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Madrid

Madrid gehört sicherlich nicht zu den aus Deutschland meist besuchten spanischen Städten. Denn  -wie bekannt - liegt die Stadt nicht am Meer. Aber: Madrid ist eine sehr lebendige Stadt. Hier kann man wirklich toll essen, shoppen bis zum Umfallen und viel erleben.  Auch wenn das Wasser weit weg ist: ich bin gern dort.


Schlafen:
Hotel Meninas liegt sehr zentral, in einer Seitengasse der Oper. Das Meninas ist ein Boutique Hotel mit schöner, moderner Einrichtung und für spanische Verhältnisse recht großzügigen Zimmern. Das Frühstück ist zwar vielfältig und inklusive, aber mir schmerzten morgens die Augen, als ich in den in Spanien üblichen Frühstückskeller ging: die Wände waren in grellem Pink gestrichen. Draußen, irgendwo an der Bar mit Blick auf den Alltagstrubel eines Cafés schmeckt es ja bekanntlich sowie so besser.....


Das Bed & Breakfast Abracadabra ist eine erst vor zwei Jahren komplett renovierte Herberge, mitten in der Stadt. Untergebracht in einem der schönen alten Stadtpaläste Madrids, die an Wiener Architektur erinnern. Geführt wird das B&B von Norma und Eduardo.  Die beiden sind nicht nur sehr freundlich, sie haben auch noch Geschmack. Alle Zimmer sind wirklich entzückend eingerichtet, charmant und schön. Für alle, die ihr Geld lieber beim Essen ausgeben möchten!


Essen:
La Bardemcilla ist seit Jahren im Besitz der Familie einer DER großen Schauspieler Spaniens, Javier Bardem. Obwohl er schon einen Oscar mit nach Hause gebracht hat: Starallüren hat hier keiner. Hier geht es nur um gutes Essen. Es gibt vorne an der Bar Tapas, hinten weiter ein richtiges Restaurant. Was hier auf den Tisch kommt, ist meist aus Omas Rezeptbuch und daher absolut als Hausmannskost zu bezeichnen - und wirklich ultralecker. Manche Raciones sind aber immerhin nach den Filmen des Sohnemanns benannt, soviel Stolz muss sein. (Wie hier auf dem Bild, die saftigen Croquetas Jamon heißen wie der Filmtitel "Jamon Jamon".)




Casa Paco hier gibt es die wohl besten, saftigsten Steaks ganz Spaniens. Der Laden ist Kult, immer voll und einzigartig. Seit 1933 schon wird hier vor allem Fleisch serviert, übrigens von Kellern, die teilweise genauso lange hier arbeiten (sehen zumindest so aus!). Die Steaks sind so groß, dass sie ganz locker für zwei reichen (1,2 kg). Das sagen die professionellen Kellner auch etwas verschämt an....Und die Tapasauswahl ist ebenfalls riesig, lecker und sehr abwechslungsreich. Auch hier gilt: entweder bestellten oder vor 20 Uhr kommen. Spätestens ab 21 Uhr ist der Laden rappelvoll.


Nach soviel Fleisch, jetzt mal eine Ode an die Tierchen aus dem Wasser. WENN man Fisch mag, dann muss man dem La Trainera unbedingt und ohne Ausnahme einen Besuch abstatten. Hier gibt es Seafood und Meerestiere bis zum Abwinken. In bester Qualität, lecker, einfach unfassbar gut. Obwohl dieses Lokal bei den Touristen längst kein Geheimtipp mehr ist, hat es seinen Qualitätsstandard gehalten. Auch Spanier essen hier gern. Der Laden besteht aus sechs Räumen, aber wie so üblich und schon weiter oben erwähnt: Es wird jeden Abend ab spätestens 21 Uhr knall voll, also ist eine Reservierung dringend empfohlen. 

Wien

Fast fünf Jahre lang war ich eigentlich ständig in Wien. Ich kann gar nicht zählen, wie viele Pressereisen ich nach Wien begleitet habe, auf wie vielen Dienstreisen ich dort war und wie oft  ich schon privat in der Donaustadt war. Der berühmte Wiener Schmäh ist manchmal kaum auszuhalten und auch an die eigenartige Sprache (ja, Österreichisch ist eine Fremdsprache) muss man sich erst gewöhnen. Aber ich hatte den besten Zugang zu der Stadt, den man nur haben kann (Danke und Bussarl, Doris!) -  und habe mit Sicherheit mehr als andere normale Touristen dort erleben können.


SCHLAFEN:
Es gibt viele wundervolle Hotels in Wien, einige, in denen ich schlafen durfte, könnte ich mir nie privat leisten. Hier seien sie dennoch erwähnt: das wohl beste Haus der Stadt ist das traumhafte Hotel Imperial, altehrwürdig, elegant, eine Grand Dame. Im Hotel-Café isst Niki Lauda (mein alter Chef) morgens ab und an zwei Eier im Glas mit Schnittlauch und auf den Zimmer gibt es schick Bulgary Amenities. Schräg gegenüber das etwas plüschigere, aber nicht minder schöne Hotel Bristol, in dem ich einmal nächtigen durfte, als wir eine Pressereise zu einem der Wiener Bälle gemacht haben. Die Reise bleibt unvergessen, das Hotel auch. Es liegt direkt gegenüber der Wiener Oper. 


Etwas günstiger kommt man im schönen Hotel Alstadt Vienna nahe dem Rennweg (am Museumsquartier) unter. Das Haus wird seit Jahren von einem Kunstliebhaber geführt, der auf Details Wert legt und will, das sich die Gäste zu Hause fühlen. Jedes Zimmer hat sieht anders aus. Einige Zimmer haben auch eine eigene Terasse, glaube ich zumindest - einfach mal fragen! Das Frühstück (es gibt kein Restaurant), nimmt man im stilvollen roten Salon auf Sofas zu sich. Schöner kann ein Tag in Wien nicht beginnen. 


ESSEN: 
Das ist das eigentliche Problem: die österreichische Küche ist ja schon mal der Knaller, sehr gehaltvoll, sehr mächtig, zumindest wenn man bei den Klassikern bleibt. Is(s)t man also oft in Wien, bedeutet das, dass man (wenn man nicht durch den Stadtgarten joggt) Gefahr läuft, zuzunehmen. Also - bitte Turnschuhe mitnehmen: die Tipps die jetzt kommen haben es in sich. 


Trzesniewski (sprich: Träschsnijevski) Der Name ist Programm: sprich das Motto heisst "Die Brötchen mit den unaussprechlichen Namen". Wobei Brötchen in Österreich etwas anderes als sind bei uns. Brötchen sind in Österreich kleine belegte Brote - und bei diesem Lokal hier werden die kleinen Schnittchen mit allerlei Ei-Aufstrichen serviert. Weil alles so klein ist, bestellt man hierzu ein "Pfiff", das ist ein kleines 0,1l Bierchen in einem winzigen Gläschen. Süsschen. Ab August soll eine weitere Trzesniewski-Filiale direkt am Flughafen aufmachen, au weiha... Das wird dann wohl das erste sein, was ich in Wien besuche, wenn ich mal wieder hinreise. Prädikat: zweitbester Snack für zwischendurch.


Bester Snack: die WURST. Am liebesten ein Käsekrainer, oder wie der Wiener sagt "Oa Aitrige". Ja, denn so sieht das nämlich aus, wenn man in den Käsekrainer reinbeisst. Innnen ist die rote Wurst mit Käse gefüllt und der wird durch das Braten flüssig und quillt weißgelblich aus dem Wurstfleisch. Hört sich ecklig an, ist aber einfach nur gut. Macht euch einen Spaß und bestellt bitte wie folgt: "Oane Aitrige und a Buargel mit ner sechzehner Hüalsen". Hab ich auch schon mal gemacht, war irre komsich, denn der Besitzer des Wurstelstands hat mich immerhin verstanden. Dann gibt es nämlich zur Wurst auch noch einen Knust und ein Ottakringer Bier. (Ottakring ist der 16. Bezirk). Dazu isst man Kren, also Meerettich. Unsere Lieblingswurstbude liegt direkt zwischen der Albertiner und der Oper. Dort trifft man abends nach dem Ball oder der Aufführung auch die feine Gesellschaft in großer Abendrobe an einem Würstchen nagend. Noch ein Tipp: wer sich in die Käsekrainer wie wir verliebt hat, bekommt im Supermarkt  (auch am Flughafen im Untergeschoss!) Eingeschweisste zum Mitnehmen nach Hause!


Dann gibt es die Beisl. Das sind ganz bodenständige Gaststätten mit Fokus auf regionaler Küche. Mein Lieblingsbeisl dank Doris ist das 


Immervoll heisst so, weil es dort immer voll ist, denn es ist recht klein. Es liegt am wohl schönsten Platz ganz Wiens, am Franziskanerplatz. Im Sommer sind die Tische "herraußen" heiß umkämpft. Das ist Essen ist wie der ganze Laden unkompliziert, gut und reichlich. Eine Website gibt es anscheinend nicht, daher hier die Adresse: Weihburggasse 17. Telefon: 0043 1 5135288. 
Im Österreicher im MAK gibt es auch gute Hausmannskost, nämlich wieder Wiener Schnitzel, Tafelspitz oder ein gutes Gulasch- aber alles ist hier ein wenig schicker. Und viel größer. Das MAK liegt am Stadtgarten im Museum für angewandte Kunst und hat sich in den wenigen Jahren seines Daseins einen guten Ruf erkocht. 


Im Glacis Beisl im Museumsquartier gibt es ebenfalls eine sehr gute regionale Küche in einem schicken Ambiente. Hier hätte ich beim letzten Mal fast Blunzenröstl oder so bestellt, weil sich das so lecker anhörte - wurde dann aber aufgeklärt, dass das Blutwurst ist... Ich sag ja: Österreichisch ist für uns Piefkes (so werden hier die Deutschen genannt) eine Fremdsprache. Also Obacht beim Bestellen!


Wenn Kim Kocht kann es gar nicht zu Verwechselungen kommen. Denn die berühmte TV-Köchim Sohyi Kim leitet seit Jahren wohl eines der besten und berühmtesten Gourmet-Restaurants in Wien, das Foodies aus aller Welt anzieht. Zu Recht. Sie steht wirklich selbst in der Küche, was kaum ein Fan glauben mag, ist aber so. Und meistens kommt sie an jeden Tisch und begrüsst die Gäste persönlich. Das Essen, fleischlos, asiatisch, von den fünf Elementen inspiriert, ist so gut, dass die Wartelisten auf einen Tisch lang sind. Sehr lang. Kann Wochen dauern. Aber: es lohnt sich!


Asiatisch, aber doch ganz anders isst man im Ramien, einer stylischen Esshalle, deren Fokus auf die köstlichen, hausgemachten und immer frischen Ramien-Nudel liegen. Wirklich sehr lecker, aber eher etwas für die Mittagszeit.


Tipps zum Zeitverbringen: 
Shoppen kann man natürlich bis zum Abwinken in Wien. Es lohnt sich aber wirklich, die Kärtnergasse zu verlassen und auf die Maria-Hilfer-Strasse zu gehen, dort kaufen die Wiener ein. (Ein Trzesnewski ist auch ganz in der Nähe, falls -ACHTUNG SCHATZ: der Blutzuckerspiegel mal sinkt!) Von dort aus gehen auch kleine Seitengassen ab  -hier verstecken sich Wiener Desginer. Die Gassen nach links führen irgendwann auf den Naschmarkt, der für Hobbyköche die pure Versuchung darstellt, weil hier alles sehr appetlich arrangiert ist und es auch wirklich alles gibt. Naschen ist Pflicht.


Kulturell hat Wien ja eh einiges zu bieten. Meine Favoriten sind das MAK, das Museumsquartier und das Lichtensteinmuseum. Sogar das Haus der Musik, in das mich mal ein entsetzlicher Regenschauer spülte, ist wirklich einen Besuch wert. Hier kann man vor einer interaktiven Leinwand die Wiener Philharmoniker so schlecht dirigieren, dass sie kopfschüttlend aufstehen und das Konzerthaus verlassen. Ein echter Gag.


Noch eines: Wien hat 180 Bälle, nicht nur den Opernball. Jeder diese Bälle hat seinen ganz eigenen Charme. Wer es liebt, zu tanzen (es gibt nicht nur einen Ballsaal mit Walzer, sondern meistens auch eine "Disco" auf dem Ball), MUSS einmal zu einem Wiener Ball fahren. Vorher geht man schon in der Ballgarderobe essen, das ist zunächst gewöhnungsbedürftig, aber in Wien normal - und nachher eben noch an den Wurststand. Herrlich!


Ach, es gäbe noch so viel zu bereichten.... aber wir wollen es vorerst hierbei belassen. Wer noch mehr Tipps für Wien braucht, bitte melden. Wir helfen gern (oder vermitteln Kontakte zu echten Wienern!)


PS: Hier noch die wichtigsten Wörter, die einem begegnen:
Tüte=Sackerl
Quark=Topfen
für fünf Euro= um fünf Euro
entspannen=ausrasten
tschüss=baba
kleiner Espresso mit ein bißchen Milch = a Brauner
mehr im Netz


So -Baba ich geh mi jetzt ausrasten.

Tokyo


Kein Trinkgeld bitte!
Die größte Stadt der Welt ist ein Fest der Sinne, und wie überall auf der Welt ist auch hier „Wissen Macht“. Deswegen gleich zu Beginn ein paar

Dinge, die man nicht tun sollte:


... Taxi fahren zum Beispiel. Denn auch wenn die Fahrer noch ganz stillvoll weiße Handschuhe tragen und die Hutablage ein Spitzendeckchen ziert, ist das Taxifahren in Tokio verdammt teuer. Allein die Kurzstrecke kostet so viel wie ein Hauptgericht in einem ordentlichen Restaurant. Abgesehen davon fährt der Yamanote-Express im 5-Minutentakt und ist selten so dramatisch überfüllt, wie es im Fernsehen immer aussieht.

... In Japan ist es nicht üblich, besondere Leistungen mit einem Trinkgeld zu belohnen. Immerhin reicht es der Japaner in der Regel juvial lächelnd zurück, während es mir ein Taxifahrer in China schon mal erbost vor den Kopf warf. Dort gilt es vieler Orts sogar als Beleidigung. 

...  No English please. Es gibt in Tokio Clubs und Bars, in denen sind Ausländer, die des Japanischen nicht mächtg sind unerwünscht. Das steht dann vor den entsprechenden Lokalitäten auf großen Schildern in englischer Sprache und ist zur Sicherheit noch mit einem gemalten Bildchen dargestellt. Der Hintergrund sei nicht rassistischer Natur versicherte man man mir,  er diene allein der Problemvermeidung. Denn wenn man keine gemeisame Sprache spräche, könne es ja zu Missverständnissen kommen und die scheut der Japaner, wie der Teufel den Petersdom.

Dinge, die man unbedingt tun sollte:

Gutes Essen findet der Interessierte an fast jeder Strassenecke. Nicht nur Sushi und Sashimifreunde werden Tokio lieben. Auch wer zarte oder auch deftige Suppen, herzhafte Tintenfischklöschen und „Unbekanntes in Teig gebacken“ schätzt, wird diese Stadt niemals mehr vergessen.

Shinjuku
Club- und Rotlichtviertel

Hier gibt es die besten Oktopus- und Tintenfischklöschen, genannt Tako-Yaki. Sie werden auf der Strasse verkauft, vor den Augen der Gäste zubereitet in Pfannen, ähnlich wie die niederländischen Pofferties. Jeder Stand hat seine Geheimrezeptur: ein flüssiger Teig gefüllt mit Käse und wahlweise Oktopus- oder Tintenfischstückchen, garniert mit Bonitoflocken und einer ketchup-ähnlichen Soße. Was für ein Gaumenerlebnis. Ich könnte (und habe es auch) die Dinger schon zum Frühstück genießen. Gegessen werden diese nicht wie man annehmen könnte mit Stäbchen, sondern mit einem japanischen Zahnstocher und sie sind wahnsinnig heiß.


Shibuya
Kugelfisch-Roulette 
Es gibt wohl kein Gericht auf dieser Welt, über das es soviel Gerede und so viele Gerüchte gibt, wie Fugo, den putzigen und stachelligen Kugelfisch. Fakt ist: falsch zubereitet tritt der quälende Tod leider nicht unverzüglich ein, sondern zieht sich über bis zu sieben Stunden hin. Sollte ich hier erwähnen, dass es ein qualvoller Abgang sein wird. Mit erbarmungsloser Lähmung der Muskulatur (auch Sprechmuskulatur) und dem darauffolgenden Erstickungstod? Sollte ich hier und jetzt berichten, wo genau im Fisch die Fahrkarte ins Jenseits lauert? Und das seine Innereien in versiegelten Behältern auf dem Sondermüll entsorgt werden müssen?! Na gut. Erhöht schließlich den Nervenkitzel.

Den Namen des Giftes, Tetrodotoxin, wird man schnell wieder vergessen. Nicht aber,  dass es 250 mal giftiger als Zyankali ist. Die ersten Symptome setzen zehn bis 45 Minuten nach dem ersten Bissen ein. Zunge und Lippen werden taub, Schwindel, Panik, zugeschnürrte Kehle. Wenn jetzt nicht ein Arzt zufällig am Nebentisch sitzt und den Gast sofort behandelt, siecht dieser in den nächsten sieben Stunden dahin, bis seine Lungen gelähmt in sich zusammenfallen.Es wird auch von Gästen berichtet, die nach dem Fugu-Teller keinen einzigen Muskel mehr bewegen konnten. Auch nicht die zum Hilfe!-Schreien nötigen. Kein Zittern, kein Blinzeln, kein gar nichts mehr. Na Mahlzeit.
Ach übrigens: Der japanischen Kaiserfamilie ist der Genuß von Fugu per Erlass untersagt.

Restaurant „Nanomi“ (17-2, Maruyama-cho, Shibuya-ku, Tokyo 150-004)
Hier hatte ich meinen „Flirt mit dem Tod“ - aber es war jede einzelne Sekunde der Ungewissheit wert. Sechs Gänge für umgerechnet 60 Euro räumen gleich mit dem ersten Gerücht auf, der Fugoteller würde um die 1000 Euro kosten.
Irrtum Nummer zwei: Fugo schmeckt nacht nichts. Völliger Quatsch. Vielleicht für die Gyros-und Kebapversaute Zunge. Jede andere wird den sehr vornehmen Geschmack entdecken, das feste, grätenfreie Fleisch Bissen für Bissen genießen. Ich hatte Fugo in Gellee, Fugo- Carapaccio, Babyfugo im Ganzen frittiert, Fugo-Eintopf und zur Krönung den leicht angebratenen Fugo-Milchner. Dazu ein Fugo-Sake mit getrockneter Seitenflosse. Herrlich und jederzeit sehr gerne wieder!






„Seit Vierzig Jahren Unfallfrei“
Als Chefkoch Mizuuchi das kleine Restaurant mit zwei Zweiertischen und fünf Thekenplätzen eröffnete war er sechsundzwanzig. Heute verkauft er, meist lächelnd, mit seinem Sohn Yosuke jeden Tag etwa sechs Kugelfische. Bis heute gab es (laut Urkunde an der Eingangstür) keinen einzigen Todesfall.

Tama Sushi (13F Times Square 5-42-2 Sendagaya Shibuya-ku Tokyo 151-0051)
Die Auswahl ist riesig, die Messer sind scharf und die Köche verdammt schnell. Das es hier sehr gute Sushi und Sashimi gibt, beweisst die lange Schlange von Gästen, die hier von mittags bis abends japanisch-gedudig vor dem Eingang wartet. Mit einer Nummer in der Hand, wie beim Einwohnermeldeamt. Egal. Wenn man einmal sitzt und in der langen Speisekarte blättert, ist alles vergessen. Verstärkter Speichelfluss tritt spätestens dann ein, wenn man die Bedienung die gefüllten Tellerchen auf die Tische stellen sieht.
Preise: günstiger als in Köln.



SCHLAFEN:

Wer sich wie Bill Murray in "Lost in Translation" mit Whiskey an einer schicken Hotelbar die schlaflosen Nächte um die Ohren hauen will und den Blick aus den mannshohen Fenstern nicht missen möchte, der muss tiefer in die Tasche greifen und sich ins schöne Park Hyatt Hotel einquartieren.


Wir aber waren im ebenso stilvollen, weitaus günstigerem Best Western Shinjuku Astine Hotel Tokyo. Das hat es auch getan. Dieses Hotel ist recht neu, t sauber und komfortabel. Es ist ca. 5-10 Minuten zu Fuß vom Shinjuku Bahnhof, Ausgang Süd und ist sehr zentral zu allem, viele Geschäfte und Restaurants. Die Zimmer sind, wie in Tokyo üblich, recht klein, aber das tut der Sache keinen Abbruch. Das Best Western liegt mitten im Shunjuku Bezirk, dem Rotlicht- und Entertainmentviertel im Westen der Stadt. HIer gibt es aber auch die meisten Einkaufszentren, die höchsten Wolkenkratzer der Stadt und den gleichnamigen kaiserlichen Park, der für seine Kirschblüten berühmt ist. Passenderweise hat dieser Stadtteil eine Städtepartnerschaft mit Berlin Mitte. Super Info, oder?










Barcelona


 .... ideal zum Shoppen, Schlemmen (PINTXOS!) und zum "im-November-noch-im-T-Shirt-bei-20-Grad-in-der-Sonne-sitzen-wenn-die-Spanierinnen-schon-stolz-ihren-neuen-Wintermantel-spazieren-führen."



Schlafen
Wer im Hotel Banys Orientals unterkommen will, muss vor allem sehr sehr früh buchen. Das Haus war eines der ersten Desginhotels der Stadt und ist immer noch wunderschön. Dabei ist es auch noch sehr günstig und daher unglaublich schnell ausgebucht. Die Lage ist perfekt, nämlich genau zwischen Passeig de Born und der Altstadt, direkt an der Tapasmeile.


Auch schön ist das Market Hotel, das ebenfalls sehr zentral liegt, sehr stylisch und schick eingerichtet und trotzdem bezahlbar ist. Das Personal ist freundlich, zuvorkommend immer hilfsbereit. 


Wir waren im Hotel Chic and Basic Born, das wie der Name schon sagt, mitten im hübschen El Born liegt und echt mal was anderes war. Auch dieses Hotel gehört zu den Designhotels, bietet aber tatsächlich mal eine komplett andere Architektur. Die Dusche war mitten im Zimmer, grell in unterschiedlichen Farben beleuchtet. Die Zimmer werden nach den Größen S,M,L oder XL unterschieden. S und M sollen laut anderen Gästen recht klein sein. Wir hatten ein L-Zimmer und das war ausreichend groß.






Essen

Tapas hin oder her - Pintxos sind auch was feines und wir hätten stundenlang hiervon oder vielleicht noch mal davon essen können... na gut, Lügen haben kurze Beine - wir HABEN stundenlang hiervon und davon gegessen... erwischt. Es war aber auch einfach so lecker! Besonders im Pintxos Golfo De Bizcaia haben wir ordentlich zugeschlagen, denn immer wieder kamen frische Pintxos Kreaktionen aus der Küche und verführten uns. Die Atmposhäre ist besonders am Wochenende laut und jung - und es ist knallvoll. Die meisten Leute müssen also im Stehen essen - aber genau dafür sind die kleinen Schnittchen ja auch gemacht.





Mann oh Mann, also auf die Ramblas muss man ja eigentlich nicht gehen, es sei denn, man sucht Kontakt zu Handtaschendieben oder will sich kitschige, überteuerte Mitbringsel anschauen. ABER: der Boqueria-Markt bildet die einzige Ausnahme, denn der liegt nun mal direkt an den Ramblas. Alle, die wie wir gutem Essen verfallen sind, werden diese alte Markthalle kaum noch verlassen wollen. Beim Anblick der Fischstände haben wir uns geschworen, beim nächsten Besuch eine Wohnung mit Küche zu mieten oder besser mit Balkon, damit wir einen Grill anschmeissen können.... und dann erst die ganzen Stände mit wirklich fantastischen spanischen Schinken aller Qualitäten. Tja, wer wenigsten mal lecker vor Ort essen will, der sollte hier zu El Quim gehen, bzw. sich hier um einen Platz bemühen, denn selbst alte Stammgäste müssen auf die hausgemachten traditionell katalanischen Tapas warten, z.B. : Boquerones, Chipirones oder Jamon Iberico - es lohnt sich!


La Paradeta 
Ein Paradies für Fischliebhaber - gibt es gleich mehrfach in und um Barcelona, weil das Konzept einfach ist, die Preise niedrig und die Atmosphäre stimmt. Wie auf dem Markt geht man als Gast an die große Fisch und Meeresfrüchtetheke, sucht sich seinen Fisch aus und wählt dann eine Zubereitungsart aus. Selfservice also.  Die Läden laufen so gut, dass es am Wochenende richtig lange Warteschlangen gibt, denn reservieren kann man nicht. Allerdings: wenn man sich nicht auf die spanischen Abendessen-Zeiten einläst, sondern vor neun Uhr kommt, ergattert man natürlich eher einen Tisch.


Can Majó
Auch ein Fischrestaurant, aber alteingesessen und eher was für das Geschäftsessen, denn die Aussicht auf den Hafen ist einmalig und die Preise sind deutlich höher als im La Paradeta. Dennoch: hier habe ich schon mal eine unverschämt gute Hummer-Paella gegessen (okay, ich wurde eingeladen - was soll man machen?) und auch die Fischvorspeisen waren einfach leckerst. 


Zu guter letzt ein Wort zu El Xampanyet ( C/Montcada 22, ebenfalls abgehend vom Passeig de Born) wohl DER Bar überhaupt in Barcelona. Authentisch, spanisch, voll. Seit 1921 von einer Familie geführt und von Generation zu Generation weitergegeben. Kein Schnick Schnack, nur kleine, feine Tapas und gute Drinks. Im August geschlossen, da macht die Familie Urlaub. Übrigens: unser Foto ganz oben im Header unseres Blogs ist hier aufgenommen. War ein super schöner Abend!

Neapel/Sorrento

Aus irgendeinem Grund scheint sind bei uns der Dezember als Kurztrip-Monat zu entwickeln. Auch im vergangenen Jahr waren wir wieder Anfang des Monats für ein paar Tage weg, wieder ging es nach Italien. Dieses mal allerdings zunächst nach Neapel. Dort trafen wir auf Netti, die sich traute, mit uns in den Mietwagen zu steigen und in die Innenstadt von Neapel zu brausen. Nicht nur, dass der Verkehr selbst für Jenke eine kleines Herausforderung bedeutet, nein, wir hatten auch kein Ahnung wo unsere Herberge war und dann fing es zudem an, aus Kübeln zu schütten, aber das ist eine andere Geschichte.


Bed&Breakfast Cerasiello
Irgendwann fanden wir dann tatsächlich dieses süße Bed and Breakfast. Die beiden Inhaber sind Architekten und haben viel Zeit, Mühe und Geld in die Renovierung der Pension gesteckt. Am Beeindruckensten ist die große Dachterrasse, die wir aus oben beschriebenen Wettergründen bei Ankunft allerdings nicht betreten konnten. Aber am nächsten Tag schient die Sonne und wir konnten erahnen, dass man hier tollen Abende verbringen kann. Die Zimmer sind nach verschiedenen Themen eingerichtet, ausreichend groß und teils mit wunderschönem Blick über die Alstadt. Ach ja - und lustigerweise muss man für den Fahrstuhl in den fünften Stock zwanzig Cent berappen. Sehr witzig ....


Pizzeria Di Matteo
Ein unscheinbarer, recht hässlicher Pizzaimbiss, dafür aber der Hit bei allen Promis, die in die Stadt kommen. Sogar mit Bill Clinton schmückt man sich, der hier einst seine Pizza aß. Die Jungs hinter der Theke sind leider ruppig und unfreundlich, aber die Pizza ist wirklich der Hammer. Also bestellen, essen und dann wieder schnell die Biege machen.


Pizzeria Starita a Materdei
Hier hat Jenke seinen "Pizzabäcker"-Beitrag gedreht und die Pizza selbst geknetet, in die  Luft geschmissen und in den heißen Ofen geschoben. Seine Piuza wurde aber aus unerfindlichen Gründe nicht rund, sondern eckig... die echten Pizzabäcker fanden's molto komisch. Im Gegensatz zu der zuerst genannten Pizzeria ist es hier viel gemütlicher und netter, dafür liegt die Pizzeria leider recht weit ab vom Schuss. Aber wer wie wir so blöd ist, sich für Neapel ein Auto zu mieten, der muss hier unbedgint vorbei schauen. (Oder ein Taxi nehmen, geht ja auch....) Jenke hat allen Berechnungen nach etwa 15 Pizzen hier gegessen und war schwer begeistert. Mit dem T-Shirt läuft er heute noch rum und vor allem die Italiener schauen huldvoll, wenn er es trägt.

Nach einem recht durchschnittlichen Abendessen am Hafen haben wir uns aber gleich am nächsten Tag auf den Weg gemacht nach


Sorrento
An Pompeji vorbei, dann malerisch ander Küste entlang, durch kleine Dörfchen und schon ist man hier, in Sorrento. Im Sommer soll hier der Bär loss ein, im Winter trafen wir eher auf alte Muttchen und gelangweilte Touristen.

Bed&Breakfast Mami Camilla
Dennoch: hier haben wir unsere Traumpension gefunden. Die Familie bietet Kochkurse (die der Papa in Obelixformat leitet) für italienische Hausmannskost, teilweise sogar über mehrere Tage. Die Mamma macht unzählige Marmeladen selbst und die erwachsenen Kinder schmeissen die Rezeption. Dazu liegt ein alter riesengroßer Hund träge vor der Tür, und drinnen wuselt ein winziges Hundeexemplar durch die Hallen. Wie im Film... Selten hatten wir in Italien ein so schönes Frühstück. Man sitzt im großen Wohnbereich, an dem die große Schulküche angrenzt und schaut auf die hauseigenen Zitronenbäume und hat etwa neun selbstgemachte Marmeladen zur Auswahl..... hmmmmm....





Köln

Wäre ja gelacht, wenn wir nicht auch für unsere Heimat einen Post zusammenstellen würden. Also los....


Wohnen: naja, wenn ihr gute Freunde von uns seid, dann natürlich in unserem Gästezimmer. Wenn es bei und schon voll ist, dann vielleicht hier...


... In den Südstadt Appartements  in unserer alten Heimat. Das kleine Studio ist für zwei Personen ausreichend und recht nett eingerichtet. Zum Frühstück empfehlen wir (außer montags und sonntags) Davids Epicerie gleich um die Ecke (dazu später mehr).


...oder im  Antik Hotel Bristol Ein Mittelklasse-Hotel mit zentraler Lage und individuell eingerichteten Zimmern, allesamt mit Antiquitäten eingerichtet. All das in einem alten Patrizierhaus.


... oder auch im Das kleine Stapelhäuschen , das einen total trutschigen Eindruck macht, aber auch originell ist. Für Kölner Verhältnisse recht günstige Zimmer, teilweise mit Rheinblick. Liegt aber eben aus diesem Grund auch mitten in der Altstadt und ist nichts für Leute, die Ruhe suchen. Vor der Tür tobt abends der Bär.


Essen: wenn bei uns der Kühlschrank nichts mehr hergibt, dann gehen wir gern hier hin
 
Fioretto - einer unserer Lieblingsitaliener
Gleich bei uns um die Ecke und so schön. Wir sind noch nie enttäuscht worden - sondern waren immer begeistert. Egal ob Fisch, Fleisch, Salat oder Pasta. Alles schmeckt hervorragend, die Küche bietet auch mal Aussergewöhnliches und die Bedienung ist unfassbar nett. Ein Traum in Tüten ist der Oktopus vom Grill  (wird laut Besitzerin nach altem italienischen Rezept mit einem Weinkorken gekocht!), den wir zumindest noch nirgends so wunderbar weich gegessen haben. Das Brot ist eine echte Versuchung und wir schaffen es nur selten, es NICHT zu essen. Grandios auch die riesigen Desserts. Ein Restaurant zum "abends versacken."
 
Marcellinos pane et vino - unser zweiter Lieblingsitaliener, auch bei uns im Agensviertel.
Der Fisch!!!!! Baby-Steinbutt, Steinbeißer, Dorade .... der zauberhafte Marcellino und seine Mama in der Küche haben viele tolle Speisen auf der Karte  - und machen alles selbst. Allein die Beilagen sind schon so perfekt zubereitet, dass man sich gleich auf den nächsten Besuch freut. Selten habe ich so leckeren Blumenkohl gegessen. Endlich mal Salz dran!Zudem hat Marcellino eine tolle Wein-Auswahl, die wir schon in Teilen für uns zuhause nachbestellt haben. Übrigens: unbedingt den selbstverfeinerten Grappa (z.B. mit Kamille) probieren!
 


La Locanda auch in unserem alten Veddel, der Südstadt
Hier hatten wir eine echte kulinarische Offenbarung. Denn dieses kleine sardische Ristorante führt etwas ganz besonderes auf der Karte:  Bottarga! Das sind getrocknete Rogen, auch "sardischer Kaviar" genannt, die dann über die Pasta gerieben werden und einfach unglaublich gut schmecken. Naja - uns zumindest. Wer es nicht kennt, sollte diese Spezialität einfach mal probieren. Eine ebenso gelungende Pasta ist die Neri mit Blattgold, die es mit jeder Neri aus dem Veneto aufnehmen kann. Eine weitere Spezialität ist das Milchspanferkel Sardische Art (hier auf dem Foto zu sehen).
 
Jacob Fertig
Bei meinem ersten Besuch habe ich zunächst gedacht, das soll ein Scherz sein. Denn von außen sieht das "Fertig" einfach nur wie eine typische Eckkneipe aus den 70ern aus ... mit schicken Buntglasscheiben... innen die gleiche, olle Optik: hässliche Sitzbänke, gefliesster Boden, dunkles Ambiente. Nomen est omen, dachte ich und zweifelte stark an Jenkes Geschmack. ABER: Das Essen ist einfach große Klasse. Das "Fertig" hat sich auf eine Mischung aus rheinischer und franzöischer Küche spezialisiert und überzeugt vor allem bei den Fleischgerichten. Es gibt Himmel und Äd, aber auch feine Jakobsmuscheln. Oder Hämschen, aber eben auch Fois Gras. Die Bedienung ist immer freundlich und jovial, beim Essen dauert es manchmal - dafür ist immer alles frisch. Ach ja, einen Tisch kann man leider nicht reservieren.... Seit diesem Erlebnis habe ich keinen kulinarischen Zweifel mehr an meinem Mann....
 
In der Bar Formula Uno neben im Zugweg an gibt es bei Carmello den wohl besten Espresso weit und breit, wir möchten behauten, den besten Espresso in ganz Köln. Mit einer dicken Crema, und einem sehr feinen Geschmack. Das liegt daran, dass Carmello und sein Team die alte Espreso-Maschine in und auswendig kennen und sie wie eine Geliete tagtäglich zärtlich hegen und pflegen. Die ersten zehn Tassen werden prinzipiell weggegossen, da ist die Maschine nämlich noch nicht auf Temperatur! Si si... Ausserdem hat Carmello immer einen Scherz auf den Lippen,  gute Laune und zudem den leckeren Mädchen-Grappa "Grappe di Prosecco da Ponte" im Regal. Es gibt keinen besseren.
 
 
Epicerie Boucherie "Wie Gott in Frankreich" hat sich David Boucherie auf seine Fahnen geschrieben und vor etwa drei Jahren diese entzückende Epicerie mit Bistro eröffnet. Nach ungefähr einem Tag waren wir bereits Stammkunden. Zunächst gab es nur Käse, Salami (die Handtellerrunde mit Oliven ist wirklich göttlich), Wein und kulinarischen Krimskrams. Jetzt gibt es auch ausgefallenes, wirklich leckeres und langhaltbares Brot, Tartes (meine sind trotzdem noch ein Ticken besser, David!!!! Kauf sie mir ab!!! Mach uns beide reich!) kleine, aber feine Bistrogerichte und herrliches Frühstück. Das alles mit viel Herz, viel Geschmack und très très français. C'est bon! Nous t' aimons, David!

Kaimaks in der Kurfürstenstraße 27. Die Bar mit dem komischen Namen (aus den beiden Namen Kai und Max) ist eigentlich mehr Bar als Restaurant, aber auch die kleinen Speisen sind lecker und ausgefallen. Im Kaimaks gibt es aber vor allem nette Cocktails, im Sommer ein paar Tischchen draußen und eine schöne, entspannte Atmosphäre.

Sweet Sushi Die wohl besten Sushi der Stadt. Beim ersten Besuch dachten wir, in einem Ableger des genialen Berliner Kuchi gelandet zu sein, denn die Karte ist ziemlich identisch. Wie dem auch sei: das Essen ist hier genau so gut. Es gibt vor allem ausgefallene Sushi Spezialitäten, Extreme-Sushi genannt  - und allerlei anderen Leckereinen aus asiatischen Töpfen. Der Laden ist selbstredend IMMER voll und selbst wenn man einen Tisch reserviert hat, kann es sein, dass man noch ein paar Minuten Geduld aufbringen muss, weil die vorherigen Gäste so einen Gefallen am Essen gefunden haben, dass sie noch einmal nachbestellen. Kennen wir, machen wir auch immer.  Ganz wichtig: ohne Reservierung kein Tisch!


Zeit der Kirschen für diesen Laden fahren wir sogar nach Ehrenfeld. Eines vorne weg: das Essen ist wirklich einmalig. Ausgefallen, experimentell, verlässig hohe Qualität -  und reichlich. Man kann  sich eigentlich kaum entscheiden, so viele klangvolle Speisen stehen auf der Karte. Aber die Krönung ist der wunderschöne Garten. Wenn man sich in dieses Restaurant (oder auch in diesem Restaurant) heillos verlieben will, MUSS man im Sommer kommen und draußen unter den Kirschbäumen sitzen. Ultra - romantisch, wie im Märchen! Und schwupps -  ist es um einen geschehen. Natürlich ist es auch drinnen schön, aber .....




Hamburg

Hamburg - meine Perle.....immer, wenn ich in der Hansestadt bin, denke ich, ich habe noch eine Rechnung auf mit dieser Stadt und werde irgendwann im schönen Eppendorf oder Winterhude leben... seufz...

Wohnen:
Hamburg hat ja wirklich etliche hotels, aber nur wenige mit speziellem Charme nud nur wenige wirklich da, wor hamburg Spaß macht. Nach langem Suchen habe ich dieses Kleinod gefunden, das direkt im pulsierenden Schanzenviertel liegt.  Das "My Place" Hotel (mehr Bed und Breakfast als echtes Hotel) wurde erst im Dezember 2008 eröffnet. Die Zimmer sind wirklich hübsch und mit viel Liebe zum Detail dekoriert. Alle sind nach hamburger Stadtteilen benannte, ich verbrachte die nacht im Altona. Das Haus wird mit viel Charme von der freundlichen Besitzerin persönlich geführt. Bei gutem Wetter gibt es das Frühstück auf der schönen kleinen Dachterrasse. EZ gibt es ab 50 Euro pro Nacht, DZ schon ab 70 Euro pro Nacht.




Essen:
Ti Breizh-Haus der Bretagne
Willkommen in Frankreich - oder besser gesagt: willkommen in der Bretagne! Hier gibt es großartige Crêpes-Spzialitäten in süß oder herzhaft. Wer Crêpes nur von Ständen auf dem Weihnachstmarkt kennt und Galettes (die meist salzige Buchweizenversion) gar nicht kennt, sollte hier sein Wissen erweitern. In einem sehr angenehm eingerichteten Ambiente wird man hier sehr nett bedient. Die bretonischen Spezialitäten sind mittlerweile so beliebt, dass es sich abends lohnt, einen Tisch zu reservieren. Dafür dass das Resto sich in einer touristischen Gegend befindet, sind die Preise mehr als fair; die meisten Crepes sind unter €10 und die Portionen sind groß.


Fisch bis zum Abwinken: La Sepia
Als ich vor etwa 8 Jahren zum ersten Mal hier war, gab es den Laden schon seit 12 Jahren. Und es war rappelvoll. Wie jeden Abend... Auch beim letzten Besuch mit Bellissima Anette war kein Plätzchen mehr frei. Das hat natürlich einen Grund: La Sepia gehört zu Recht zu den beliebtesten Fischrestaurants in Hamburg.  Hummer, Langusten, Austern, Muscheln, Meeresschnecken und Krebse - alles super frisch und extrem lecker. Dazu natürlich Seeteufel, Steinbeißer, Dorade, Sepia und und und.. gegrillt, gebraten, am Stück, filettiert, ganz wie man mag.... Die Atmosphäre ist laut, hektisch und wenn man Glück hat, kramt einer der Kellner seine Gitarre aus der Abstellkammer hervor und singt eine Saudade. Portugisisch, eben.


Süße Traume bei Rob + Stephen's little cake Co.
Ok, diese Jungs habe es drauf - sie wissen einfach, wie man Kuchen macht. Die Schlange ist (bei den Öffnungszeiten) immer lang und recht schnell ist alles ausverkauft. Besonders das hausgemachte Lemoncurd ist ein Gedicht und sehr schnell vergriffen. Dennoch: wer in Hamburg ist, sollte vorbei schauen und versuchen, ein Stückchen Kalorientraum zu ergattern. Die Auswahl ist riesig, von amerikanisch  Fudges, über Linzer Torte bis hin zum ehrlichen Streuselkuchen ist für jeden Geschmack etwas dabei.


Lecker Frühstück mit Ausblick Café Savory
Wir haben hier super lecker draussen gefrühstückt. Die Gegend ist natürlich der Hammer - Eppendorf at it's best. Die Auswahl an Frühstücks-Kombinationen ist sehr groß, am Nachbartisch war man schon beim Mittagessen - auch das schmeckte offensichtlich. Wir hatten Rühreier und die waren echt lecker.


Shoppen:
Gleich um's Ecke ist Anette's Tipp, das Kaufrausch Hamburg
Ein winziges Kaufhaus, in dem sich vor etlichen Jahren befreundete Händler und Designer zusammengetan haben, um dort ihre Ideen von schöner Kleidung, Accessoires und Wohnen zu verwirklichen. Nix H&M, nix Zara, nix Ikea. Hier kann man schöne Einzelstücke finden oder einfach nur "schlörren" wie er Rheinländer sagt.


Und auch sonst finden sich in den Straßen von Eppendorf tausend hübsche kleine Lädchen, in denen man sein Geld lassen kann.....


Ausflugstipp:
Wer Zeit hat sollte sich unbedingt zur Schiffsbegrüßungsanlage Willkomm-Höft am Schulauer Fährhaus im südlichen Ortsteil Schulau von Wedel an der Unterelbe aufmachen .

Hier werden seit 1952 Schiffe, die den Hamburger Hafen anfahren oder verlassen, begrüßt bzw. verabschiedet - mit Flaggen Hissen und Spielen der jeweiliegen Nationalhmyne. Über Lautsprecher knödelt eine seemänische Stimme im fetten Hambuger Slang noch die exakten Angaben zu den Bruttoregister Tonner ("Die Liselotte aus Panama hat 700 Bruddorägistta Tonnen"). Großartig. Dazu sitzen alte Damen mit Hütchen auf dem Kopf drinnen oder draußen bei Kaffee und Kuchen oder beí einem saftigen Fischbrötchen.  Ach ja - und auf den großen Schiffen stürmt die Mannshcaft an Deck und salutiert. Wie im Kino.

Die unentdeckte Stadt am Meer: Salerno


Wer das Chaos von Neapel gar nicht so faszinierend findet, fährt einfach weiter zur nächstgrößeren Stadt am Meer: Salerno, der Geheimtipp zwischen Amalfiküste und Cilento. Man erreicht die von Touristen fast noch unentdeckte Stadt mit dem angeblich längsten Lungomare mit dem Zug (30 Minuten) oder direkt mit den klimatisierten Reisebussen der Firma Buonotourist am Flughafen (50 Min. zum Stadtzentrum Salerno, mehrere Fahrzeiten täglich, sonst Transfer mit Alibus-Shuttle zum Hbf und Zug).

Wohnen:
In der wunderschönen Altstadt von Salerno gibt es zahlreiche Bed & Breakfasts, von denen man alle Lokale und Geschäfte zu Fuß erreichen kann. Ein von Außen unscheinbares Paradies, direkt unter einem der ältesten Botanischen Gärten Europas "Giardino della Minerva" gelegen, ist die familiengeführte Villa Avenia. Auch wenn man von hier eigentlich nicht mehr weg möchte, so ist trotzdem erwähnenswert, daß man nur wenige Minuten vom Hafen entfernt ist, von dem in der Saison die Schiffe ins Cilento und an die einzelnen Orte der Amalfiküste fahren bzw. direkt nach Capri oder Ischia.

Die Aussicht, das Wetter, das Essen: alles ein Traum in Tüten!

Shoppen:
Abgesehen von einem wunderschönen Palmen-Lungomare mit kleinen Ständen und Lokalen findet man bei einem Spaziergang in Salernos Altstadt und auf Fußgängerzone super Geschäfte und eben kein H&M oder Zara. Ein echter Tipp ist der (fast) tägliche Markt mit (Marken-) Klamotten aller Art, Schuhen, Stoffen, Haushaltsbedarf, Fisch und Gemüse im zentralen Viertel "Torrione" (von ca. 8 - 13 Uhr, außer sonntags). Koffer gibt es hier übrigens auch, sollte das mitgebrachte Gepäckstück nach dem Besuch nicht mehr ausreichend sein.


Movida in Salerno, Food & Drinks:
Schöne Lokale reihen sich in der Altstadt aneinander, und die Preise sind ziemlich moderat (Abendessen mit Wein ca. 20-30 Euro p.P.). Wer gerne Jazz mag, sollte dem Lokal "Il Moro" im nahen Cava dei Tirreni einen Besuch abstatten, hier treten berühmte italienische und auch ausländische Jazzer auf und das Essen ist genial (Biere kommen aus aller Welt und die Grillplatte mit Pommes ist genial!). Im Sommer werden die Konzerte zum Strand-Club des Grand Hotels Salerno an den "Lido di Conchiglia" am Lungomare verlegt. www.pubilmoro.it. Ansonsten einfach von der Piazza "La Rotonda" in die engen Gassen mit dem Strom zu den Trattorien und Restaurants treiben lassen.


Mozzarella:
Schwierig ... Wer sich zur Büffel-Farm "Vannulo" hinter Salerno im Cilento aufmacht, wird in Deutschland wahrscheinlich nie wieder Mozzarella essen können und aus Kuhmilch schon gar nicht. Entscheidet selbst, denn hier gibt es den einzigen Bio-Mozzarella und eine große Auswahl an Büffelmilchprodukten, die leider süchtig machen. Dummerweise exportiert Vannulo nicht, auch nicht in die Umgebung, denn beim Mozzarella von Andrea Palmieri steht die Qualität im Vordergrund, die Produktion bleibt lieber klein und kontrolliert. Hinfahren und möglichst vorbestellen, denn die Schlange vor dem Verkaufsräumen der Büffel-Farm kann lang sein (www.vannulo.it) und dann alles ausverkauft. Übrigens: (guten) Mozzarella bitte nicht in den Kühlschrank stellen, sondern außerhalb im mitgelieferten Wasser in einer Schale aufbewahren, damit der Geschmack erhalten bleibt. "Wer den Mozzarella würzt", so Andrea Palmieri, "der muß den schlechten Geschmack übertünchen". Tja, daher wird der Mozzarella bei Vannulo pur genossen, wie er eben auf der Zunge zergeht!


Ausflüge:
Cava dei Tirreni:
Der oben bereits durch den Jazz-Club erwähnte Ort "Cava dei Tirreni" ist ein weiterer Juwel kurz vor der Amalfiküste. Überhaupt lohnt es sich, die Orte hinter den Unesco- Weltkulturerbestätten anzuschauen (Scala, Sieti, Cava etc.). Hierzu bieten sich eine Vespa bzw. ein "Motorino" oder ein Motorrad an, die es überall zu leihen gibt. Cava hat eine wunderschöne Altstadt mit der Hauptgasse "Via Schiacciaventi", in der man sich direkt ins Mittelalter versetzt fühlt. Die Geschäfte in Cava sind klasse sowohl von Architektur, Einrichtung als auch vom Angebot her, die Globalisierung läßt hier hoffentlich noch lange auf sich warten.


Vietri sul mare: Der erste Ort der Amalfiküste nach Salerno ist Vietri, berühmt für die typische, bunte Keramik, die in der gesamten Region Kampanien zu finden ist. Das Design haben interessanterweise die Deutschen Keramiker in den 20er Jahren geprägt, die als erste reale Abbilder dessen was sie damals als Lebensstil im Alltag sahen, auf die Keramik gemalt haben. Nicht nur für Architekten ist die Keramikfabrik SOLIMENE in Vietri ein Muss, schon von Außen sieht man, daß Innen etwas Besonderes zu sehen (und zu kaufen) sein muß.


Maiori, Minori, Amalfi, Ravello, Praiano, Positano:
Dies sind wohl die berühmtesten Orte der Amalfiküste, die dann ab Sorrento zur "Sorrentina" wird und zurück nach Neapel führt. Tipps an der "Amalfitana" sind der kleine Fischerort Cetara oder die etwas höher gelegenen Ortschaften Scala (bei Ravello), Raito (bei Vietri). Man sollte die Strecke mindestens einmal mit dem Auto oder dem Motorrad/ Vespa erleben, aber auch die Bootsfahrten (zu Buspreisen) bieten einen wunderschönen Blick auf die verschachtelten Örtchen entlang der kurvenreichen "Amalfitana", vor allem wenn es ab Juli richtig heiß wird.

Ein Guestpost von der Italien-Expertin Anette♥.....