Mein Niedersachsen

Unterwegs in meiner Heimat

Italien Wochen!

Mailand, die Lombardei und Emilia Romagna

Sommer in London

Sonniger, günstiger und schöner als gedacht

Mein Neuseeland

Meine Abenteuer am schönsten Ende der Welt

New York: Die besten Tipps von Locals

Schön, wenn man Freunde hat, die sich auskennen

Soulfood, Baby!

Herzhaft, bodenständig und saulecker: das Essen in den Südstaaten der USA

Soulfood, Baby!

Herzhaft, bodenständig und saulecker: das Essen in den Südstaaten der USA

Die coolste Kleinstadt Amerikas

Berlin in Maryland

Zum Meer, zum Meer ....

Auf dem zur Küste von Virginia

4,3,2,1... mein Geburtstag im Camper

Party auf vier Rädern, durch drei US-Staaten, mit zwei Freunden und einer Erkenntnis

Sweet home Alabama?

Abseits von Bluebell - kein Hart of Dixie

Buntes Mississippi

Roadtrip Südstaaten - auf den Spuren der Natchez Indianer

Das schwere Erbe der Südstaaten

Erste Einblicke hinter die schönen Kulissen

Mein Amerikanischer Traum

Roadtrip durch die Südstaaten der USA

Das Essen auf den Philippinen

Eine kulinarische Rundreise mit Reisefreunde

Von Delfing-Babies und Zicklein

Meine Tour ins Paradies nach Pamilacan

Ein perfekter Tag auf Bohol

Meine Lieblingsinsel auf den Philippinen

Warum ich auf Palawan im Knast gelandet bin

Und was PSY damit zu tun hat

Banaue: Der Schatz von Tan An

Reisen macht glücklich

"Don't be instant tourists"

Meine magische Begegnung mit Virginia, einer Reisbäuerin in den Philippinen

Betrübt nach Banaue

Unglück und Glück liegen manchmal nah beieinander

Sagada - wo die Särge hängen

Beste Aussicht für freie Seelen

Vigan, alte Stadt mit jundem Herz

Der Ort, an dem die Menschen mein Herz im Sturm eroberten

Die Philippinen - endlich!!!

Erster Stop: Tanz auf dem Vulkan Pinatubo

Reise durch Jordanien

Am Toten Meer und durch die Ruinen von Petra

Shanghai - eine erste Annäherung

Auf der Suche nach dem alten Shanghai

Inselhopping auf den Malediven

Und warum in meinem neuen Domizil ein Sofa im Sand steht

Kapstadt: Unterwegs mit der Condor Crew

Ihre besten Tipps für die Metropole Südafrikas

Mein Tag als Flugbegleiterin bei Condor

Nenn mich bloß nicht Saftschubse

Curacao: Ich mach dann mal blau

Auftakt zu einer bunten Reise

Mein Wochenende in Brügge

Eine überraschend schöne und ruhige Stadt

Unendliche Weiten

Mein Bilderbuch Amerika - aus der Windschutzscheibe

Hit the road, Gigi

Zum ersten Mal in meinem USA Road Trip Wohnmobil

Heartland USA: Start ins Abenteuer

Und am liebsten gleich alles nochmal...

Singapur - im Streetfood Himmel

Einen ganzen Tag lang nichts als bestes Essen...

Schatzsuche im Bretonischen Meer

Und man denkt, man ist in einem Film gelandet

Ein Sommer-Wochenende in Glasgow

Das coolste Hotel und die besten Locations in der schottischen Metropole

Mein Zuhause: Hameln im Weserbergland


Heimat. Ein Wort das mir sehr viel bedeutet. Wenn ich an meine Heimat denke, dann blicke ich zurück in die Vergangenheit. Ich sitze in meiner Ergee-Strumpfhose in der Küche und schaue meiner Mama beim Kakaokochen zu. Meine Zwillingsschwester Tine kommt herein und setzt sich auf die Heizung. Oder im Sommer ... meinen Erinnerungen nach schien in meiner Kindheit immer die Sonne. Wir spielten auf der Straße bis es dunkel wurde, nur selten kam mal ein Auto vorbei und es fuhr langsam, weil eben alle Kinder auf der Straße spielten. Ich sehe meinen Vater zeichnen, mit viel Ruhe, Hingabe und Konzentration. Und sein bescheidenes Lächeln, wenn er mit dem Bild fertig war und wir ihn überschwänglich lobten. Unser Haus strahlte Geborgenheit und Offenheit aus. Jeden Tag war Besuch zum spielen da, und unsere Geburtstage waren ein großes Fest mit selbst gebastelten Spielen und Unmengen von Kuchen. 




Das sind nur wenige kleine Einblicke für den Grund dafür, warum ich auf die Frage „Und, wo ist es am schönsten auf der Welt?“ immer mit „Zuhause“ antworte. Mein Zuhause hat sich verändert, unsere Eltern leben leider nicht mehr, nun wohnt Tine und ihr Mann Ole in unserem Elternhaus. Aber die Szenen sind noch ähnlich. Wenn meine Schwester kocht, sitze ich auf der Heizung neben ihr und schaue ihr zu. Und erinnere mich an damals.





An all das denke ich, als ich mit dem Zug in Hameln ankomme. Hier bin ich zur Schule gegangen, habe meinen Führerschein gemacht und war zum ersten Mal verliebt. Unser kleines Haus steht in einem Dorf bei Hameln, Tündern heißt es. Eine Freundin von mir nennt den Ort Entenhausen. Ich mag das, es klingt nach dem was es ist: ein Dorf. Ein Kaff. Aber ein sehr liebenswertes. 





Bevor ich nach Hause nach Tündern fahre und in die Arme meiner Schwester falle, treffe ich den Rattenfänger. Die Sage kennt wohl jeder, wenn ich irgendwo auf der Welt erzähle, dass ich aus Hameln komme, kann kaum einer etwas mit dem Namen der Stadt im Weserbergland anfangen. Wenn ich dann aber den Rattenfänger erwähne, wissen sie alle wovon ich rede.

Es wird ein lustiger Spaziergang durch meine Heimat, ich lerne viel und bin verblüfft wie spannend es sein kann, die eigene Stadt mit einem Guide zu erkunden. Aber seht selbst:



Reisefreunde trifft Rattenfänger: Unterwegs in meiner Heimatstadt Hameln from Angie Reisefreunde on Vimeo.

Nach dem "Rattenkiller" treffe ich mich mit Katharina „Kathy“ Hucks, einer entzückenden Stadtführerin, um mittags im Pfannekuchen Haus zu essen. Wieder fällt mein Blick zurück: Pfannkuchen zählten schon immer zu meinen Lieblingsgerichten, am besten waren die von meiner Mama. Aber auch hier, im Restaurant mit den niedrigen Decken und den urigen Sitzecken saß ich schon als kleines Mädchen und habe mit großen Augen auf mein Essen gewartet. Damals gab es keine exotischen Varianten, heute ist das natürlich anders. Ich plaudere mit Kathy über alte Zeiten in Hameln, über die Stadtgeschichte und unsere eigenen Geschichten, bis wir uns mit vollen Bäuchen weiter durch Hameln schleppen.


Sie bringt mich ins Rattenfänger Museum das spannender ist, als es klingt. Besonders das mechanische Rattenfänger-Theater lässt mich verstummen. Optisch erst mal ein Schock: die Hauptszenen der Sage werden "nur" durch Gegenstände und Toneinspielungen  angedeutet, die Geschichte wird dadurch modernisiert. Aber nach wenigen Minuten kann ich mich darauf einlassen. Und es nimmt mich mit.




Kathy führt mich weiter durch die kleinen Gassen der Stadt und ich erfahre, dass ihre Patentochter im Restaurant eines Freundes arbeitet. Genau das werde ich am kommenden Abend besuchen. Wie herrlich klein hier die Welt ist. Wir enden beim Bäcker der Hamelns berühmte Mitbringsel, die Salzteig-Ratten, backt. Stundenlang hätte ich noch mit Kathy plaudern können, ihren Geschichten lauschen können. Aber es ist Zeit zu gehen, mein Zuhause wartet. Tine macht nämlich Pfannkuchen.



Meine Reise ist Teil einer Kampagne zwischen Niedersachsen Tourismus und unserem Reiseblogger Kollektiv. Mehr Eindrücke aus meiner schönen Heimatregion findet ihr schon bei Reisedepeschen, bei Smaracuja und bei Escape Town sowie natürlich auf den Social Media Kanälen unter dem Hashtag #meinNiedersachen. Den Hashtag kann und sollte jeder nutzen, dessen Herz für Niedersachen schlägt!

Lobhudelei: Das Bio-Hotel Kenners LandLust


„Es gibt hier keine Sensationen, keine Berge, kein Meer, kein gar nichts. Außer die Natur und die Ruhe!“ sagt die Frau, die mit weiß eingecremter Nase neben mir sitzt. Erst hatte ich von weitem gedacht, die Sonne würde sich so stark auf ihrer Nase reflektieren. Aber dann rief sie mir „Nicht vor dem weißen Nasenbären erschrecken!“ zu. Eingemummelt in kuschelige Decken liegt die sympathische Hotelchefin vom Bio-Hotel Kenners LandLust in der Sonne und plaudert mit mir. "Aussteiger vom Aussteigen" seien ihr Mann und sie  - echte Hippies, die früher in Kommunen lebten.
Gesund & munter: Barbara & Kenny Kenners - Foto: Kenners LandLust

Während wir uns unterhalten spielen Gäste von Kindern im grünen und schön wildem Garten. Irgendwo zirpen ein paar Vögel  - und langsam riecht es nach Gegrilltem. „Das Bio-Hotel hat sich einfach so ergeben, ich wollte aus dem Ausstieg wieder aussteigen. Ich hatte Sehnsucht nach Zuhause, nach dem schönen Wendland!“



Und recht hat Barbara Kenner, denn hier im Wendland ist die Natur einfach zauberhaft. „Die landschaftliche Weite, die wir hier haben, den Himmel und die Ruhe, dahin wollte ich zurück“. 1999 fand das Paar über einen Makler ein altes Haus, damals eine eingeführte Pension in einem Tal bei Göhrde im Wendland. Mit enormen Aufwand, hohen Kosten und viel Liebe haben sie das Haus baubiologisch renoviert. 



Schick ist ihr Bio-Hotel sicherlich nicht, aber das muss es auch nicht, denn das Haus strahlt so viel Wärme und Gemütlichkeit aus, das ich und sicherlich alle anderen Gäste auf cooles Design gern verzichten können. Der wahren Luxus den man sich als Gast gönnt ist der Urlaub im Einklang mit der Natur. "Auch der Rasen wird hier nicht mit der Nagelschere geschnitten" sagt Frau Kenner und ich finde, das steht dem Tal hier besonders gut. 


Fast alles ist hier Bio - selbst das Mobiliar. Und so nachhaltig wie hier gewirtschaftet wird, genauso nahbar geht man mit den Gästen und untereinander um. In der Gästeküche zum Beispiel kann man sich zu jeder Zeit kostenlos am Wasser des haueigenen Brunnens bedienen. Wer mehr Lust auf Bio-Limo oder Bier hat, nimmt sich einfach eine Flasche aus dem Kühlschrank und schreibt seinen „Kauf“ auf einen bereitliegenden Zettel. Ein Konzept das Vertrauen verlangt. „Bei uns schicken die Gäste sogar noch die Handtücher zurück, wenn sie die versehentlich einstecken!“ erzählt mit Barbara Kenner mit einem Schmunzeln. Ein Haus mit Familienanschluss. Schön!


Aber auch in der normalen Hotelküche läuft einiges anders: Es gibt kein festes Menü, hier entscheidet der schichthabende Koch was abends auf dem Tisch steht. Dabei helfen ganz natürlich Jahreszeit und Angebot auf dem Biomarkt. Und gerade duftet es immer mehr. Frau Kenner kann mich zum heutigen Abendessen leider nicht begleiten. „Ich gehöre ins Bett!“ sagt sie hüstelnd und wünscht mir einen guten Appetit. Den habe ich, denn heute wird gegrillt. 



Etliche Salate und Beilagen machen mir die Auswahl schwer, hier sind ganz hervorragende kreative Köche am Werk - nix mit "langweilig gesund". Mein Essen ist köstlich.



Nach einer ruhigen Nacht bin ich am kommenden Tag mit dem Hausherren verabredet, der den griffigen Namen Kenny Kenner trägt. Er ist auch noch Wolfsbeauftragter in der Region. „Die Wölfe sind vor Jahren langsam aber sicher wieder zurückgekommen,“ erzählt er mir und anderen Gästen auf einer seiner Wolfstouren durch den benachbarten Wald. 



Und wie auch das im Wald lebende Wild haben sich die Wölfe schon längst an die Umstände angepasst: sie sind zu nachtaktiven Tieren geworden, am Tage verstecken sie sich wie ihre anderen Waldnachbarn. Kenny Kenner weiß das natürlich. Deshalb sagt er auch gleich zu Anfang seiner „Wolfstour“, dass er nicht davon ausgeht, bei dem Spaziergang auf einen Wolf zu treffen. Aber die Lebensumstände der Wölfe bringt er seinen Gästen gern näher. Und das ist wirklich spannend, mehr Sensation braucht man eigentlich nicht. 

Habt ihr ist auf noch mehr Eindrücke von meinem "Heimat"- Bundesland? Dann einfach kurz mal mitkommen:


Mein Niedersachsen: Der wilde Osten - Elbtalaue-Wendland from Angie Reisefreunde on Vimeo.

Meine Reise ist Teil einer Kampagne zwischen Niedersachsen Tourismus und unserem Reiseblogger Kollektiv. Mehr Eindrücke aus meiner schönen Heimatregion findet ihr schon bei Reisedepeschen und bei Smaracuja und natürlich auf den Social Media Kanälen unter dem Hashtag #meinNiedersachen. Den Hashtag kann und sollte jeder nutzen, dessen Herz für Niedersachen schlägt!



Mein Niedersachsen: Unterwegs im wilden Osten

Der wilde Osten - so nennen die Niedersachsen im Elbtalaue-Wendland ihre Region selber. Und irgendwie stimmt das auf den ersten Blick. Wenn ich nicht die Elbe überquert hätte und über ein klein wenig geografisches und geschichtliches Verständnis verfügen würde, hätte ich gedacht ich wäre immer noch in Brandenburg. Aber mein „LTE“ Zeichen auf dem Handy verrät mir, dass ich nun in Niedersachen bin. Mein Niedersachen. Denn in diesem Bundesland bin ich geboren und aufgewachsen. Allerdings etwas weiter westlich, aber davon erzähle ich euch in den kommenden Tagen.


Die Alleen führen durch üppige Felder, vorbei an alten schmucken Bauernhöfen und kleinen Wäldern. Die gesamte Region ist Biosphärenreservat, ein Ort zum Runterkommen und Entschleunigung. Ich fange schon mal damit an, weil ich gemächlich hinter einem Trecker tuckere. Das winzige Nest Lübeln ist eines von 200 Rundlingsdörfer. Die alten Häuser reihen sich kreisförmig aneinander, und ich fühle mich zurück versetzt in eine alte Zeit. 



Das Gefühl wird sofort von frischem Brotgeruch unterstützt. Denn hier im Rundlingsmuseum Wendlandhof  - das weitaus lebendiger und moderner betrieben wird als der Name vermuten lässt - steht ein Bäcker und holt gerade das letzte Brot aus einem uralten Backofen. Ein paar mal die Woche kommt er und macht Besucher und auch Dorfbewohner glücklich. Mit einfachen, handgemachten Broten oder Kuchen. Backmischungen nimmt er dafür nicht. Nebenan höre ich metallische Geräusche, ein Schlagen. Frank Horch stellt hier in der alten Schmiede edle Messer her, so wie früher per Hand und Fuß. Darauf ist er zurecht stolz. Und ein Häuschen weiter wird getöpfert!


Beladen mit meinem noch warmen Roggenbrot fahre ich weiter an der Elbe entlang. Eigentlich wollte ich einen Biber im Biosphärium besuchen - aber der versteckt sich artgemäß in seinem dunklen Bau und will sich partout nicht fotografieren lassen.


Aber: ich finde meine Motive in der Deutschen Fachwerkstraße, die sich hier entlang schlängelt. Da auch in einem Fachwerkhaus aufgewachsen bin, schlägt mein Herz immer ein klein wenig schneller, wenn ich solche Häuser sehe. 



Und die findet man hier zu Hauf. Viele davon sind fein und aufwändig renoviert, die Blümchen sind frisch geschnitten und ich frage mich, ob die Niedersachsen hier vielleicht mal über einen neuen Kosenamen für ihre Region nachdenken sollten. Denn das einzige was hier wild daher kommt ist die Natur. Das ist der wahre Schatz der Region Elbtalaue-Wendland. Und das ist auch gut so.

Meine Reise ist Teil einer Kampagne zwischen Niedersachsen Tourismus und unserem Reiseblogger Kollektiv. Mehr Eindrücke aus meiner schönen Heimatregion findet ihr schon bei Reisedepeschen und natürlich auf den Social Media Kanälen unter dem Hashtag #meinNiedersachen. Den Hashtag kann und sollte jeder nutzen, dessen Herz für Niedersachen schlägt!




Romantisch hoch zehn: Venedig

Manchmal geht auch etwas schief auf Reisen. Aber oftmals wendet sich dann auch wieder das Blatt. Jeanny und ich waren in Mira angekommen und bezogen unsere neue Bleibe, das Romantik Hotel Villa Margherita auf dem Festland vor Venedig. Romantischer kann ein Hotel wohl nicht sein, unser hübsches Zimmer mit Terrasse rief auf jeden Fall kleine Entzückungsseufzer hervor. Am Abend sollten wir einen kleinen Kochkurs im dazugehörigen Hotel Villa Franceschi bekommen, aber dort zur bestellten Zeit angekommen mussten wir feststellen, dass es wohl ein Missverständnis gab - denn man hatte keine Zeit für uns. Eine große Gesellschaft feierte kräftig und für uns Blogger gab es keinen Platz. 


So holten wir uns ganz rustikal einfach eine Pizza bei einem Laden ein paar Dörfchen weiter, setzten uns auf die Terrasse und schmollten ein wenig. Aber schon am nächsten Morgen kam der Chef um sich für den Vorabend zu entschuldigen und bot uns sozusagen als kleine Aufmerksamkeit an, sich um einen grandiosen Ausflug nach Venedig zu kümmern. Wir sollten einfach sagen was wir sehen wollten. 


Ich glaube ich darf behaupten, ein kleiner Venedigkenner zu sein - aber ich weiß, dass viele Leute gern wissen wollen, wo man gut und günstig in Venedig essen kann und so war mein Wunsch, eine Tour durch die besten Bacaro durch Venedig zu bekommen. Bacaro sind kleine Weinlokale, die neben einem guten Tropfen auch günstiges Essen anbieten. Oftmals gibt es hier Cicchetti, das sind kleine venezianische Tapas, ideal also für ein kleine Mittagessen oder für einen Snack zwischendruch. Meistens speisen hier die Einheimischen, weil sie sich die hohen Preise in den üblichen Restaurants nicht leisten wollen oder können.
 

Und auch deshalb ist die Qualität hier besonders hoch, denn: die Einheimischen könnten ja wieder kommen. Der Hotelier telefonierte ein paar Mal kurz und wenige Minuten später stand auch schon ein edles Gefährt mit klassisch italienischem Sonnenbrillen tragendem Gigolo vor unserer Tür. Der erwiest sich als echter Gentleman und brachte uns formvollendet zum einzig mit Auto befahrbaren Teil der Lagunenstadt. Hier wartete auch schon Chiara Klinger Mazzarino auf uns, eine echte Venezianierin, die Stadtführungen durch Venedig anbietet -  mit Herz, Wissen und Esprit.

Ich kann hier nicht über jeden einzelnen Bacaro schreiben, denn es waren schlichtweg zu viele, die wir besucht haben. Aber ein paar Eindrücke kann ich euch vermitteln. Alle Bacaro, die wir besucht haben waren herovrragend. 


Und wenn ihr in Venedig seid und ein wenig Geld in der sonst ja recht kostspieligen Stadt sparen möchtet, dann sind diese Bacaro genau das richtige für euch:


Cheap Eats in Venice: Bacaro Tour from Angie Reisefreunde on Vimeo.

Auf meiner Foursquare Liste könnt ihr alle Namen und Adressen finden, oder ihr könnt die Bacaro Tour einfach dort auf der Map nachlaufen. So einfach ist das!


Auf unsere Reise wurden wir von Romantik Hotels eingeladen.






Die Prinzessin und das Cowgirl


Es gibt ein viel sagendes Bild von mir von früher. Meine Schwester Tine und ich waren vielleicht vier oder fünf Jahre alt und es war Karneval. Tine ging als Prinzessin, sie trug ein glänzendes, rosa Kleid mit Spitze und ein güldenes Krönchen. Und zur Feier des Tages auch noch Lidschatten und Lippenstift. Ich stand daneben. Als Cowboy. Beide grinsen wir wie Bolle in die Kamera, komplett glücklich in unseren Kostümen. 

Daran muss ich denken, als meine Reisefreundin Jeanny von Zucker, Zimt und Liebe und ich auf unser Domizil für die Nacht zu rollen. Im beschaulichen Portobuffolè in Venetien in Norditalien steht ein imposantes Herrenhaus oder ein Schlösschen gar: das Romantik Hotel Villa Giustiniani. Ich komme mir in solchen Häusern immer etwas verloren vor. Meine Schritte hallen zu laut und ständig denke ich, ich könnte was kaputt machen. Jeanny ist so ein graziles und anmutiges Wesen, die passt hier ganz wunderbar rein, finde ich. 

Unser „Zimmer“ ist eine Suite und hat schätzungsweise die bescheidene Größe von 120 qm. Aber, macht euch doch selbst einen Eindruck. Wir waren nämlich so frei und haben das mal mit ein paar wirklich albernen Videoaufnahmen für euch dokumentiert...


Spaghetti Western from Angie Reisefreunde on Vimeo.

Portobuffolè selbst scheint wie ausgestorben, wir sehen kaum Menschen auf der Straße. Es ist Sonntag, und wie ich seit Jahren aus gut informierten italienischen Kreisen weiß, sitzt im Prinzip das gesamte Land an diesem Tage schön bei Oma an einer großen Tafel und schlägt sich den Bauch mit selbstgemachten Köstlichkeiten voll. Nur wir nicht. Einsam und verlassen streunen wir durch die kleinen mittelalterlichen Gassen. Niemand mag für uns kochen.

Mit hängenden Ohren schleichen wir deshalb zurück in unser Schlösschen – bis wir dem Chefkoch Ivan Scantamburlo begegnen, der anbietet uns in seine Küche zu lassen und der Kochlöffeln zu schwingen. Hier hat er sich schon einen guten Namen erkocht, routiniert bereitet er neben unseren Speisen mit seinen zwei Kollegen auch noch das Mittagessen für das Hotelrestaurant vor.


Und weil wir auch ein wenig mehr Glück gebrauchen können, freuen wir uns nach dem Naschen so richtig, dass Ivan für uns Reisefreundinnen auch noch ein paar richtig coole Tipps für Venedig parat hat, denn das ist unser nächstes Ziel. Wir satteln die Pferde, ich sitze wir immer vorne, Prinzessin Jeanny liegt wie auf der Erbse gemütlich hinten. Einmal Cowboy, immer äh Cowgirl.... 

Auf unsere romantische Reise wurden wir von Romantik Hotels eingeladen. 

Italien Roadtrip mit der bezaubernden Jeanny

Ich schaue auf die Rückbank des Fiat 500. Da liegt sie, die süße Zuckerbäckerin von Zucker, Zimt und Liebe. Nicht dass sie schwer krank wäre oder zu viel gegessen hätte. Noch nicht zumindest. Nein, das ist einfach ihre bevorzugte Art im Auto zu reisen: auf der Rückbank liegend. Die einzige kleine und sehr liebenswerte Macke, die meine Reisefreundin Virginia, genannt Jeanny, mit auf unsere gemeinsame Reise nach Norditalien bringt. 

Wir zuckeln gemütlich (ich habe meine sonst eher zackige Fahrweise meiner Begleiterin angepasst) vom Flughafen Mailand in einen der schönen Vororte der Stadt. Nach Cusago. Denn: wir sind auf einer kleinen Mission. Auf unserem Roadtrip wollen wir nach Omas suchen, die uns ihre Rezepte verraten. Denn auch in Italien hat sich eine unschöne Sitte eingeschlichen: die jungen Italienerinnen kochen kaum noch. Viel lieber bestellen sie Sushi oder nagen an Salatblättern herum. Die Jugend von heute! Das sei ihnen ja auch gegönnt, aber es Rezepte werden so irgendwann nicht mehr weitergegeben und ein Land verliert seine kulinarische Identität. 

Der Liegezustand von Jeanny und meine Unachtsamkeit führt bei unserem ersten Ziel dann auch dazu, dass wir es kaum finden. Wir knattern durch Cusago und das Navi meint, wir müssten am Romantik Hotel Mulino Grande angekommen sein. Aber wir sehen nichts, außer ein rostiges Tor. Das kann es ja wohl nicht sein. Und erst nach einem langem Umweg, erneutem Zurücksetzen und Anfahren erkennen wir: das Tor ist der Eingang zu unserer Bleibe.


Ja, wie blöde kann man eigentlich sein: das rostige Tor ist natürlich Kunst! Das Hotel ist in einer ehemaligen Mühle untergebracht, die am rauschenden Bach. Klappern tut sie nicht mehr. Wir werden auf’s herzlichste empfangen und in unserem luxuriösen Zimmer mit megacoolem Bad untergebracht. 


Schon beim Rundgang durch das Öko-Design-Hotel löchern wir die Geschäftsführerin Gabriella mit Fragen – in der Hoffnung, sie könnte uns ihre Oma ausleihen. Aber: wie so viele im Hotelbusiness kommt sie gar nicht aus der Region, sondern von weit weit her. Folglich ist ihre Oma auch gar nicht im Dorf. Wir romantischen Dummerchen. Immerhin ist im Hotel-Restaurant alles ebenfalls hausgemacht und es schmeckt uns.


Tags drauf allerdings bringt uns Gabriella zuerst in einem Supermarkt - immer noch sind wir voller Hoffnung, dort eine Oma beim Einkaufen zu überraschen. Aber nichts da. Erst später - bei einer kleinen Verkostung - nimmt unser Schicksal endlich seinen Lauf. Fabio hat hier in der Nähe einen Delikatessen Handel und serviert in seinem winzigen Geschäft mitten auf dem platten Land Köstlichkeiten der Region. Wir werden hier mit allerlei leckeren Spezialitäten versorgt, bis wir auf die Idee kommen, Fabio nach seiner Oma auszuquetschen. 


Italien, sollte man meinen, ist ein extrem klassisches Land was die Rollenverteilung angeht. Umso mehr staunen wir, als uns Fabio mit stolzer Brust verkündet, dass sein Schwiegervater Emilio, ein Mann in den 60ern, am Tag drauf den Kochlöffel schwingen wird. Ein Anruf und drei Minuten später wissen wir: Emilio – ein Nonno, also ein Opa, empfängt uns gern zum Kochen und Essen. Es wird Risotto Milanese geben! Welch’ Traum. 




Apropos: Eine Nacht schlummern wir noch fein, unsere Träume vom schönen Sonnenuntergang des Abends und der Vorfreude geschwängert, dann düsen wir (ich sitzend, Jeanny liegend) mit unserem kleinen Mobil und Gepäck zu Fabio und seiner Familie. Aber das schaut ihr euch am besten hier kurz an:


Risotto alla Milanese del Nonno from Angie Reisefreunde on Vimeo.

In den kommenden Tagen nehme ich euch mit auf unsere nächsten Stationen unserer kleinen Tour durch Norditalien. Ihr müsstet allerdings mental vorne im Auto sitzen. Hinten ist nämlich schon belegt! ;-)

Auf unsere Reise haben uns Romantik Hotels eingeladen.