Nordseehopping Teil 2 : Mein Inselhotel auf Amrum

Willkommen auf Amrum. Aber huch! Eigentlich sollte uns hier am Hafen von Wittdün jemand abholen, doch irgendetwas war wohl schief gegangen, denn es war niemand zu sehen. Wir stiegen kurzerhand in den Bus, der direkt am Terminal stand. Wir wollten nach Norddorf – und genau dort fuhr auch der Bus hin. Eine ältere Dame schien sich auszukennen und wir fragten, ob sie wisse, wo denn das „Mein Inselhotel“ sei. „Wer sind denn die Besitzer?“ wollte sie mit zarter Stimme und starkem norddeutschen Akzent wissen. „Familie Jöns“ antworteten wir – und da wusste sie Bescheid. „Ja - zu Jöns fahren Sie einfach bis zur Endhaltestelle und dann gehen sie ein bisschen geradeaus, dann rechts und wieder links, dann sind Sie da!“ So einfach ist das auf Amrum. Einer Insel, auf der etwa 2200 Menschen leben. Man kennt sich eben. Herrlich.



Im „Mein Inselhotel“ wurden wir dann sehr freundlich und herzlich von Koch, Besitzer und Charmbolzen Gunnar Jöns empfangen. Der verwechselte uns auch noch zunächst mit anderen Gästen. Aber Minuten später war klar: irgendjemand hatte sich in unserer Buchung vertan. Eigentlich hatte man uns nämlich erst einen Tag später erwartet. Machte aber alles nix, das Gelächter war groß -  und wenige Minuten später waren wir auf unseren zauberhaften Zimmern. Und dann kam Kerstin Jöns dazu, die Hausherrin, ein Sonnenschein von Mensch! Eine Aura, die locker bis nach Timbuktu reichen könnte und eine so schöne Stimme, sie könnte mir stundenlang aus dem Telefonbuch vorlesen. Sie entschuldigte sich vielmals und bot uns an, spontan einen Strandspaziergang mit uns zu machen. Das war so ziemlich die beste Idee überhaupt. 


Nordseehopping: Amrum - Mein Inselhotel from Angie Reisefreunde on Vimeo.

Denn ich wusste bisher nicht, wie umwerfend schön Amrum ist. Ich war noch nie auf Amrum. Unglaublich! Der Strand misst satte zehn Kilometer und führt einmal an der Insel lang.  Schnell waren wir beim Du als wir auf dem breiten Strand unseres Weges marschierten. Dazu ging ganz dramatisch die Sonne unter. Beeindruckende Wolkenkombinationen schoben sich über den Horizont und die untergehende Sonne färbte alles in einen goldenen Traum. Bis zu Panchos Burg, einem Sammelsurium in Fischkuttergröße, die der Berliner Künstler Pancho aus allem, was so am Meer angespült wird in jahrelanger Arbeit zu einem Kunstwerk erschaffen hat. Dort kehrten wir auch um – denn Kerstin musste um 18 Uhr wieder bei ihrem Göttergatten sein - denn dann beginnen die letzten Vorbereitungen für das Abendessen. 


Das „Mein Inselhotel“ serviert eine regionale, aber feine Küche. All abendlich steht Gunnar in der Küche und bereitet den Hausgästen ein dreigängiges Menü an. Auch hier fand ich als Ess- und Kochbegeisterte schnell den Zutritt zu Küche und konnte herrlich mit Gunnar scherzen und naschen. Wenig später servierte er uns köstlich gewürzte Herzmuscheln als Gruß aus der Küche, dann einen feinen frischen Rotkohlsalat (von Bauer Schult), eine herzhaft gefüllte Paprikaschote mit Kartoffeln (auch von Bauer Schult) und schließlich einen Käseteller (nicht von Bauer Schult). Zugegebenermaßen versackte ich abends trotz Vorsatz früh ins Bett zu gehen mit Kerstin und Gunnar an der Bar. Ihre private Geschichte ist so interessant, lustig und inspirierend, dass man daraus leicht ein Drehbuch für einen romantisch - dramatischen Film schreiben könnte. Vielleicht mach ich das mal. 5 Sterne Plus für ihre Gastfreundschaft.Um zwei Uhr war ich im Bett. Uff. Viel zu spät eigentlich, denn ich hatte in Schnapslaune mit Gunnar vereinbart, dass er mir nach dem Frühstück das Trecker fahren beibringen sollte. Das wollte ich schon immer mal machen- nun bot sich die Gelegenheit. 


Der Trecker von Gunnar war Baujahr 1974, ein echt olles Ding, aber er passte so herrlich zu meinen Gummistiefeln. In Reisefreunde rot! Leicht verpennt erschien ich dann auch am reich gedeckten Frühstücks-Büffet. Nebenan saß Frau Reise, eine allein reisende Dame aus München, die ich schon seit dem Vortag um ihren Namen beneidete. Ich sprach sie an. Ich will es mal kurz fassen. Vor mir saß wohl eine der interessantesten Damen, die ich seit langer Zeit kennengelernt habe. Ich werde Frau Reise bei meinem nächsten Trip nach München besuchen und ein ausführliches Interview machen. Ihr könnt gespannt sein! Ich sag nur soviel: sie ist im Prinzip schuld, dass der amerikanische Sänger und Komponist Billy Joel Onkel wurde. Aber dann war Treckerzeit: Gunnar und ich zogen von dannen, raus auf einen Feldweg und ich durfte ans Steuer. Ein bisschen langsam für meinen Geschmack, aber Spaß gemacht hat es auf jeden Fall. Schaut euch das Video an. 
Danach kam das nächste Highlight: ich traf auf Kinka, einer vor Energie sprudelnden Amrumerin, die nicht nur jeden Miss Amrum Contest gewinnen würde, sondern auch was zu erzählen hat. Sie arbeitet als Reporterin der lokalen Zeitung, als Fotografin, serviert im Café und kümmert sich um Ferienwohnungen. Was für eine Frau! Mit ihr und Kerstin zog ich über die Insel, um zumindest ein paar der vielen Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Die grüne und bewaldete Insel hat viel zu bieten, vor allem aber viel Schönheit: die Reetdachkaten, der ewig lange Sandstrand und die friesische Kultur. Mal wieder blieb mit zu wenig Zeit, um alles in Würde anzuschauen. Eines aber fiel mir besonders auf: Die Frauen von Amrum sind stark! 


Und ich will mehr über sie und ihr Leben erfahren – aber das muss noch warten. Kaum waren zwei der starken Amrumer Frauen und ich zurück, packte ich meinen Koffer und schnappte mir Reisefreundin Betti. Kerstin steckte uns schnell noch einen Picknick-Beutel für die Weiterreise zu. (So liebevoll für uns zurecht gemacht, dass wir als wir den Beutel später auspackten, vor Entzückung seufzen mussten.) Der Abschied fiel (mal wieder) sehr schwer, das Glück war mir auch dieses mal Hold und bescherte mir die Begegnung mit besonderen Menschen. Gunnar und Kerstin winkten unserer Fähre auf die Hallig Langeness noch lange nach – und wir zurück. Ich wusste da noch nicht, dass ich nur zwei Tage später wieder zurückkommen sollte. Wieso? Weshalb? Warum? Na, lest doch erst mal hier weiter....


Mehr Fotos gibt es wie immer auf der Reisefreunde Facebook Seite.

Disclaimer: Auf die Nordseehopping Tour wurde ich von den Besitzern der Hotels eingeladen. Danke an Primo PR für die Organisation. Meine Meinung bleibt dennoch wie immer die meine! 

1 Kommentare:

  1. Das ist ja schön. Wir waren auch noch nicht auf Amrum, das ist uns bisher gar nicht in den Sinn gekommen. Wir schauen uns die Homepage von dem Hotel mal an. Danke für den schönen Bericht.
    Hanna und Michael

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