo zunähme. Ich frage mich im Prinzip die ganze Zeit wieso ich überall drei bis vier Gänge verspeisende klapperdünne Italienerinnen sehe. Es ist einfach nicht zu fassen. Wie machen die das? Ich werde es wohl nie herausfinden. Fakt ist aber, dass bei mir das italienische Essen in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit ansetzt. Übrigens, nicht wichtig für diesen Artikel, aber ich schreibe ihn gerade bei einem Glas Aperol Spritz, mitten in meiner Mailänder BlogVille WG sitzend. Das Leben könnte schlechter sein. Aber zurück zum Essen...


KULINARISCHE SPEZIALITÄTEN AUS MANTUA
Eine der Spezialitäten der Stadt Mantua in der Lombardei ist Tortelli. Nein, da fehlen keine Buchstaben. Tortellini gibt es in der Emilia Romagna. Tortelli hingegen sind kleine Teigtaschen gefüllt mit würzigem Kürbis, der mit Amaretto und Mostardo  (süßscharfe eingelegte Senffrüchte zubereitet wird, für mich ein herrlich neues Geschmackserlebnis. Das ganze wird in ordentlich viel Butter mit Salbei geschwenkt und obendrauf gibt es eine Handvoll Käse . 


Norditalien hat da mit der Bretagne viel gemeinsam – irgendwo gibt es auch hier den „Butteräquator“ –  in der norditalienischen Küche wird statt Olivenöl eben Butter verwendet. Getrunken wird vornehmlich Lambrusco, der so rein gar nichts mit der ersten und auch schlechten Alkohol-Erfahrung meiner späten Jugendzeit zu tun hat. Er schmeckt erfrischend und überhaupt nicht süß – aber ihn zu bestellen weckt in mir böse Erinnerungen aus der Zeit als ich 17 Jahre alt war. Völlig unbegründet natürlich! Einfach und gut ist auch der „Riso alla Pilota“,  ein in Brühe gekochter Reis mit Salsiccia, den es wirklich in fast jedem regionalen Restaurant gibt. 

PASTA-KURS IN DER LOMBARDEI 
Ein paar Kilometer weiter in Sabbioneta. Die „ideale Stadt“ aus den Anfängen des Mittelalters ist noch immer vollständig von der antiken Stadtmauer geschützt. Wer durch ihre Tore schaut, denkt dahinter läge eine viel größere Gemeinde, ein kleiner Trick um Eindringlinge von damals abzuschrecken. Auf ein paar schöne Kirchen und eine Synagoge ist Sabbioneta stolz. Aber es gibt einen Wehmutstropfen bei all der pittoresken Schönheit des Örtchens: leider hat auch Sabbioneta das Erdbeben zu spüren bekommen, das Norditalien vor zwei Jahren heimgesucht hat. Nun braucht die Stadt dringend Geld um ihre Kunstwerke langsam wieder zu renovieren. Ich hätte da einen Vorschlag: Vielleicht sollte einfach Anna Maria mehr Kochkurse geben. Dann würde die Stadt nämlich überflutet sein mit zahlungskräftigen Touristen aus aller Welt. 

Denn Anna Maria Boni und ihre Familie stellen Pasta her, die so köstlich ist, dass es sich  lohnen würde extra dafür hier herzureisen. Ich darf mitmachen und lernen. Ihre Teigtaschen sind etwas anders, haben einen leichten Twist und sind nicht so süß wie die aus Mantua. Die Zubereitung ist mühsam, allein bis man aus dem Kilo Mehl und den drei Eiern per Hand einen geschmeidigen Teig geknetet hat vergehen locker 30 Minuten. Anna zeigt mir, welche herrliche gefüllte Pasta man mit dem Teig herstellen kann und später dürfen wir kosten. Himmlisch!
BUTTER BEI DIE PASTA 
Etwas weiter nördlich von Mailand, fast schon an der Grenze zur Schweiz bin ich im kleinen Örtchen Chiavenna unterwegs, das malerisch eingebettet in einem Tal zwischen hohen Bergen liegt. Da ist es auch nur logisch, dass man hier sogar noch fetter und kräftiger isst. Chiavenna ist ein Slow Food Mekka, eine „Cittàslow“ -  viele Restaurants der Stadt haben sich also der Vereinigung angeschlossen, die seit Jahren für ein regionales und genussvolles Essen plädiert – als Gegenbewegung zu Fast Food sozusagen. Eine Spezialität des Ortes sind in Unmengen von Butter schwimmende Pizzoccheri, eine Pasta aus Mehl, Milch und einer unverschämt großen Portion Käse, die mit stärkehaltigen Kartoffeln und knusprig gebratenem Salbei serviert wird. Köstlich, aber mächtig. Nix für Menschen auf Diät. Ich weiß es nicht genau, aber ich könnte schwören, allein auf meinem Teller im Restaurant "Al Cenacolo" befanden sich 100 Gramm Butter. Unglaublich. Gekocht werden diese Spezialitäten in einem großen Topf aus Speckstein, ebenfalls ganz typisch für diesen Ort. Vorher gab es Bresaola, ein hauchdünner luftgetrockneter Schinken, den ich so in dieser Qualität noch nie gegessen hatte. Hervorragend!
 

Als Aperitivo, also dem kleinen Snack vor dem eigentlichen Abendessen in Italien, war ich per Zufall bei "Crotto Belvedere" in Chiavenna gelandet und ich schwöre: dort gab es die beste Pancetta (ebenfalls ein dünner Aufschnitt eines luftgetrockneten und leicht geräucherten Bauchspecks, daher mit hohem Fettanteil), den ich je in meinem Leben gegessen habe. Basta! 


Stracciatella in Bergamo
Man lernt nie aus. Stracciatella, die Eis Sorte meiner Kindheit, die ich so geliebt habe, kommt aus Bergamo! Die Stadt liegt nur eine Stunde von Mailand entfernt und hat in ihrer „Città Alta“ - also ihrer Altstadt die hoch oben am Berg liegt -  einige kulinarische Höhepunkte zu bieten. Neben der Polenta, die hier auch als Streetfood serviert wird, bekommt man im alt eingesessenen „La Marianna“ bestes Eis – denn genau hier wurde Stracciatella erfunden. Am besten zum Mitnehmen bestellen und dann direkt auf einer der unzähligen Bänke setzten und die Aussicht genießen. Besser geht es nicht!
 

Und jetzt für mich erstmal nur noch Salat!


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Die kleinen Schätze von Mantua

Stundenlang könnte ich mir den abgeplatzten Putz an den Palästen anschauen, ich finde ihn schön und poetisch. Die Italiener gehen an ihm vorbei. Nur bei ihren offensichtlichen Schätzen, der großen Architektur, ihrem fantastischen Essen und Weinen, bei ihrer Kunst in allen Darbietungsformen wird wohl jeder, der in diesem Teil Europas geboren wurde, seine rotweißgrüne Flagge hochhalten und mit geschwellter Brust „Viva l’Italia“ brüllen.

Stundenlang könnte ich mir den abgeplatzten Putz an den Palästen anschauen, ich finde ihn schön und poetisch. Die Italiener gehen an ihm vorbei. Nur bei ihren offensichtlichen Schätzen, der großen Architektur, ihrem fantastischen Essen und Weinen, bei ihrer Kunst in allen Darbietungsformen wird wohl jeder, der in diesem Teil Europas geboren wurde, seine rotweißgrüne Flagge hochhalten und mit geschwellter Brust brüllen: „Viva l’Italia“.
 
Mantova in der Lombardei. Die Gassen sind eng und natürlich bezaubernd. Die Arkadengänge zum Dom sehen aus wie aus einem italienischen Filmklassiker, und die Bewohner des Städtchens trinken mit ihren Freunden gestikulierend einen „Café“ oder einen Spritz oder radeln mit Körbchen voller Köstlichkeiten durch ihre Stadt.

Auf den ersten Blick also ein normales italienisches Städtchen. Aber Mantua, wie es auf Deutsch richtig heißt, ist normal und doch wieder nicht. Die Stadt und viele ihrer Bauten zählen zum UNESCO Weltkulturerbe. Der Palazzo Ducale, der Fürstenpalast des Ortes, trägt kleine Geheimnisse und erzählt Geschichten aus längst vergangenen Tagen. Zum Beispiel dass der ehemaligen Herrscher Vinzenzo I. Gonzaga ein echter Weiberheld war. Er hielt sich einen Harem und verprasste das Geld seiner reichen Familie für Frauen. Aber: er machte aus Mantua auch zu einem der Zentren für Kunst in Italien. Er wird als Entdecker Rubens gefeiert, den er auf einer Reise traf und ihn mit nach Mantua brachte.

Der Glanz der alten Zeit ist sicherlich vorbei, geblieben sind die imposanten Paläste, die wunderschönen Kirchen, verwunschen aussehende Häuser und die romantische Lage an blauen Seen. Wer wie ich auf opulente Fresken steht, kann in Mantua so richtig in die Vollen schlagen. Unter anderem hatte ich das große Glück, zur kurzfristigen Öffnung einer der schönsten Freskenmalereien vor Ort zu sein: In der „Camera degli Sposi“ im Castello di San Giorgio. 

Der Raum, einst Gästezimmer für hochrangige Besucher des Kastells, war streng genommen für diese Zwecke völlig ungeeignet: es gab nämlich viel zu wenig Licht in dem abgelegenen Zimmer - und zu klein war er auch. Also wurde das Zimmer künstlerisch verschönert – und zwar so geschickt, dass er nicht nur größer, sondern auch lichtdurchflutet wirkte. Der Künstler Andrea Mantega hat hier ein Meisterwerk geschaffen – auch ich würde hier gern liegen und stundenlang einfach nur verzückt an die Decke glotzen. Aber wenn der Raum bald wieder für die Öffentlichkeit verschlossen ist, dann tut's in meinem Fall sogar auch eine alte blätternde Fassade mit einem rostigen Telefon dran. Ach, bella Italia!
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Italien-Wochen bei Reisefreunde

Ich mag kein „Mäcces“, darum schreib ich nicht mal den Namen des entsetzlichen Fastfood-Ladens aus. Aber eines, wer hätte das gedacht, habe ich mit den Filialen gemeinsam: auf Reisefreunde beginnen nämlich jetzt Italien-Wochen!

Ich tippe diese Zeilen bei sommerlichen 27 Grad sitzen in der Lombardei. Ein Birra Moretti steht neben mir und zwei Nächte habe ich schon in schönen kleinen Städtchen Mantova verbracht und hab den Mund nicht zubekommen vor so viel Schönheit an einem Fleck. 

Es werden noch weitere neun Nächte und Tage folgen, die ich in dieser oberitalienischen Region verbringen werde - und einen großen Teil davon in Mailand. Das schöne dabei ist: ich darf hier leben wie ein Gourmet-Einheimischer. In der Lombardei steht unter anderem ein Pastakurs auf meiner To-Do-Liste, in der Emilia Romagna werde die besten Tagliatelle Bolognese essen und kostbares Balsamicoessig probieren. Erst hatte ich vor bei George Clooney am Lago di Como vorbeizuschauen, aber da der nun anscheinend vollends vom Markt zu sein scheint, werde ich mich geschlagen geben und das sein lassen. 

 Foto meiner WG ab Montag (C) Halldis
In Mailand lebe ich nach Jahren mal wieder in einer kleinen WG. Mein Blogville Apartment scheint selbst anspruchsvollen Geschmäckern zu genügen, meine Mitbewohner, Heather aus Kanada und Marinella aus Finnland habe ich auch bereits kennengelernt. Heute Abend ziehe ich ein – angeblich wartet dort schon ein Korb mit den Spezialitäten aus der Lombardei und der Emilia Romaga auf mich -  vorbei gebracht von meinem lieben Freund Nick.


Es wird also recht gemütlich und vor allem lecker zugehen in den kommenden Tagen. Das ist dann wohl eine weitere und letzte Gemeinsamkeit mit Mäcces. Ich werde sicherlich zunehmen.

Ihr könnt bei meinen anderen kleinen Abenteuern live bei Instagram, bei Twitter und natürlich bei Facebook folgen. 


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Mehr spannende Geschichten gibt es unter dem Hashtag #BlogVille. 

Von einer coolen Zeitreise und hübschen London-Boys



London dampft unter den 30 Grad und der knalligen Sonne. Mir läuft der Schweiß von der Stirn. In zwanzig Minuten bin ich verabredet – aber wenn ich jetzt noch zur Bahn rennen müsste würde ich vollends durchgeschwitzt ankommen. Also muss ein Taxi her. Nur eine Minute an der Straße muss ich warten, dann hält ein klassisches Black Cab vor meinen Füssen. Der erste Blick auf den Fahrersitz lässt mich zögern. Ist das wirklich ein Taxifahrer oder doch ein älteres Fotomodell?



Steven heißt mein Fahrer, und er ist nicht nur gutaussehend, sondern auch wahnsinnig freundlich. Wir unterhalten uns die wenigen Minuten Richtung Hoxton. Ich solle mir unbedingt die Pop-Up Stores von Secret Cinema anschauen, sagt er. Die seinen besonders cool. Ich muss schmunzeln: sie standen eh schon auf meinem vorrecherchierten Programm, und später will ich eh vorbeischauen. Schnell also fällt unser kurzer Talk auf die Fußball-Weltmeisterschaft. Und wie fast jeder, dem ich in London in diesem Sommer begegne, gratuliert auch er mir (!) zum Gewinn der Worldcups. Ich hab zwar überhaupt nix mit dem Sport am Hut, aber unser Team scheint eine positive Nachricht in alle Welt getragen zu haben. Wir sind beliebt im Ausland. Schön!




Er setzt mich am „Cat & Mutton“ ab und gibt mir noch seine Karte. Ich solle anrufen, wenn ich wieder in London bin. Und das mache ich bestimmt, eine Tour in seinem Black Cab ist sicherlich ein echter Spaß. Aber schon wartet schon der nächste hübschen Mann mit breitem Lächeln auf mich. Leon, den ich vor kurzem in Berlin kennengelernt hatte, sitzt mit seinen Kumpels im Schatten und begrüßt mich mit „Wilkommen in London“. Seit einiger Zeit betreibt er mit „Shake, Rattle and Stir“ eine Gintour durch die besten Bars der Stadt.  Heute gibt es keine Tour, auch das muss ich als Ginfan wohl auf meinen nächsten Besuch verlegen, aber es ist schön, so charmante Männer zu treffen und ein wenig zu plaudern. Auch er rät mir, die Pop Up Store vom Secret Cinema zu besuchen, es wird langsam zum Running Gag.





Nach drei Runden Drinks in der Sonne (zugegeben nur ein alkoholisches Getränk für mich), mache ich mich wirklich auf den Weg, um mir endlich die besagten Läden anzuschauen. Secret Cinema sind schon längst nicht mehr so geheim, wie ihr Name vermuten lässt. Jedes Jahr im Sommer zeigen sie nur einen Film  - das aber mit dazu passender Kulisse, mit Statisten, die im Stil des Films verkleidet sind – und auch die Gäste, die viel Geld für eine Karte bezahlen müssen, bekommen Rollen zu geteilt. Der Ort der Veranstaltung wird so lange es geht geheim gehalten.





In diesem Jahr wurde „Zurück in die Zukunft“ gezeigt. Und das gesamte Settings des Film spielte in der amerikanischen Kleinstadt Hill Valley in den 50ern. In Hoxton eröffneten sogar gleich zwei Pop Up Stores – darunter Lou’s Diner, vor dem ich gerade stehe. Alles ist der damaligen Zeit angepasst. Es gibt Burger und Co, für mich aber nur einen leckeren Milkshake. Die Hitze lässt nix anderes zu. 




Ein Pärchen sitzt neben mir: sie trägt Pettycoat und Pferdeschanz, er Tolle und Karottenhosen. Mein Versuch die beiden zu interviewen scheitert kläglich. Von einem „Secret Cinema“ hätten sie noch nie gehört und als ich mit meinem iPhone ein Foto mache, schrecken sie zurück und fragen, was das denn für ein komisches Gerät sei. Erst da kapiere ich, dass die Statisten aus Prinzip nie ihre Rolle verlassen. Für sie sind gerade die 50er  - und Handys gab es logischerweise nicht.




Nebenan im Vintageshop versuche ich mein Glück erneut – und ernte einen verständnisvollen Blick von einer weiteren Mitarbeiterin im Pettycoat. Sie nimmt mich zur Seite und tut so als zeige sie mir die frisch gedruckte Hill Valley Zeitung. 




Mit einem Blick über die Schulter sichert sie ab, zückt einen Stift und schreibt dann klammheimlich ihre eMail Adresse auf. Ich könne ihr schreiben, wenn ich noch Fragen hätte. Und wir beiden fallen in ein schallerndes Gelächter, weil das alles so saukomisch ist. Das, liebe Reisefreude, ist sprichwörtlich „Zurück in die Zukunft“. London, ich komme wieder!


Weitere Tipps:
Das Secret Cinema startet meistens Ende Jul und läuft bis in den August. Pro Tag gibt es eine Vorstellung.  In diesem Jahr kam es zu nervigen Verzögerungen beim Bau der Kulisse. Etliche Gäste der ersten Vorstellungen mussten ihre Tickets umtauschen. Besonders doof, wenn man extra dafür anreist. Also: wenn ihr nächstes Jahr bei Secret Cinema dabei sein wollt, bucht eure Tickest nicht für die ersten Vorstellungen, sondern vielleicht erst in der zweiten Woche.


Leons Gintour findet mehrmals in der Woche statt – es gibt aber auch eine Rumtour. Fünf Bars werden besucht und man wird mit Chauffeur durch die Stadt gegurkt. Mehr  Infos gibt es auf Leons Seite von „Shake, Rattel and Stir“.

Restaurants und weitere Tipps zu London findet ihr hier auf Reisefreunde und auf meiner Foursquare Liste zu London.

Meine Unterkunft wurde von airbnb gesponsert, es gibt etliche Wohnungen  aller Ausstattungen – ich wollte unbedingt nach East London und habe bei Camilla und Tarik nicht nur wunderschön gewohnt, sondern auch neue Freunde gefunden. I will be back guys!

Meinen Flug hat Germanwings übernommen, meine Ex-Kollegen fliegen von etlichen deutschen Städten nonstop nach London. Je nach Abflughafen geht es nach London-Heathrow oder nach London-Stansted.


Meine sommerliche Reise nach London ist Teil einer Kooperation des Reiseblogger Kollektivs und Visit Britain.


Barbaras Lieblingsorte in London

Albert Bridge (C) Duncan Harris,


Barbara muss es ja wissen. Seit Jahren lebt sie in London und ich kenne sie aus der alten Zeit, als wir an verschiedenen Projekten gearbeitet haben. Nun hat sie ein tolles Buch geschrieben "Der perfekte Mädelsurlaub - London" -  und ich habe sie gebeten, mit drei ihrer Lieblingsorte zu verraten. Hier sind sie:

London ist voller phantastischer Parks. Aber nur einer liegt direkt an der Themse und hat eine entsprechend schöne Uferpromenade, nur einer hat eine ganz wunderbare Peace Pagoda und überhaupt – Battersea Park am Südufer der Themse und mit Blick auf das Chelsea Embankement gegenüber und die im Zuckerbäcker-Stil gehaltene Albert Bridge (abends toll beleuchtet!) ist einfach ein kleines Juwel. Ein echter Londoner Park für Londoner und abseits der üblichen Touristenpfade. Hier joggt die Nachbarschaft, wird der Hund ausgeführt, gepicknickt, geschlendert, ach, und Bötchenfahren auf einem kleinen See kann man auch. Perfekt.

(C) Lassco Media

Orte wie dieser machen London zu London: Ein herrliches, uraltes georgianisches Haus am hässlichen Vauxhall Roundabout, das rechts und links von Sünden moderner Architektur bedrängt wird, beherbergt gleich zwei Schätze. Einmal Lassco, eine Fundgrube für  architectural salvage und durch diesen “Architekturabfall” könnte man sich Stunden wühlen, von alten Kirchenfenstern bis zu einer Wand voller Türknöpfe. Und zweitens das Brunswick House Café & Restaurant, das als Teil des Architekturflohmarkts mit viel Schnickschnack, Retropostern und Leuchtern so richtig schön quirky daherkommt. Nach dem Wühlen hier einen Latte trinken, draußen brummt der Verkehr um dem Kreisel, typisch London.

(C) Ewan Munro

Pimlico Road ist eine der Straßen, wo London mit charmantem Kleinstadtflair aufwartet. Achtung: keine konventionelle Einkaufsstraße! Hier gibt es nur exklusive, teure, schräge, ausgefallene Design-, Möbel- und Kunstgeschäfte, und mindestens einmal pro Woche laufe ich hier entlang, einfach weil’s schön ist. Zum Kucken und überhaupt. Hübsche Häuser, hübsche Umgebung, kein Rummel. William Curley, ein britischer Top Chocolatier, hat hier eine Boutique (kann man mal rein …), samstags gibt’s auf dem Platz am Ende der Straße einen kleinen Farmers Market, gegenüber ein nettes Gastropub. Was will man mehr. Ach so, wer unbedingt Shoppen muss: quasi um die Ecke liegt das Einkaufsparadies King’s Road (auch nett!).

DANKE BARBARA - bis bald beim Schokoladefuttern bei William Curley!