Der Himmel auf Erden - im Goldenen Dreieck von Thailand

Ich bin sehr dankbar. Dafür, dass ich das hier erleben darf. Ich sitze auf einem großen Sofa mit vielen bunten Kissen auf einer hölzernen Terrasse, das zu meinem Zelt gehört. Am Hang eines Berges. Mein Blick fällt auf ein tropisches Tal, üppig grün, von einem Fluss durchzogen. Dahinter liegen geschwungen Bergketten – das sind schon Burma und Laos. Ich bin im Goldenen Dreieck in Thailand, nahe Chiang Rai. Im Four Seasons Tented Camp  Golden Triangle. Und damit ist auch schon klar, dass ich nicht in einem flattrigen Einmannzelt wohne, sondern in einem Luxuszelt. Alle Annehmlichkeiten inklusive. Luxuriöse Außendusche, Kunstwerke im Zimmer, beste Materialien, eine freistehende wunderschöne Badewanne mittendrin. Das Resort hat sechs Sterne, oder sind es sieben oder acht? Ich weiß es ehrlich gesagt gar nicht, das ist nämlich auch nicht so wichtig für mich. Und eigentlich passt auch der Name Resort nicht – und schon gar nicht Hotel. Es ist ein Camp. Ich weiß eins: ich fühle ich hier sauwohl. Sehr zuhause. Mit mir sind viele Paare auf ihren Flitterwochen hier und alle sind sie glücklich. Mit sich und ihrem Urlaub hier. Und ich bin es auch, weil ich für so viel Schönheit eben sehr dankbar bin.


Die Natur fesselt mich. Pflanzen, die ich sonst nur aus dicken Fotobüchern kenne, eine Luft, die nicht so heiß und drückend ist wie sonst in Thailand. Große bunte Schmetterlinge fliegen umher und zaubern mir ein Lächeln auf die Lippen. Nachts höre ich Tiere, die ich gar nicht zu ordnen kann, aber sie machen mir keine Angst. Und dann die Elefanten. Ich höre sie rufen. Auf weiten bewaldeten Flächen laufen sie umher, fressen Gräser und Blätter und können baden gehen. Das Four Seasons und ein weiteres Haus haben die Stiftung Golden Triangle Asian Elephant Foundation gegründet, die Elefanten rettet und sich um sie und ihre Mahouts kümmert. Auch ansässig vor Ort die Think Elephants International Stiftung, die das verhalten und die Intelligenz der Tiere erforscht.

Nur 15 Zelte gibt es hier. Einen Spa mitten im Dschungel, die Burma Bar, die ihrem Namen alle Ehre macht und direkt mit Blick auf den Fluss und die Berge liegt, die schon zu Burma gehören. Und ein hervorragendes Restaurant, das regionale und auch internationale Gerichte bietet. Ich dachte zuerst, das Camp liegt irgendwo am Rande einer kleinen Stadt. Tatsächlich hatte ich aber nur die Postadresse im Internet recherchiert, das Camp selber ist wirklich im Urwald. Direkt an den Grenzen zu Burma und Laos. 

Als ich mein Zelt bekomme und höre, dass es das Butterfly Zelt ist, wird mir ganz anders zu Mute. Schmetterlinge haben für mich einen ganz besonderen Stellenwert, mit ihnen verbinde ich viel. Zu persönlich für diesen Blog, aber ich verrate soviel: ich sehe in ihnen mehr als nur bunte luftige Gesellen. Ich bin zu Tränen gerührt und muss kräftig schlucken, weil mich das so glücklich macht. Meine Herberge und die Schmetterlinge, meine ständigen Begleiter für die nächsten Tage und die lieben Menschen im Camp lassen mich alle Sorgen, Zwänge und Zeit vergessen. 


Im Four Seasons Tented Camp Golden Triangel from Angie Reisefreunde on Vimeo.

Die Angestellten hier sind so aufmerksam, dass ich fast an Wunder glauben mag. Vielleicht ist es die thailändische Freundlichkeit, ich glaube es ist mehr. Ich höre, dass es in Thailand einen Spruch gibt, der sagt, dass ein Lächeln nur dann wirklich von Herzen kommt, wenn man seinen inneren Tempel gefunden hat. Den haben hier wohl alle gefunden. 


Oder es liegt daran, dass die sie neben dieser wundervollen Natur und der Anlage auf Gäste treffen, die hier unvergesslichen Momente erleben und daher andauernd im Glückszustand sind. Das Haus organisiert spannende und unvergessliche Unternehmungen. Ich habe am ersten Tag eine Wanderung mit der Gärtnerin Mon und ihrer Kollegin Nok durch den Dschungel unternommen, sie haben mir Kräuter und Früchte gezeigt, erklärt wofür sie in Thailand benutzt werden oder wie man sie in der Küche zubereitet. Und beide haben sich köstlich amüsiert, weil ich alles probieren wollte. Vor allem dann, wenn sie mir eine der sauren oder bitteren Früchte gegeben haben und ich mein Gesicht verzogen habe. Das war ein Spaß!

Gäste können aber auch von hier aus einen Ausflug nach Burma, also Myanmar machen oder in die nächstgelegene alte Stadt Chiang Saen fahren und dort die Tempel erkunden. Oder eine Bootstour machen. Museen besichtigen, Kochkurse machen. Ich habe mich für die Elefanten entschieden und werde Elephant Whisperer. Dazu später in einem gesonderten Post mehr hier auf Reisefreunde.


Zurück zum Camp. Nach meinem Elefanten Training lasse ich mich in meine Badewanne mitten im Zelt fallen. Natürlich hatten die Camp Mitarbeiter gut zugehört, als ich erwähnte, dass ich nach einem solchen Training und solch einer Badewanne unbedingt ein Bad nehmen wollte. Und es schon mal vorbereitet, als ich nach dem Dinner in mein Zelt komme. So ein perfekter Service verschlägt mir den Atem. Die Wanne schon halbvoll und vor allem netterweise auch noch Blütenblättern übersäht, als ich das Zelt betrete. Kann das wahr sein? Oder: im Spa sage ich der lieben Mitarbeiterin, dass ich aller Voraussicht nach bei der Behandlung wegdämmern werde, da ich immer noch ein wenig mit dem Jetlag zu kämpfen habe und in der vorherigen Nacht kaum schlafen konnte. Und ich komme abends in mein Zelt und was liegt da? Ohrenstöpsel. So viel Aufmerksamkeit beeindruckt mich schwer. Ich fühle mich sauwohl und bestens aufgehoben. 

Mein letzter Abend ist noch einmal sehr besonders. Das Camp feiert mit seinen Gästen das traditionelle Loy Krathong. Ein Lichterfest, bei dem hübsch geschmückte kleine Schiffchen mit Lichtern auf das Wasser gesetzt werden um dann samt aller Sorgen wegzuschwimmen. Wir treffen uns alle in der Burma Bar. Es gibt kleine Häppchen und Cocktails und ich habe endlich Zeit, mich auch mit dem Manager hier zu unterhalten. Vikas kommt aus Indien, hat in seinem Land schon viele Ecken gesehen und hat in vielen Städten gewohnt. Hier im himmlischen Camp ist er seit September 2011. Er ist wie alle hier ein sehr ausgeglichener Mensch und erzählt mir von der Philosophie des Camps. Jeder tue alles, um den Gästen ein unvergessliches Erlebnis zu bieten. UND wahrlich: als es dunkel wird, bittet Vikas die Gäste, sich zur Fluss-Seite umzudrehen und das Licht wird ausgeschaltet. 
 
Und wir glauben unseren Augen kaum, als dort plötzlich hinter der nächsten Biegung lauter kleine schwimmende Lampen auftauchen und weit hinten ein Feuerwerk startet. Die Paare umarmen sich und drücken sich fest an sich. Ich drücke in Gedanken alle meine Freunde und meine Schwester und wünschte sie wären jetzt alle bei mir, um diese Szenerie mit mir zu erleben. Ganz gemächlich schwimmen die Lampen weiter Fluss abwärts an uns vorbei. Bis auf das Feuerwerk ist es still geworden. Wie wunderbar. Dann gibt es ein Festmahl in Form von Gemüse und Obst für die Elefanten. Und dann setzt der Regen ein. Aber wir warten nicht und mit thailändischem Gesang und Musik, Wunderkerzen und Böllern ziehen wir mit den tanzenden Mitarbeitern, die sich alle extra fein in Schale geschmissen haben Richtung Restaurant. Dann wieder eine Überraschung. Aus dem Nichts starten thailändische Klänge von rechts und wir sehen eine Band in traditionellen Kostümen. Sie spielen und dazu tanzen zwei Feuerschlucker. Der Anblick ist märchenhaft.
  

Im Restaurant geht der Zauber weiter. Ich sitze mit Vikas und einem sehr herzlichen jungen Paar (Karla aus Mexiko und Frederik aus Norwegen) an einem Tisch. Die beiden sind so verliebt in einander und glücklich, sich in dieser Welt gefunden zu haben, dass Vikas und ich gebannt ihrer Geschichte lauschen, die sehr viel mit Reisen und fremden Ländern zu tun hat. Man könnte glatt ein Drehbuch daraus schreiben. Wir stoßen auf Reisen und die Liebe an. Viel mehr braucht man außer Gesundheit ja nicht im Leben. Und wir lassen Lampions in die Luft steigen und Karla und Frederik bestehen darauf, dies mit mir gemeinsam zu tun. Das rührt mich. Es wird ein bezaubernder Abend, mit einem klassisch thailändischen Menü und zu guter Letzt einem Whisky für mich und Vikas, der ebenfalls ein großer Freund von Single Malts ist wie ich. Als ich in meinem Zelt bin, mag ich nicht glauben, dass dies meine letzte Nacht hier ist. Umso schwerer fällt mir der Abschied. Die Mitarbeiterin an der Rezeption fragt mich am nächsten Morgen „Are you sure you want to leave the Camp Miss Angelika?“ Was soll ich dazu sagen!? Nein, ich bin mir eher sicher, dass ich noch viel länger hier bleiben möchte. Aber die Zeit ist gekommen und Vikas begleitet mich runter zum Fluss, denn ich werde das Camp per Boot verlassen. Noch mal die volle Romantikspritze für mich. Ich muss schwer seufzen. Zum Abschied bekommt Vikas eine fette Umarmung und ein wirklich ernst gemeintes „I thank you so much!“. Ich steige in mein Boot, wir winken uns noch lange zu und dann ist das Camp auch schon nicht mehr zu sehen. Wenn das hier der Himmel ist, denke ich, dann haben wir alle nichts zu befürchten.

Mehr Fotos vom Camp gibt es bei facebook und bei Instagram. Bald folgt auch ein Video, aber dafür möchte ich mir Zeit nehmen. Ein Artikel über meinen Tag als Elephant Whisperer folgt ebenfalls noch!

Disclaimer: Auf diese Reise in den Himmel hat mich das Four Seasons eingeladen. dafür möchte ich mir bedanken. Aber auch, wenn ich den Aufenthalt selber bezahlt hätte, wäre meine Meinung über dieses Camp nicht anders ausgefallen.

5 Kommentare:

  1. Liebe Angelika, ganz toll geschrieben!!! Da krieg ich glatt Gänsehaut! :-)

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    1. Herzlichen Dank liebe Ina! Sawadee Ka!
      :) A.

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  2. hach wie schön! freu mich so, dass du da so eine tolle zeit hattest! und die gänsehaut die hatt ich auch!!!

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  3. Liebe Angelika,

    Danke, dass Du uns so mitnimmst auf Deiner Reise...

    Weiterhin nur Schönes

    wünscht Dir Annett, die gerade im Bavarialand ist und hier schneit es...

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  4. Es ist so schön das wir virtuell mit dir mitreisen dürfen. Auch wenn das Fernweh fast nicht auszuhalten ist beim lesen :-)
    Ich freu mich immer über neue Bilder bei Instagram und neue Berichte :-)
    Danke dir!!!

    Liebe Grüße Kiwi

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