Buntes Mississippi

Roadtrip Südstaaten - auf den Spuren der Natchez Indianer

Das schwere Erbe der Südstaaten

Erste Einblicke hinter die schönen Kulissen

Mein Amerikanischer Traum

Roadtrip durch die Südstaaten der USA

Das Essen auf den Philippinen

Eine kulinarische Rundreise mit Reisefreunde

Von Delfing-Babies und Zicklein

Meine Tour ins Paradies nach Pamilacan

Ein perfekter Tag auf Bohol

Meine Lieblingsinsel auf den Philippinen

Warum ich auf Palawan im Knast gelandet bin

Und was PSY damit zu tun hat

Banaue: Der Schatz von Tan An

Reisen macht glücklich

"Don't be instant tourists"

Meine magische Begegnung mit Virginia, einer Reisbäuerin in den Philippinen

Betrübt nach Banaue

Unglück und Glück liegen manchmal nah beieinander

Sagada - wo die Särge hängen

Beste Aussicht für freie Seelen

Vigan, alte Stadt mit jundem Herz

Der Ort, an dem die Menschen mein Herz im Sturm eroberten

Die Philippinen - endlich!!!

Erster Stop: Tanz auf dem Vulkan Pinatubo

Reise durch Jordanien

Am Toten Meer und durch die Ruinen von Petra

Hangzhou - wo ist das denn?

Glücklich im Dauerregen

Shanghai - eine erste Annäherung

Auf der Suche nach dem alten Shanghai

Hallo Peking!

Auftakt zu meiner Reise durch China

Inselhopping auf den Malediven

Und warum in meinem neuen Domizil ein Sofa im Sand steht

Kapstadt: Unterwegs mit der Condor Crew

Ihre besten Tipps für die Metropole Südafrikas

Mein Tag als Flugbegleiterin bei Condor

Nenn mich bloß nicht Saftschubse

Curacao: Ich mach dann mal blau

Auftakt zu einer bunten Reise

Mein Wochenende in Brügge

Eine überraschend schöne und ruhige Stadt

Unendliche Weiten

Mein Bilderbuch Amerika - aus der Windschutzscheibe

Hit the road, Gigi

Zum ersten Mal in meinem USA Road Trip Wohnmobil

Heartland USA: Start ins Abenteuer

Und am liebsten gleich alles nochmal...

Singapur - im Streetfood Himmel

Einen ganzen Tag lang nichts als bestes Essen...

Schatzsuche im Bretonischen Meer

Und man denkt, man ist in einem Film gelandet

Ein Sommer-Wochenende in Glasgow

Das coolste Hotel und die besten Locations in der schottischen Metropole

Lyon im Sommer

Ein echter Vintage-Traum

Ein perfekter Tag in Toronto

Die besten Restaurants und ein luftiges Abenteuer in 24 Stunden

Von dichtenden Hummerfischern, coolen Köchen und Weinen, die Moose Juice heißen

Ein perfekter Tag in der Eisberghauptstadt Twillingate

Gourmet-Segeltrip an der Smaragdküste

Ein Tag wie aus dem Bilderbuch....

Seychellen - Ankunft im Paradies

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt

Auf Safari in Südafrika

Die Big Five in drei Tagen - mit Video

Tipps für Alleinreisende Frauen

Wie man auch allein sicher unterwegs ist...

Rhône-Alpes... im Französischen Schlaraffenland

Auftakt zu einer Reise zu den Sternen

Best of: Meine Mini-Weltreise

Mit Video und kleiner Statistik à la Reisefreunde....

Auf Fototour durch Angkor Wat

Wer lernen will, muss früh aufstehen....

Letzte Etappe Kambodscha

Wiedersehen mit zwei Freundinnen und Schock in Siem Reap....

Saigon: Mein herzensguter Abschied aus Vietnam

Und was ein Polizist und eine alte Frau damit zu tun haben....

Bäuerin für einen Tag

Und warum ich in ein Korianderbeet gesprungen bin...

Die Elefanten-Flüsterin

Unterwegs mit den Dickhäutern im Goldenen Dreieck von Thailand

Gewinne Jenkes Buch!

Reisefreund Jenke hat die halbe Welt gesehen. Auf fast allen Kontinenten ist er schon gewesen, hat Pizza in Neapel gebacken, Stutenmilch in der Mongolischen Steppe geschlürft, hat neben bekifften Bettelmönchen meditiert und sich das Rezept für ein langes Leben in Ecuador verraten lassen. Aus vielen dieser Geschichten ist nun sein erstes Buch "Brot kann schimmeln, was kannst du? Meine wildesten Jobs" im Piper-Verlag erschienen und darauf sind wir mächtig stolz. (Einen großen Teil des Buchs hat er übrigens bei unfassbaren 39 Grad Celsius in Nord-Zypern geschrieben!) Grund genug, hier auf unserem Reiseblog unser erstes Gewinnspiel zu starten. Wir verlosen fünf Bücher, handsigniert - versteht sich von selbst. Die perfekte Urlaubslektüre für euch!


Wenn ihr Lust habt, eines von fünf Büchern mit persönlicher Widmung zu gewinnen, dann könnt ihr ganz einfach mitmachen, in dem ihr

1) Fan unserer Facebook-Seite Reisefreunde werdet (falls ihr es nicht schön längst seid).
Dazu einfach auf http://www.facebook.com/reisefreunde gehen und "Gefällt mir" klicken. Also nicht den Beitrag, sondern die ganze Seite "liken" :-D

2) außerdem bitte folgende Frage beantwortet: in welcher Stadt war Jenke als Essenskurier unterwegs?


3) und uns verratet, für wen die Widmung sein soll

Ist also recht einfach! 

Die Lösung schickt ihr bitte zusammen mit euren vollständigen Namen und eurer Postanschrift ganz einfach per e-Mail an: jenkesbuch (at) googlemail.com


Viel Glück, 


Eure Reisefreunde Angie & Jenke



Einsendeschluss ist der 10. Mai 2012. Bei mehreren richtigen Einsendungen/Antworten entscheidet das LosJeder Teilnehmer muss zum Zeitpunkt der Teilnahme volljährig sein. Minderjährige Teilnehmer müssen laut gesetzlicher Bestimmungen eine Teilnahmeerlaubnis ihres gesetzlichen Vertreters vorweisen. Die Gewinner werden schriftlich per E-Mail benachrichtigt. Eine Barauszahlung der Gewinne ist nicht möglich. Für jeden Teilnehmer (natürliche Person) ist nur ein Gewinn möglich.  Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Im Rahmen der Gewinnverteilung behalten wir uns vor, personenbezogene Daten, wie zum Beispiel Name, Vorname und Adresse der Gewinner anzufordern. Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt der Teilnehmer seine Einwilligung zur Speicherung dieser Daten. Solche personenbezogenen Daten, die im Rahmen der Gewinnermittlung erhoben werden, werden unter keinen Umständen an Dritte weitergegeben oder für Werbezwecke verwendet. Die angeforderten Daten werden nach Verteilung der Gewinne unwiderruflich aus unserer Datenbank gelöscht.



Meine Vorbereitung auf Bangkok: Was tun bei schwüler Hitze?


Um gleich eines vorne weg zu nehmen: Diesen Post schreibt eindeutig Angie. In wenigen Tagen habe ich Locken. Jenke hat die ja eh. Ja, ich weiß. Manche Menschen hätten gern Locken. Ich mag meine aber nicht. Sie melden sich immer, wenn die Luftfeuchtigkeit über 65 Prozent ansteigt. Ich habe alles versucht: teure Glättungscremes, Lotionen, Sprays. Vergangenes Jahr habe ich in Singapur eine Stunde lang im eh schon heißen Hotel-Badezimmer gestanden und versucht mit meinem Glätteisen Wunder zu vollbringen. War nix. Meine Haare sind original fünf Minuten glatt geblieben, dann kamen die Locken.

Die Wetteraussichten für unsere kommende Bangkok-Reise sind also lockig – bei bis zu 84% Luftfeuchtigkeit.  Naja. Und dann die Hitze. 37 Grad sollen es werden. Ich weiß jetzt schon, dass mir das nicht so gut bekommen wird. Jenke allerdings kommt da erst auf Betriebstemperatur. Der Angeber. Für alle anderen und mich habe ich deshalb mal die wichtigsten Tipps zusammenrecherchiert. Was tun bei großer Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit?

# Die wohl goldene Grundregel lautet: Viel trinken. Viel heißt ab 30 Grad Celsius allerdings nicht 2 Liter. Viel heißt in diesem Fall auch gern mal 3 Liter. Oder auch vier.  Gern darf es dann auch mal etwas warmes sein. Kein Scherz.

# Da der Körper bei starker Schweißproduktion auch Mineralstoffe braucht, sind dabei isotonische Getränke in Maßen geradezu perfekt geeignet ,um den eigenen Haushalt wieder auf Trapp zu bringen. Eine leichte Gemüsesuppe ist aber auch perfekt. 

# Wer in tropischen Gefilden unterwegs ist, hat endlich genug Gründe, superleichte und bequeme Flatterkleidung zu tragen. Am besten aus Baumwolle. Eng anliegende Kleidung bleibt am besten zu Hause.

# Ganz wichtig: die Mittagshitze sollte man wirklich meiden. Siesta heißt das Zauberwort. Freue ich mich persönlich jetzt schön drauf. Ich denke da an drei bis vier Liter Thai-Eistee im Schatten. Und diverse Zeitschriften. Herrlich!

# Wer von selber noch nicht drauf kommt: morgens und abends duschen. Aber auf keinen Fall kalt duschen! Sondern lauwarm. Sonst bringt ihr eure Poren noch mehr in Schwitzstimmung.

# So oft es geht, zwischendurch die Arme mit kühlem Wasser benetzen.

# Nur bei Hitze, weniger geeignet bei starker Luftfeuchtigkeit: luftdurchlässige Hüte tragen.

# Und jetzt für uns Damen: keine schweren Cremes auftragen, kein stark deckendes Make-up benutzen, leichtes Körperpuder benutzen

Ach ja, ich werde noch einen kleinen Fächer mit nach Bangkok nehmen. Irgendwie freue ich ich jetzt doch auf meine Locken!

Und jetzt ihr: Was hilft euch bei großer Hitze?

Kurztrip ins wundervolle Florida


Manchmal kommt es anders als man denkt. Besser? Ich hatte mir viel vorgenommen und mal wieder hat Mutter Zufall es anders gewollt, aber ganz von vorn.  Am Mittwoch Nachmittag in Frankfurt -   die Vorfreude steigt. Die nette Lufthansa Mitarbeiterin drückt mir die Bordkarte nach Florida in die Hand. Juhu! Standby Flug? Checked! Ich sitze bequem und döse  – die 10 Stunden vergehen sprichwörtlich im Flug. Abends 18 Uhr - Touchdown in Orlando. Und wie immer warte ich lange, bis ich endlich dem netten Herren von der Einreisebehörde den Grund für meine Reise nennen darf: „I am looking for Sunshine“. Ich hole meinen wie immer zu schweren Koffer und schleppe ihn zum Mietwagen, den ich passenderweise bei einer Verlosung der Autovermietung Hertz gewonnen habe. 


Der freundliche Schalter Mitarbeiter bekommt große Augen, als er bemerkt „Wow, they made a cool reservation for you. You have an Infiniti“. Sagt mir erst mal gar nichts, aber als ich mein Gefährt sehe, ist klar: Das ist wirklich fetter Wagen! So tippe ich mein Ziel Tarpon Springs ins Navi ein und los geht’s.  Die Straßen sind abends so leer, dass ich mich zusammenreißen muss, nicht ordentlich auf’s Gaspedal zu drücken – ich bin halt ein deutsches Mädchen und ich würde den Wagen zumindest gern mal testen - aber ich verkneif es mir!

Abends um zehn erreiche ich Tarpon Springs, hinter Tampa. Westküste Floridas. Mittlerweile fallen mir fast die Augen zu. Aber sie werden wieder größer, als ich die vielen schönen Häuser sehe, an denen ich vorbeirolle. Süß! Ist mein erster Eindruck. Und so grün hier. Unglaublich.

„You have reached your final destination“ höre ich endlich aus dem Navi. Und so stehe ich vor meinem Ziel: dem wunderschönen Haus von John und Linda. Meine Airbnb-Bleibe, die ich für meinen Aufenthalt gebucht habe. Ich werde herzlich von beiden empfangen. John und Linda sind genau die Nachbarn, die man sich wünscht. Offen, freundlich, lustig. Sie zeigen mir die Wohnung, die einen eigenen Eingang hat, über zwei Schlafzimmer, ein Bad, ein Wohnzimmer, einer vollausgestatteten Küche samt Riesenkühlschrank und einer traumhaft schönen Terrasse verfügt. Alles hübsch eingerichtet. Besser geht’s nicht und eigentlich zu groß für mich. Aber für 60 Euro die Nacht (inklusive Frühstück im Kühlschrank) einfach perfekt. Ich schalte die Klimaanlage aus (typisch deutsch), den Ventilator an und haue mich ins Bett.

Sonnenschein und Vogelgezwitscher weckt mich um 7 Uhr. Jetlag. Ich setzte mich raus auf die Terrasse und kann mich am Anblick der grünen alten Bäume und Palmen kaum satt sehen. Und ich habe Hunger!  So mache ich mich auf nach New Port Richey, wo mein Bruder im Herzen Hans wohnt.  Dort werde ich erstmal  von seinen Hunden begrüßt. Wir gehen zuerst eine Runde spazieren und ich fühle mich inmitten einer Desperate Housewives Folge, die Straßen sehen aus wie die Wisteria Lane. Danach bestellen wir uns amerikanisches Frühstück in einem nahen, alten Café mit French Toast und Spiegeleiern Over easy.

Es folgt Shopping: wir schlendern durch ein paar Geschäfte in der Nähe. Ich bin immer wieder auf’s Neue von amerikanischen Supermärkten beeindruckt und  auch geschockt. Oft komme ich mir in ihnen vor wie ein kleines Mädchen aus einem unterentwickelten Land. Auf der anderen Seite bin ich froh, nicht so eine dem Konsum erlegene Heimat zu haben. Wie dem auch sei: es ist faszinierend zu sehen, was es dort alles gibt. Und wie dort Geld gemacht wird.

Abends fahren Hans und ich nach Port Richey. Während die Sonne in allen satten Rottönen untergeht, und die Schiffe malerisch in den Sonnenuntergang schippern, Vögel kreischend vorbeiziehen, werden im Seafood Inn Fisch und frische Meeresfrüchte ausgepackt. Zweimal in der Woche kommt hier ein Fischer mit frischem Fang vorbei. Und man kann sich direkt vom Kutter die Ware aussuchen und zubereiten lassen. Ein Himmel für Feinschmecker! Der Andrang ist groß. Um die Wartezeit zu überbrücken und den ersten Hunger zu stillen, wählen wir deshalb etwas anderes von der normalen Karte: Chicken Wings in Knoblauch Parmesan Marinade. Köstlich. Danach kommen die frische Austern, die hier lächerlich wenig kosten, gegrillte Jakobsmuscheln und ein Hummerschwanz auf den Tisch. Dazu spielen drinnen zwei Cowboybehütete Jungs Western Music. Ein amerikanischer Traum.

Der nächste Tag wird ereignisreich für mich. Hans hat zu tun (er vermittelt deutschen Kaufwilligen schöne und günstige Häuser in Florida) und ich beschließe, Tarpon Springs zu erkunden. Ich schlendere nach downtown, das kaum drei Minuten zu Fuß von meiner Unterkunft entfernt liegt. Gleich am Anfang der Einkaufsstraße sehe ich ein großes Denkmal, ein Mosaik-Kunstwerk aus gemalten Steinen und  Spiegeln. Darauf dankt die Stadt einer „Mother Meres,“ die anscheinend einen grünen Daumen hatte dazu noch und ein Herz aus Gold. Eine Frau ist groß abgebildet, sie sieht exotisch aus. Vielleicht aus Indien, vielleicht aus Südamerika. Später soll ich ihren Ur-Ur-Enkel treffen, der mich aufklärt. Zunächst aber treffe ich auf zwei ältere Damen, die vor dem Kunstwerk stehen und mir verraten, dass es eine Künstlergruppe vor Jahren zu Ehren der ersten Einwohnerin des Ortes geschaffen hat. Diese Mother Meres hieß eigentlich Amelia Petzold und kam aus Leipzig. 

Sie hatte ein Faible für schöne Gärten und pflanzte einige exotische Palmen, Blumen und Obstbäume an. Alles Sorten, die es damals in Florida noch nicht gab. So prägte sie nahhaltig das tropische Aussehen der gesamten Region bis heute. Nach ihrer Vorliebe sind auch heute noch die lecker klingenden Straßennamen von Tarpon Springs benannt. Ich wohne in der Lemonstreet, die parallel zur Limestreet verläuft. Beide stoßen an die Orangestreet und hinterm Haus findet man die Kiwi und die Bananastreet. All das erzählen mir die beiden bezaubernden Damen – und natürlich auch, wie schön sie Deutschland finden. Beide waren schon mal da. Die beiden müssen dann zu ihrer Yogastunde und ich bummel weiter. Gleich um die Ecke verschwinde ich in den Untiefen eines hübschen Antiquitätenladens, der mich in den Bann zieht. Allerlei Firlefanz wird hier verkauft. Ich ergattere eine alte Milchflasche. Viel schöner ist aber der Umstand, dass bevor ich zahlen will, ein älterer Mann den Laden betritt und der Verkäuferin ein paar Dinge anbietet - kostenlos. Unter anderem ein altes Jahrbuch der ortsansässigen Schule, woraufhin die Verkäuferin so gerührt ist, dass sie in Tränen ausbricht. Sie hätte nicht gewusst, dass die Schule schon so alt sei. Daraufhin erklärt der Mann, dass das alles aus dem Erbe seine Oma stamme, die die Tochter von Mother Meres gewesen ist. Ich werde hellhörig und mische mich ein. Er erzählt mir, dass die Frau, die auf dem großen Gemälde abgebildet ist, nicht etwa seine Urgroßmutter ist, sondern eine andere Frau. Die Künstler hätten ein falsches Bild von der echten Mother Meres gehabt – und somit eine Fremde verewigt. Die Geschichte trockneten dann auch die Tränen der Antiquitäten-Verkäuferin. Und so plaudern wir noch entspannt eine Weile miteinander.

Ein paar Schritte weiter frühstücke ich (spät) bei Toula’s Trailside Café. Hier gibt es alles, was man sich unter einem echten amerikanischen Frühstück vorstellt. Pancakes in allen Variationen, Rühreier, Breakfast Sandwiches, Früchte und French Toast. Ich habe meinem inneren „Engelchen & Teufelchen“ den Gefallen getan, einen Obstsalat und ein richtig fieses Peanutbutter-Banana-French Toast zu bestellen. Und nur ein lächerliches Viertel geschafft. Die Portionen sind so unglaublich und unschaffbar groß. Der Kaffee ist übrigens ebenso typisch amerikanisch eher schlecht. Einen viel besseren Kaffee gibt es um die Ecke, wieder auf der Hauptstraße bei Underground Coffee House oder bei Eco Bean Coffee Shop.

Zwei Läden weiter geht mein Herz auf. Nicht nur, weil es hier bei Mad Hatter außergewöhnliche Dinge gibt, die ich eigentlich allesamt gern kaufen und mitnehmen würde, ich entscheide mich aber für ein schönes Kleid, ein paar Ohrringe und ein paar Päckchen Knabberinsekten. Ich komme nach einiger Zeit ins Gespräch mit der Besitzerin Corinne. Ihre Eltern stammen aus Deutschland und schnell quatschen wir uns fest und sind uns sehr sympathisch. Ihre Tochter möchte im Sommer gern ein Praktikum in Berlin in Textildesign machen. Wer also jemanden kennt, der so einen Job anbietet, der soll sich bitte bei mir melden! Wir sollen uns noch einmal privat wieder sehen – und spätestens dann glauben, dass wir uns schon lange kennen.

Den Nachmittag verbringe ich auf meiner eigenen großen Terrasse, geniesse die Sonne, blättere ich Zeitschriften und trinke literweise Eistee. Abends finde ich über Foodspotting (kennt ihr nicht? Eine super App!) ein grandioses asiatisches Restaurant und lade Hans dorthin ein. Es heißt Zen Forrest, ist nicht weit entfernt und ist mit Sicherheit eines der besten Restaurants der Gegend. Es gibt asiatisches Allerlei. Wir bestellen Dumplins, kurz gebratenen Tunfisch, gebratenen Fisch  und wir mampfen glücklich vor uns hin. Sogar eigene Drinks haben die Foodies hier kreiert. Unter anderem einen Cransaketini aus Cranberries, Sake und Martini. Lecker. Wenn ich nicht noch fahren müsste...... wenig später falle ich kaputt ins Bett.

Tag drei in Florida beginnt wieder mit viel Sonnenschein und einer Zwangsjoggingrunde durch Tarpon Springs. Bei so viel gutem und reichhaltigen Essen muss da einfach sein. Die Gegend eignet sich hervorragend zum laufen, ich schaffe es einmal um den See im Städtchen herum. Dafür habe ich mir auch wieder ein gutes Frühstück verdient. Ich gehe zu Danny K’s Café um die Ecke. Ich bestelle Eggs Benedikt. Neben mir sitzt ein dünner Mann, der sehr freundlich aussieht. Er fragt mich etwas. Aber ich verstehe ihn nicht, sein Akzent ist mir fremd. Ich muss zweimal nachfragen, bis ich kapiere, dass er mich um einen Job bittet. Er sei Schwammtaucher in Tarpon Springs gewesen (das mal genau dafür bekannt war) und nun muss er sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten. Als ich ihn frage, wie viel Geld er gerade dabei hat, blickt er zu Boden und flüstert „40 cents“. Ich will ihn zum Frühstück einladen, aber er lehnt ab. Mehrfach muss ich insistieren, bis er endlich zusagt. Er bestellt sich die günstigste Frühstücksvariante auf der ganzen Karte. Ich bestelle noch ein paar Eier hinterher. Er heißt John und kommt aus Kentucky. Es gesellen sich zwei weitere Männer aus dem Ort dazu. Schnell kommen wir alle ins Gespräch und reden über die derzeitige wirtschaftliche Lage. Viele einfache Arbeiter haben ihre Jobs verloren und mähen nun bei reicheren Landsleuten den Rasen oder waschen Autos. Mir schnürt sich die Kehle zu. Davon sieht man hier fast nichts. Überall fahren dicke Autos, auf den Gewässern sieht man schicke Boote. Häuser werden gebaut. Das erzählt auch einer der Männer in der Runde. Er ist als Aushilfsarbeiter bei einem Hausbau angeheuert worden. Ich frage ihn, ob er um einen Job auch für John bitten kann. Er verspricht es. Ich drücke John in einem unbeobachteten Moment noch ein bisschen Geld in die Hand und wünsche ihm alles gut. Hoffentlich schafft er es. Auf Reisen Geld zu geben finde ich schwierig. Oft lauert eine Masche dahinter und Kinder oder Frauen werden vorgeschickt. Wir kennen alle das gemeine Spiel mit unserem schlechten Gewissen. Hier ist es anders. Ich sehe, wie schlecht es John geht. Ich kann direkt helfen und weiß, dass ihm das bisschen Geld ein paar Tage über die Runden helfen wird. Ich hoffe es zumindest.

Mit einem flauen Gefühl im Magen fahre ich wieder zu Hans und wir düsen gemeinsam nach St. Petersburg Beach, einer Landzunge bei Tampa um uns den sagenumwobenen Sonnenuntergang anzuschauen. Auch hier sprechen wir noch lange über meine Erlebnisse vom Mittag. Es ist nicht alles Gold, was hier glänzt. Der Sonnenuntergang versöhnt meine Stimmung ein wenig. In starken Rottönen versinkt die Sonne im Meer. Und wir machen Fotos wie blöde. Um die Ecke essen wir abends eine nicht weiter erwähnenswerte Pampe. Die Touristenquote ist hier in St. Pete, wie der Ort genannt wird, offensichtlich zu hoch für gute Qualität. Schade.

Am nächsten Morgen erkunde ich die Sponge Docks von Tarpon Springs. Also den Schwammhafen, an dem früher die Schiffe mit den Schwammtauchern und ihren Fängen angelegt haben. Mittlerweile ist daraus eine Art griechisches Disneyworld geworden. Denn Tarpon Springs ist fest in griechischer Hand. Überall gibt es Gyros Pita und auffällig viele Schilder mit der Anpreisung, es gäbe Abend Bauchtanz. Seit wann ist das Griechisch? Wie dem auch sei. Ich kauf einem wirklich talentierten Maler ein hübsches Bild ab und erkunde einen kleinen Gewürzladen. Natürlich ist auch diese Besitzerin deutschen Ursprung und ein „Big Fan oft he Black Forrest“. Ich gebe ihr ein paar Tipps, wie sie günstig nach Deutschland und umherkommt. Lustig.

Nachmittags fahren wir wieder ans Meer. Gleich bei mir um die Ecke nach Howards Park. Kein Vergleich leider zum ruhigen Strandabschnitt in St. Pete. Es wimmelt von Menschen – und von Strandflöhen. Wir haben trotzdem unseren Spaß, da Hans’ Schwester Tina  und seine gesamte Verwandtschaft ist da. Abends dann ist Hans’ Burger Time! Er hat da ein Rezept, das einfach unfassbar ist. Die Burger gab es schon zum Ess-Experiment von Jenke. Fies, aber gut. Die Burger sind der Knaller und die beste Schlaftablette, die es gibt. Kaum liege ich in meinem Bett fallen mir die Augen zu.

Auch deshalb wollen wir am darauffolgenden Tag ein bisschen sportlich sein und fahren nach Weeki Wachee in den Norden. Dort gibt es neben einer skurrilen Nixenshow, die seit den 50er Jahren läuft, ein wunderschönes Stück Natur. Den Weeki Wachee River, der dort entspringt. Hans hat ein Kajak und wir machen uns auf den Weg. Ich traue meinen Augen kaum. So klares Wasser kenne ich nicht mal von Sansibar! Die Hauptattraktion des Flusses sind aber die gemütlichen Seekühe, die hier zu bestimmten Zeiten leben und gemächlich ihre Runden ziehen. Aber nicht immer sieht man sie.

Wir sind gerade ein paar Minuten auf dem Wasser, da kommen uns enttäuschte Gesichter entgegen. Heute wären keine Seekühe zu sehen. Wir paddeln dennoch weiter. Und siehe da – gleich um die Ecke sehen wir doch die erste Seekuh. Juhu! Ob Männlein oder Weiblein können wir nicht erkennen. Hans fordert mich auf. „Los, rein ins Wasser.“ Also gleite ich vorsichtig rein. Ich will die Seekuh nicht erschrecken. Man soll ganz behutsam sein, sie nur  nur ganz vorsichtig mit einer Hand am Rücken anfassen. Sie sind ganz friedlich, man soll nicht versuchen, sie festzuhalten, das sollte klar sein. Vorsichtig strecke ich meinen Arm aus. Und bin überrascht. Die Haut fühlt sich ganz anders an, als ich dachte. Nämlich sehr sehr rau. Nicht weich oder glitschig. Einfach nur sehr rau. Ich freue mich wie ein Kind. Macht das einen Spaß. Die Seekuh ist wahnsinnig schnell und ich schaffe es nicht, gegen die Strömung flussaufwärts hinterherzukommen. Also klettere ich wieder ins Boot und wir folgen. Da Seekühe auf Englisch Manatees heißen, nennen wir unseren neuen Freund Manfred. Wir paddeln noch eine Weile hinter ihm her, als plötzlich sogar noch zwei weitere Seekühe hinzuschwimmen und mit Manfred genüsslich den Boden nach Essbarem abgrasen. Wir wollen die Tier in Ruhe lassen und paddeln weiter Richtung Quelle. Das Wasser wird immer klarer. Wir legen noch mal eine Schwimm – und eine Picknikrunde ein und sind dann nach vier Stunden so platt, dass wir umdrehen. Zweimal sehen wir noch, wie große Wasserschildkröten ein entspanntes Sonnenbad nehmen und uns ganz nah heranlassen. Wunderschön. Wir rudern mit der Flussströmung zurück und werden ordentlich von Mücken zerstochen, weil mittlerweile unser Schutz beim Baden flöten gegangen war. Aua. Abends kocht mir Hans noch ein Essen. Dann düse ich nach Hause. 

Eigentlich hätte ich noch längere Zeit in Florida verbringen wollen, aber ein Anruf bei der Reisestelle macht mir einen Strich durch die Rechnung. Der Flug, den ich für meine Rückreise geplant habe, ist so voll, dass es aussichtslos ist, mitzukommen. Auch die Tage danach sind so gut gebucht, dass ich stehen bleiben würde. Also buche ich spontan um und verabschiede mich schweren Herzens von Hans. Ich treffe allerdings noch Corinne von Mad Hatter zum Lunch wieder. Wir haben uns viel zu erzählen, irgendwie stimmt die Chemie zwischen uns. Zum Kaffee lädt sie mich noch in ihr zauberhaftes spanisches Haus ein. Das schönste, dass ich je gesehen habe. Ein Traum. Ich treffe ihren netten Mann und ihre liebe Mutter, die einst vor etlichen Jahren aus Eberswalde nach Amerika geflohen ist. Wir Weiber verstehen uns gut – und viel zu schnell vergeht die knappe Zeit. Ich muss in den Wagen steigen und mich beeilen, damit ich den letzten Flieger mit Restplätzen noch bekomme. Aber wir bleiben in Kontakt, das steht fest. Mein Resümee: Florida habe ich unterschätzt. Ein wundervolles, grünes Land, das unglaublich vielseitig ist und eine Menge zu bieten hat. Die Menschen sind hier entspannter als in New York. Sehr freundlich und offen. Soviel habe ich nicht geschafft und gesehen. Also komme ich wieder. Hoffentlich bald.

Alle Fotos von meiner Reise nach Florida findet ihr auf der Reisefreunde-Facebook Seite. Wem's gefällt : bitte liken.

Ich habe auch schon einen kleinen Trailer zur Reise fertig, der "größere" Film folgt noch. Einen Vorgeschmack gibt es hier!

Wollt ihr auch nach Florida? Dann informiert euch bei VisitFlorida! 
Ach ja - und hier nun der Film zur Reise:



Florida, ich komme!!!


Meine Vorfreude wächst. Bald geht es nach Florida! Eine Woche werde ich im Sunshine State von Amerika verbringen – aller Voraussicht nach wird mich das Wetter auch nicht enttäuschen. Ich bin zum ersten Mal in Florida. Bisher hatten sich meine USA Aufenthalte auf New York beschränkt – das allerdings bereits etwa zwanzig Mal. Nun sind meine New Yorker-Freunde in die Sonne gezogen. Und ich besuche sie – und ihr mit mir, wenn ihr wollt. Hier oder auf Facebook oder Twitter.

Zunächst fliege ich von Frankfurt nach Orlando. Ich lege allerdings keinen Stopp in Disneyworld ein, denn mit 13 Jahren habe ich den Mickey Mouse Club verlassen. Ich bevorzuge Calvin & Hobbes.  Aber darum geht es ja gar nicht. In Orlando steige ich nach Ankunft in meinen schicken Mietwagen, den ich in einem spontanen Anfall von Glück während der ITB "Blogger Bar" von Visit Florida für eine ganze Woche gewonnen habe! Irre! Das passt also wie die Faust auf’s Auge. Von Orlando cruise ich mit meinem Rental Car nach Westen Richtung Tampa, das sind etwa zwei Stunden.

Dort check ich in einem Airbnb Apartment ein – um genau zu sein in Tarpon Springs, einem kleinen Vorort von Tampa an der Westküste Floridas. Denn die lieben Freunde, die ich besuche, haben schon die Hütte voll! Meine Airbnb Gastgeber John & Linda haben in ihrem alten historischen Haus eine kleine aber süße Wohnung eingerichtet, perfekt für mich. Die Lage ist ideal, nur etwa zehn Minuten mit meinem schicken Mietwagen von meinen Freunden entfernt, die in New Port Richey wohnen. Zudem liegt das Apartment ruhig und beschaulich! Und morgens soll es laut bisheriger Kommentare zu der Wohnung angeblich köstliche Bagels und frischen Kaffee geben ... na, ich bin gespannt.
  
Auf meiner "Florida here I come" Liste steht unter anderem eine Stippvisite nach Naples. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, wenn ich nicht via Twitter Karen kennengelernt hätte. Also fahre ich einfach mal auf einen Shrimpsteller zu ihr zum Lunch rüber, die Fahrt dort hin dauert angeblich ebenfalls nur zwei Stunden. Karen arbeitet für einen kleinen Fischladen, der mittags köstliche Sandwiches serviert. Wenn ich also schon mal da bin....

Nicht ganz soweit weg, sondern in Tampa Bay, also der Bucht vor der Stadt werde ich eine ganz besondere Tour antreten, auf die mich Visit Florida eingeladen haben. Es geht mit Gus zum Krabbenfischen. Der alte Gus scheint ein Vollprofi zu sein, denn er schippert schon seit Jahren raus auf's Wasser. Ich werde bei ihm für ein paar Stunden anheuern und hoffentlich Körbe voller leckerer großer Krebse zurückbringen. Zusammen mit den anderen Gästen werden die kleinen possierlichen Tierchen dann auch gleich auf seiner Veranda zubereitet und verspeist. Was kann es schöneres geben? Herrlich!

Tja und wo wir schon mal bei meiner großen Leidenschaft sind... Da ich mir nicht sicher war, wie sehr man den recht lokalen Tipps im Netz trauen kann, habe ich mich an eine Expertin gewendet. Die Gastrokritikerin Janet Keeler von der Tampa Bay Times. Sie schrieb nach circa 2 Minuten auf meine E-Mail Anfrage zurück – und das auch noch auf Deutsch! Unfassbar. Auf jeden Fall hat sie mir eine schier unendliche Liste mit ihren Lieblingsrestaurants geschickt, tolle Sache! Ich werde also einige ausprobieren.

Und sonst so? Liebend gern würde ich mal ein Baseball Game besuchen, obwohl ich überhaupt keine Ahnung von dem Spiel habe. Aber ich stelle mir das trotzdem toll vor. Bierchen in der einen Hand, Hot Dog in der anderen – und dann einfach mal los grölen. Dann werden wir sicherlich einen kleinen Ausflug mit dem Kleinflugzeug meiner Freunde machen – vielleicht ja auf die Bahamas? Wer weiß! Und wir werden uns auf die Suche nach Seekühen machen und versuchen, mit ihnen zu schwimmen. In Tampa werde mir in Ybor City anschauen wie Zigarren hergestellt werden und durch die nette Altstadt schlendern. Im Columbia Restaurant, dem ältesten Spanischen Restaurant der USA, soll es für mich ein Cuban Sandwich sein. Und dann fand ich noch zwei Dinge verlockend: zum einen das Sunset Cinema at Pier 60, einem Open Air Kino, das immer am Wochenende Filme zeigt. Und jetzt der Knaller: Van Halen kommt nach Tampa. Zum Reunion Konzert. Ich flippe aus! Die 80er live und in Farbe auf der Bühne. Und am Mike? David Lee Roth!!! Kinder, den kennt ihr wahrscheinlich nicht mehr – aber ich muss da hin! Floria, ich freu mich auf dich!