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Herzhaft, bodenständig und saulecker: das Essen in den Südstaaten der USA

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4,3,2,1... mein Geburtstag im Camper

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Betrübt nach Banaue

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Lobhudelei: Das "Terranima" in Bari

Mal wieder war ich beruflich unterwegs. Normalerweise heißt das: reisen, ohne wirklich viel zu erleben. Raus aus dem Flieger, rein ins Hotel, schlafen, morgens der berufliche Termin und dann weiter - entweder zu einem anderen Termin oder wieder nach Hause. Normalerweise.


Dieses Mal ging es nach Italien -nach Treviso in Venetien & nach Bari in Apulien. Und dieses Mal konnte ich auf meiner Reise ein echtes kulinarisches Highlight erleben. Ich hatte meinem Kooperationspartner in Bari erzählt, dass ich diesen Blog hier habe - und das ich gern über meine Reiseerfahrungen schreibe - vor allem gern über gutes Essen. Und schon setzte er alle Hebel in Bewegung, rief eine befreundete Gastrojournalistin an und erzählte ihr, dass ich und meine Kollegin Vania noch auf der Suche nach einem guten, regional typischen Restaurant in Bari seien. Ihr Tipp kam wie aus der Pistole geschossen. Wir müssten ins "Terranima". Kein Zweifel. Wir machten uns also auf den Weg. 


Schon von außen war klar, dass sich hier jemand viel Mühe gegeben hatte. Die Schilder sahen antik aus, die Deko in den kleinen Schaufenstern war liebevoll zusammen gestellt. Innen viel "shabby chic" - schöne Bilder, teils antik, hübsche kleine Vasen mit frischen Blumen auf den adrett gedeckten Tischen, an der hinteren Wand des ersten Raumens (des Cafés) eine wunderschöne alte Anrichte, prall gefüllt mit bunten Flaschen, reichlich dekoriert mit Obst und Delikatessen. 


Während wir noch staunten und uns gleich wohl fühlten, kam der Chef um die Ecke. Pietro Conte, ein freundlicher weißhaariger Herr, begrüsste uns herzlich. Er schlug uns vor, uns einfach ein paar Gerichte vorzusetzen - was gibt es besseres? Wir ahnten nicht, dass er es sich zur Aufgabe gemacht hatte, hier für die Küche Apuliens eine Lanze zu brechen - und uns zudem noch von Slow Food zu überzeugen. Denn so ziemlich alles, was hier über die Ladentheke geht, ist regional und saisonal und damit der italienischen Slow Food Bewegung unterworfen. 


Als ersten Gang kamen neben Oliven aus Apulien ein Brotkorb - unter anderem mit selbst gemachten Taralli, sowie ein Platte mit drei verschiedenen Käsesorten und ein weitere Platte mit Wurst und Schinken aus der Region auf den Tisch. 


Als wir uns noch über die Größe der Portion wunderten, brachte der sympathische Kellner noch mehr auf unseren Tisch: saftige Panzarotti, herrlich nach Hefe duftende gefüllte Teigtaschen und leckere weiche Focaccia. Alles direkt aus dem Ofen. Nur wenige Minuten später kam eine neue Ladung: dieses Mal zwei kleine Küchlein, einmal eine Art Soufflé mit Käsefüllung, dann ein Küchlein mit Rapefüllung, einem leicht bitteren Blattgemüse, dass ich vor zwei Jahren im nahegelegen Trani kaum essen mochte, bei dieser Zubereitung hier im Terranima aber köstlich schmeckte. Auch hier dachten wir, wir hätten nun bereits alles gegessen, aber weit gefehlt. Schon brachte der Chef noch ein paar Fischkrapfen. Lecker!


Natürlich waren wir schon längst satt. Aber Herr Conte hatte eine Mission! Und so dauerte es nicht lange, da kamen auch schon weitere Speisen. Zunächst eine ganz hervorragende und auf der Zunge zergehende Zucchinipasta mit Tunfisch und Tomaten, dann eine unfassbar gute dunkle, kernige Orecchiette mit Speck und grünen Bohnen, ein ganz klassisches Rezept aus der Arme Leute Küche Apuliens.


Leider schmeckte alles zu neu, zu gut, zu perfekt, zu einzigartig um aufzuhören. Herr Conte war sichtlich vergnügt, uns so von seiner Heimatküche zu überzeugen, sein Kellner hatte schon fast Mitleid mit uns. Wohl auch deshalb wurde uns ein einfacher Teller mit einer aufgeschnittenen, frischen Fenchel gebracht. Ein kleines Schälchen Akazienhonig stand noch dabei - beides zusammen solle unseren Magen beruhigen, hieß es. Ich muss jetzt hier mal völlig schriftlich ausflippen: das war wirklich die beste Fenchel, die ich in meinem Leben gegessen habe!!!! So weich, so saftig, so geschmackvoll. Unglaublich. Ich war (und bin es noch) absolut begeistert, von dieser Qualität. Herr Conte erzählte, dass er natürlich den Bauern kenne und dass das Feld nah am Meer liegen würde und die Fenchel mit Meerwasser gegossen wird. Wie dem auch sei: allein wegen dieser Fenchel werde ich demnächst Jenke nach Bari schleppen, so viel ist klar! 


Als die Fenchel also unsere Mägen wieder etwas aufgeräumt hatte, stand fest: nach diesen Unmengen an hervorragendem Essen MUSSTEN wir auf die klassischen Secondi verzichten. Dennoch war ebenso eindeutig, dass nun der Showdown kommen würde - in Form von Dessert. Na, wie viele Teller hatten wir auf dem Tisch? Richtig. Wieder vier! Cremig, süße Erdbeertörtchen mit viel Sahnecreme (siehe Vanias Gesicht!), ein warmes Puddingküchlein, sämige  süß-herzhafte Maronencreme und ein warmer Schokokuchen mit flüssiger Schokosauce innen..... und wir waren platt. Als Absacker noch einen Bittermandellikör, natürlich hausgemacht und dazu einen Kaffee. 


Und wir waren fertig. Fix und fertig, aber glücklich. Selten haben wir so gut gegessen, wurden so herzlich und liebevoll umsorgt. Zu guter letzt kam der Koch aus der Küche, er hatte Feierabend. Und wir sahen einen 20jährigen jungen Mann mit roten Bäckchen, als ihn sein Chef vor unseren Augen so lobte. Er sei nur am Mittwoch allein verantwortlich für den Laden, denn da hätte der Seniorkoch frei - und er könne sich richtig austoben. Undenklich was der junge Koch erst in ein paar Jahren zaubern mag, wenn er entsprechend mehr Erfahrung vorweisen kann. Bis dahin: Hochachtung vor so fantastischem Essen und herzlicher Gastfreundschaft. Besser geht nicht! Terranima, tu mi piaci!!!!!


Terranima
via Putignani, 213/215
70122 Bari / Apulien
Tel. 0039 080.521 .97.25
e-mail: info@terranima.com