Den ersten Abend haben wir im Restaurant Astier verbracht. Ein echter Klassiker, am Start seit 1956, als wir allesamt noch Quark in der Auslage waren. Das Restaurant hatte sehr gute Zeiten und auch schlechte Zeiten. Es werden auf zwei Etagen vor allem Klassiker der französischen Küche serviert. Genau richtig für uns. Wir hatten uns auf den guten Geschmack von Küchengott David Lebovitz verlassen, der erst vor kurzem nach neuern Bewirtschaftung da war und auf seinem Blog einen guten Bericht hinterließ. Wir wurden nicht enttäuscht. Das Restaurant platze zwar aus allen Nähten, aber wir hatten reserviert und bekamen einen großen Tisch in der oberen Etage und wurden zwar etwas chaotisch, aber dennoch sehr freundlich bedient. Geschmeckt hat es auch. Mit insgesamt acht Personen am Tisch, kann man gut und gern behaupten, dass wir die Speisekarte einmal rauf und runter gegessen haben. Der Knaller aber war die Käseplatte, die einen Durchmesser von etwa 60 cm hatte und mit allem voll beladen war, was französische Kühe und Ziegen so an Milch hergeben.
Mehr als gesättigt und glücklich traten wir heraus in die laue französische Nacht und suchten nach einer geeigneten Bar in der Nähe, um noch einen Absacker zu nehmen. Die umliegenden Straßen waren bevölkert von jungen Studenten, die allesamt Richtung Rue Oberkampf strömten. Wir wurden auf halber Strecke fündig und stießen auf die enge, schlauchartige Bar Pili Pili, die pickepacke voll war. Wir passten allerdings noch hinein. Die Musik war gut, der selbstaufgesetzte Schnaps allerdings zu stark für uns. Meine Güte! Wieviel Prozent hat das Zeug? Wir beließen es also lieber bei Pastis und Bier. Netter Laden.
Am nächsten Tag tankten wir Kraft bei einer Bootsfahrt auf der Seine, dem obligatorischen Besuch am Eifelturm und einem großen Spaziergang durch das sonnige Paris. Ja gut, ein bisschen Shopping war natürlich auch dabei. Abends dann hatten wir einen Tisch im winzigen Chez Nathalie bestellt, am anderen Ende der Stadt, im Butte aux Caille im 13. Arrondisement, nahe Place d’Italie. Neben uns waren die restlichen fünf Tische voll besetzt. Der kleine Laden bietet klassische französische Bistroküche, allerdings ein bisschen moderner interpretiert. Der einzige Kellner war umwerfend freundlich und bemühte sich sogar, sein bisschen Deutsch hervorzukramen um uns perfekt zu bedienen. Sehr süß! Das Essen war gut, die Krönung allerdings waren wie so oft allerdings die wirklich perfekten Desserts. Allesamt ein Traum!
Zum Abschluss ging es Reisefreundes Stammkneipe, in der wir eigentlich jedes Mal brutal lustige Dinge erleben, wenn wir in Paris sind: ins Chez Gladines. Das liegt bisher um die Ecke, ist ein uriger laden mit bodenständiger baskischer Küche, riesen Portionen - und elenden Warteschlangen, um einen Tisch zu bekommen. Unter zwei Stunden läuft eigentlich nichts. Gott sei Dank kamen wir dieses Mal spät – und konnten Plätze direkt an der Theke ergattern. Und die Show dahinter bewundern, wenn die Barmänner in einer irren Geschwindigkeit die Bestellungen abarbeiten. Das Chez Gladine zieht allerdings demnächst um. Wohin: wir werden es erfahren!


























































