Sweet home Alabama?

Abseits von Bluebell - kein Hart of Dixie

Buntes Mississippi

Roadtrip Südstaaten - auf den Spuren der Natchez Indianer

Das schwere Erbe der Südstaaten

Erste Einblicke hinter die schönen Kulissen

Mein Amerikanischer Traum

Roadtrip durch die Südstaaten der USA

Das Essen auf den Philippinen

Eine kulinarische Rundreise mit Reisefreunde

Von Delfing-Babies und Zicklein

Meine Tour ins Paradies nach Pamilacan

Ein perfekter Tag auf Bohol

Meine Lieblingsinsel auf den Philippinen

Warum ich auf Palawan im Knast gelandet bin

Und was PSY damit zu tun hat

Banaue: Der Schatz von Tan An

Reisen macht glücklich

"Don't be instant tourists"

Meine magische Begegnung mit Virginia, einer Reisbäuerin in den Philippinen

Betrübt nach Banaue

Unglück und Glück liegen manchmal nah beieinander

Sagada - wo die Särge hängen

Beste Aussicht für freie Seelen

Vigan, alte Stadt mit jundem Herz

Der Ort, an dem die Menschen mein Herz im Sturm eroberten

Die Philippinen - endlich!!!

Erster Stop: Tanz auf dem Vulkan Pinatubo

Reise durch Jordanien

Am Toten Meer und durch die Ruinen von Petra

Hangzhou - wo ist das denn?

Glücklich im Dauerregen

Shanghai - eine erste Annäherung

Auf der Suche nach dem alten Shanghai

Hallo Peking!

Auftakt zu meiner Reise durch China

Inselhopping auf den Malediven

Und warum in meinem neuen Domizil ein Sofa im Sand steht

Kapstadt: Unterwegs mit der Condor Crew

Ihre besten Tipps für die Metropole Südafrikas

Mein Tag als Flugbegleiterin bei Condor

Nenn mich bloß nicht Saftschubse

Curacao: Ich mach dann mal blau

Auftakt zu einer bunten Reise

Mein Wochenende in Brügge

Eine überraschend schöne und ruhige Stadt

Unendliche Weiten

Mein Bilderbuch Amerika - aus der Windschutzscheibe

Hit the road, Gigi

Zum ersten Mal in meinem USA Road Trip Wohnmobil

Heartland USA: Start ins Abenteuer

Und am liebsten gleich alles nochmal...

Singapur - im Streetfood Himmel

Einen ganzen Tag lang nichts als bestes Essen...

Schatzsuche im Bretonischen Meer

Und man denkt, man ist in einem Film gelandet

Ein Sommer-Wochenende in Glasgow

Das coolste Hotel und die besten Locations in der schottischen Metropole

Lyon im Sommer

Ein echter Vintage-Traum

Ein perfekter Tag in Toronto

Die besten Restaurants und ein luftiges Abenteuer in 24 Stunden

Von dichtenden Hummerfischern, coolen Köchen und Weinen, die Moose Juice heißen

Ein perfekter Tag in der Eisberghauptstadt Twillingate

Gourmet-Segeltrip an der Smaragdküste

Ein Tag wie aus dem Bilderbuch....

Seychellen - Ankunft im Paradies

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt

Auf Safari in Südafrika

Die Big Five in drei Tagen - mit Video

Tipps für Alleinreisende Frauen

Wie man auch allein sicher unterwegs ist...

Rhône-Alpes... im Französischen Schlaraffenland

Auftakt zu einer Reise zu den Sternen

Best of: Meine Mini-Weltreise

Mit Video und kleiner Statistik à la Reisefreunde....

Auf Fototour durch Angkor Wat

Wer lernen will, muss früh aufstehen....

Letzte Etappe Kambodscha

Wiedersehen mit zwei Freundinnen und Schock in Siem Reap....

Saigon: Mein herzensguter Abschied aus Vietnam

Und was ein Polizist und eine alte Frau damit zu tun haben....

Bäuerin für einen Tag

Und warum ich in ein Korianderbeet gesprungen bin...

Die Elefanten-Flüsterin

Unterwegs mit den Dickhäutern im Goldenen Dreieck von Thailand

Reisefreunde Hotelkritik: So anders – so neu - So Bangkok

Das ist mal ein Empfang. Vor uns steht lächelnd eine asiatische Schönheit. In ihren Händen hält sie ein Tablett mit Gläsern. Wir wollen schon nippen, da bittet sie uns noch etwas zu warten. Wie ein Alchimist kippt sie nämlich noch weitere Flüssigkeiten aus einem Reagenzglas hinzu, und schon verfärbt sich der Inhalt in unserem Glas lila. Schön. Und lecker noch dazu. Willkommen im So Bangkok.
 Wenige Minuten vorher hatten wir unser erstes Aha Erlebnis im Hotel. Wir waren mit dem Taxi angekommen und dachten, hier unten in der Empfangslobby würden wir, wie sonst in jedem anderen Hotel der Welt, einchecken können. Nicht im So Bangkok, weil es so anders ist. Und so witzig. Hier checkt man eben im 7. Stock ein.

Bei einem Willkommensdrink. Und mit der wohl spektakulärsten Aussicht in Bangkok überhaupt. Der Blick durch die bodenhohen Fenster der beeindruckend schönen Mixo Lounge mit Bar geht raus auf die grüne Lunge Bangkoks, dem Lumpini Park. Dahinter ragt die futuristisch die Skyline der Metropole in den blauen Himmel. Mich erinnert die grandiose Aussicht sofort an den Central Park in New York.


Wir checken ein. Auf einem großen Sofa sitzend, unseren köstlichen Drink schlürfend. Denn der Check In kommt zum Gast, so einfach ist das und so anders, So Bangkok. So cool. Eigentlich können wir uns kaum loseisen von der Aussicht, aber wir gehen ins Zimmer. Das Hotel hat sich von 5 Elemente inspirieren lassen und dabei wirklich nicht lange suchen müssen, denn alles, was das Haus ausmacht, findet sich direkt davor: das Holz, Wasser, die Erde des Lumpini Parks, das Metall der dahinter liegenden Skyline und das Feuer Bangkoks, die Hitze der Stadt aber auch die Schärfe des Essens. Die Elemente finden sich in den thematisch dazu passend eingerichteten Zimmern und in den anderen Einrichtungen des So Bangkoks wieder. Schlau. Anders. I like.




Wir sind in einem Zimmer mit dem Element Holz untergekommen und es passt. Ich fühle mich sofort wohl - obwohl das Zimmer mit den Atem verschlägt. Die Aussicht: wieder eine komplette Glasfront mit Blick auf Park und Skyline, die mich schwindelig werden lässt vor Glück. Ein Mac System steuert alle nötigen Informations-und Unterhaltungsprogramme in jedem Zimmer.  Ich weiß zwar nicht, wer bei diesem Anblick überhaupt noch in den Flatscreen schauen will, aber schön zu wissen, dass man es könnte. 

Das Bad mit riesengroßer Wanne und separater Duschkabine ist ein Traum. Jeder Gast erhält ein kleines Täschchen „so her“ oder „so him“  mit allen Annehmlichkeiten für die Körperpflege. Ladies, vom Gesichtspeeling und Gesichtwässerchen bis hin zum kühlenden Fußgels... es ist alles dabei. Das habe ich bisher in keinem Hotel der Welt gesehen. Hammer.  Einziger Wermutstropfchen: wie oft (ich frage mich warum) ist die einzige Steckdose im Bad links neben dem Spiegel angebracht und die Schnur vom Fön so kurz, dass man sich nur schwer direkt vor dem Spiegel die Haare trocknen kann. Da das ein wiederkehrendes Phänomen in Hotels ist, habe ich vorgesorgt und meinen eigenen Fön mit langer Schnur dabei. Wie dem auch sei, alles in allem sind wir sprachlos und wissen schon jetzt, dass wir die Gardinen nachts nicht zuziehen werden. Jede Minute des kostbaren Anblicks muss ausgenutzt werden!

Aus Neugierde auf die anderen Zimmer lasse ich mir das ganze Haus zeigen. Einige Bereiche sind noch nicht fertig, denn das Haus hat erst vor wenigen Monaten eröffnet. Aber ich sehe fast alles und staue, staune und staune. In einer Wasser-Element-Suite bin ich fast der Ohnmacht nah. Hier steht eine große runde Badewanne direkt an der Glasfront zum Park. Ein Traum! Selbst die Suiten der kühleren Elemente sind so geschickt designt und eingerichtet, dass man kein „kaltes“ Gefühl, sondern eher ein Empfinden von Klarheit und Ruhe in den Räumen hat. Wir ziehen weiter Richtung Spa: Hauptattraktion ist große Infinitypool ,der sich ebenfalls Richtung Park erstreckt. Umwerfend. Mittendrin ein malerischer Baum, der die Atmosphäre fast schon natürlich wirken lässt. Skurril. So anders.

Ich werde weiter durch das Haus geführt. Der Guest Relations Manager ist brüllkomisch. Er ist so begeistert von dem Haus und seiner Arbeit. Ansteckend. Er zeigt mir alle. Auch die sehr schicke Business Area, einen großen Ballraum mit eindrucksvollem Kronleuchter und im 29sten Stock das Park Society Restaurant & Bar. Das Konzept ist einfach aber simple. Die Küche ist offen und man kann einen Platz direkt am Chefstable buchen. Die Köche zeigen einem vorher einfach ihre beste und frischesten Zutaten – und dann wird man bekocht. Natürlich gibt es auch ein klassisches à la carte Menü. Als ich meine Nase in die Küche steckte, hingen die Köche gerade über der Speisekarte und diskutierten leidenschaftlich. Dazu diffuses seitliches Licht. Sie sahen aus wie Gangster in weiß, die gerade einen Plan aushecken. Lustig. Neben an die Dachterrasse, auf der man essen oder einen Sundowner trinken kann. Da wir nur eine sehr kurze Nacht hier sind, schaffe ich das leider nicht. Aber beim nächsten Mal! Die Lounge Club Signature im 25. Stock, die von Christian Lacroix inspiriert sein wird, sehe ich nur im Rohbau. 

Die Beeidruckungstour geht weiter und wir fahren mit dem Lift nach unten, ins Feuer! Das ist die „normale“ Küche, bzw. das normale Restaurant des Hotel, dem Red Oven. Wobei auch hier überhaupt nichts normal ist. Ein beindruckender, überdimensionaler roter und daher namensgebender Herd dominiert den Raum, hier brutzeln Köstlichkeiten aus aller Welt, die man sich auf sein Teller laden kann. Dazu vielleicht en paar Antipasti oder guten französischen Rohmilchkse?  Oder vielleicht doch lieber ein paar fein Sushi, weiter hinten im Raum? Ich nasche eine Praline aus der eigenen Herstellung des „Chocolabs“. Spätestens jetzt weiß ich, dass ich wiederkommen muss, um alles zu probieren. So Bangkok hat mich. Und zwar gewaltig. Bitte liebe Hoteliers dieser Welt. Kupfert ab. Macht es genau so. So macht Hotel Spaß. Urban, individuell und mit Köpfchen. Toll.

Nach der Hausführung zieht es mich wieder in die Mixo Lounge. Ich trinke einen Eistee und lasse die Eindrücke wirken, als plötzlich das Licht gedimmt wird und thailändische Musik erklingt. Das Guest Relations Team überrascht uns alle mit einem traditionellen Kerzentanz und zündet dabei die Kerzchen auf den Tischen an. Dazu spielt im Hintergrund Bangkok seine Rolle perfekt und auf die Minute pünktlich: schnell setzt die Dämmerung ein, und die Skyline erstrahlt in bunten Lichtern. Seufz. Wie schön!

Die Nacht ist kurz. Wohl wissend, dass wir eh schon um 3 Uhr aufstehen müssen, bekomme ich kein Auge zu. Nein, am Bett liegt es nicht - denn das ist wirklich sehr bequem. Auch an der Lautstärke nicht. Es ist so leise, dass man eine Stecknadel fallen hören könnte. Es ist der Blick. Meine Augen starren auf die in der Dunkelheit funkelnde Skyline. Ich kann mich nicht sattsehen. Irgendwann fallen mir dann doch die Augen zu. Für wenige Stunden. Als wir gegen vier Uhr morgens auschecken, gibt uns der freundliche Mitarbeiter noch ein paar Tütchen in die Hand. Erst im Taxi schauen wir rein. Es wird schon hell. Oh Mann. Frische Sandwiches mit Rührei, frischer Obstsalat und ein Orangensaft. Das ist so nett. Und so lecker. So Bangkok, I like!

FAKTEN:
Das von einem thailändischen Architekten und 5 Innenarchitekten entworfene Haus hat 30 Stockwerke und 238 Zimmer in unterschiedlicher Größe und Ausstattung.
Das So Bangkok gehört zur Sofitel Hotels und ist eines der ersten „So“-Hotels, die als urbane Häuser in den Metropolen dieser Welt entstehen werden.

Lage: Direkt an der Metro-Station Lumpini Park. In der Nähe: Saladaeng Skytrain-Station, ca. 25 km vom Flughafen Suvarnabhumi (Bangkok International Airport) entfernt.

Preis: ab ca. 120 Euro.



Thailand, du Schönheit


Es sind drückende 42 Grad als wir mittags in Bangkok landen. Selbst dem thailändischen Taxifahrer ist das zu heiß. Er kann es gar nicht glauben und zeigt immer wieder kopfschüttelnd auf das Außenthermometer im auf frostige 20 Grad runter gekühlten Taxi. Als seine Gesten erschöpft sind, drückt er auf ein Knöpfchen und ein Monitor fährt am Autohimmel aus. "Lady Gaga" ruft er glücklich und schon geht die Show los. Während Gaga eine recht lahme Bühnenperformance hinlegt ziehen die ersten Wolkenkratzer von Bangkok an uns vorbei. Dazwischen immer wieder kleine Fleckchen mit Wellblechhütten und goldene Tempeldächer. 
Sobald wir die Stadtautobahn verlassen, fängt das echte Bangkok an. Unmittelbar. Laut. Wuselig. Ich frage mich, wie viele Mopedfahrer am Tag ihr Leben lassen zwischen schneidenden Taxifahrern und ihren eigenen zackigen Manövern. Ist wohl eine buddhistische Herangehensweise.

Unser erstes Hotel, das Frasier Suites, liegt fast direkt an der Sukhumvit, in einer der Seitenstraßen um genau zu sein, die Suk genannt und dann einfach nur noch durchnummeriert werden. „Where the Streets have no Names“. Das Hotel selbst ist günstig, bietet genug Platz, aber leider wenig Charme. Auch hier zeigen die Thermometer innen knappe 22 Grad. Unser erstes Abenteuer steht an, auf das ich mich am meisten freue: den nächst besten Essenstand auf der Straße aufsuchen und dort zu Mittag essen. Nach ein paar Schritten finden wir einen Stand unseres Vertrauens. Es gibt ein Gemüsecurry und scharfe Shrimps. Dazu den obligatorischen Thai Ice tea, Cha Yen genannt. Es wird das Getränk dieser Reise. Das Sommergetränkt 2012, vergiss Hugo!

Darauf folgt gleich das zweite Abenteuer: auf eines der unzähligen Mopedtaxis springen und mit einem der unzähligen lebensmüden Mopedfahrern zur nächsten Skytrainstation rasen. Entgegen aller Erwartungen fühle ich mich nicht nur sicher, die Fahrt macht auf großen Spaß und der Fahrtwind ist einfach herrlich.

Ein kurze Reise später stehen wir auf einem dem größten Lebensmittelmärkte der Stadt. Asien pur. Es gibt alles. Ganze Berge von gerupften Hühnern, Frösche kurz vor ihrer Schlachtung, Gemüseberge, Durianstände, Korianderhaufen. Flinke Frauenhände binden tödlich scharfe Chilis zu kleinen Sträußen. Schälen Früchte. Drehen Fische auf dem rauchenden Grill um. Ein kleines Mädchen entdeckt mich und meine Kamera in meiner Hand und setzt zur typischen asiatischen Fotopose an. Zwei Finger an die Wange. Lächeln. Süß, obwohl es schon in diesem zarten Alter gestellt ist. Während Jenke in dieser brütenden Hitze fleißig die am Stand gegenüber verkauften essbaren Insekten dreht, lädt mich die Kräuterfrau neben an auf einen Sitzplatz auf ihrer Eistruhe und daraus zu einem gekühlten Wasser ein. Ihre unbefangene Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft rührt mich. Wir reden mit Händen und Füssen. Ich solle viele Babies machen. Mädchen, wenn ich sie richtig verstanden habe. Ihr Chili Sträußchen hängt nun bei uns in der Küche.

Mit dem größeren Tuk Tuk geht es weiter. Richtung Königspalast. Wir überlegen, ob wir am nah gelegenen Fluss eine Bootstout machen, aber halten es dann doch für zu touristisch. Stattdessen schlürfen wir im Schatten eine heiße Suppe und freuen uns an dem vorbei ziehenden Skurrilitäten. Wie der jungen Dame im Rollstuhl, die mit viel zu großer Sonnenbrille auf der Nase, Micro in der Hand, Lautsprecher auf dem Schoss ein zähes Liedchen auf den Lippen hat und durch die touristischen Gassen geschoben wird. Später sehen wir sie stehend mit ihrer Freundin das eingenommene Geld zählen.  Naja. Jeder muss sehen wie er klar kommt in Bangkok.  Abends im Hotel wollen wir einen Cocktail auf der Dachterassenbar Above Eleven trinken. Der Ausblick ist gigantisch, der Service mau. Da die Bedienung gleich drei Mal unsere Getränke vergisst oder sie einfach an einen anderen Tisch bringt und auch der französische Barleiter nicht viel cleverer ist, bekommen wir erst nach zwanzig Minuten unsere Drinks. Die allerdings sind zugegebenermaßen lecker.

Durch die Dreharbeiten bleibt kaum Zeit für Sightseeing, mir genügen aber die Momente auf den Märkten mit den Einsichten in das tägliche Leben der Menschen hier. Das ist für mich viel lehrreicher als ein Besuch im hochglanzpolierten Tempel oder gar dem Königspalast. Wir kommen noch mal für eine Nacht zurück nach Bangkok. Dazu aber später mehr.

Aber zunächst geht es nach Khon Kaen. Khon Kaen? Wie bitte was? Noch nie gehört! Wo ist das denn? Khon Kaen ist eine untouristische Stadt im Nordosten Thailands, in der Region Isaan. Unser Reiseführer sagt, es gebe nichts Berichtenswertes über die Stadt. Genau das macht sie für mich interessant. Jenke will hier mit einer Professorin und mit Bauern drehen. Und ich kann die Stadt erkunden. Nach 50 Minuten Flug landen wir auf dem kleinen Flughafen von Khon Kaen. Wir sitzen in einer der drei Maschinen, die hier täglich aus Bangkok landen. Mehr ist hier nicht los. Als wir aus dem Sicherheitsbereich treten, werden wir Farangs besonders beäugt.

Was machen die bloß hier? Und tatsächlich: auf dem ersten Blick hat die Stadt wirklich nichts zu bieten. Die Universität ist sicherlich ein Magnet, auch für ausländische Wissenschaftler. Ansonsten sind hier Farangs nur anzutreffen, wenn sie die Familien ihrer thailändischen Frauen besuchen. Denn gerade die Isaanerinnen ziehen in jungen Jahren durch ganz Thailand, auf der Suche nach Arbeit. Das sieht man hier. Und leider oft das Klischee alter weißer Mann und viel jüngere thailändische Frau.

Mein Besuch in einer durchklimatisierten, futuristischen Shoppingmall, die ich hier so nicht erwartet hätte, mutiert zum großen Aha-Erlebnis. Ich frage mich nicht nur, wie die Menschen die hier arbeiten und auch die Kunden, die hier shoppen, sich überhaupt jemals an die extreme Lautstärke und dem Musik-Wirrwarr gewöhnen können, sondern auch, wie sie es bei 20 Grad in kurzen Hosen und Flips Flops aushalten, wenn draußen 20 Grad mehr sind. Ich bin am Anfang auf jeden Fall der Ohnmacht nah. Als ich ein Kleid kaufen will, brauche ich zehn Minuten, um der Verkäuferin zu entlocken, wo sich die Kasse befindet. So selten sind hier Touristen unterwegs. Englisch findet nicht statt. Der Nachtmarkt hingegen, den unser Tuk Tuk Fahrer allerdings nicht auf Anhieb findet, macht Khon Kaen schon fast wieder eine Reise wert. Nichts für ständig Hungrige wie wir, denn die Auswahl an köstlichen Ständen ist so groß, dass wir uns kaum entscheiden können.  Wir schaffen es trotzdem und freuen uns über unverfälschtes, thailändisches Essen. Ein Rätsel teilweise, was hier inden Töpfen schlummert. Aber alles, was wir essen ist wirklich lecker.

Und dann, gerade als Jenke irgendwo Insekten fängt und ich zum ersten Mal meinen Bikini auspacke um mich ganz faul an den Hotelpool zu legen, passiert das, worauf ich die ganze Zeit schon gewartet habe. Ich sitze gerade eine Minute auf meiner Liege. Der Himmel bewölkt sich, wird pechschwarz, die Luft wirkt wie elektrisiert. Und dann geht es los. Es fängt an zu donnern, zu blitzen und zu grollen. Innerhalb von einer Sekunde pladdert ein heftiger Regen vom Himmel. So was habe ich noch nie erlebt. Geil! Ich rette mich gerade noch rein und schaue staunend wie ein kleines Mädchen durch die bodentiefen Fensterscheiben unseres Hotel. Das Spektakel dauert nur wenige Minuten. Schon bald vertreibt ein rosaroter Himmel die Wolken. Ich haste raus, um Fotos zu machen. Beim Anblick der nassen Straßen, in deren Pfützen sich der Himmel spiegelt, erstarre ich förmlich Thailand, du Schönheit.

Bald folgt der zweite Teil unserer Reise.
Mehr Fotos gibt es hier. Das Video zu unserem Trip gibt es hier.


Interview mit einem Weltreisenden


"Lookin for Jonny" lautet der Titel des Weltreisenden Dennis, der vor knapp einem Jahr auszog, um das Weite zu suchen. Wir haben ihn bisher mit großer Spannung und Achtung auf seinem Blog, bei Facebook und bei Twitter verfolgt. Haben uns nicht satt lesen können an seinen schönen, lustige, traurigen, aufwühlenden Worten von unterwegs. Ihm haben Eichhörnchen aus der Hand gefressen, er hat in Asien einen Tanzkurz belegt, wurde auf eine ausschweifende Hochzeit eingeladen, ist an einem Traumstrand kollabiert, hat sich in eine Insel verliebt, ist von einem Düsenjet geärgert und verletzt worden und und und. Nicht mehr lange, dann ist seine Reise zu Ende. Dann hoffen wir darauf, dass er mal bei uns am Küchentisch sitzt und alle unsere weiteren Fragen beantwortet. Bis dahin haben wir ihm per e-Mail die wichtigsten rund um seine Reise geschickt:

Reisefreunde: Wie bist du auf die Idee gekommen auf Weltreise zugehen? 

Dennis: Ich reise schon immer gerne, wer tut das nicht! Mein größter Traum war es, einmal in die Südsee zu reisen, an den schönsten Stränden der Welt in der Sonne zu braten, puderfeinen weißen Sand unter meinen Füssen zu spüren und auf eine türkisblaue Lagune zu schauen. Und wenn ich schon mal da unten bin und einen 30 Stunden Flug hinter mich gebracht habe, der mich ein Vermögen kostet, auch einen Abstecher nach Australien zu machen. Und Neuseeland muss man schließlich auch gleich mitnehmen liegt nun mal auch in der Nähe...so kommt man schnell auf 5 Monate. Wenn man einige Zeit gearbeitet hat, kommt dann irgendwann dieses „Das-hab-ich-mir-verdient-Gefühl“ auf, dem man Rechnung tragen will. Eine Auszeit nehmen, die Arbeit, Arbeit sein lassen und mal was zurück bekommen, sich was gönnen. Wenn einem bewusst wird, wie schnell das Leben vorbei sein kann und das man im Grunde sein Leben lang für etwas spart, das sich Rente nennt, ohne die Gewissheit, diesen Lebensabschnitt jemals erreichen zu können, macht es irgendwann klick. Ich arbeite jetzt, also will ich auch jetzt leben.


Reisefreunde: Wie lange bist du schon unterwegs und wie lange wirst du noch unterwegs sein?

Dennis: Ich bin „im 11. Monat“ und arbeite mich langsam wieder Richtung Heimat. Vielleicht noch zwei oder drei Monate, mal schaun. Einen Plan gibt es schon lange nicht mehr. Ich entscheide heute, was ich morgen mache und wo ich übermorgen hinreise.

Reisefreunde: Welche Länder hast du schon bereits und welche Länder willst du noch sehen?

Dennis: Ich habe mit der klassischen Weltreiseroute angefangen, bin dann etwas abgedriftet und schließlich im Zickzack gereist (weiß auch nicht, was da los war).
Ich war in Thailand, Malaysia, Singapur, Indonesien, Australien, den Cook Islands, Bora Bora, Tahiti und 3 weiteren Inseln auf Französisch Polynesien, bin dann wieder zurück nach Bali und Singapur (weil´s so schön war), Kambodscha (Achtung, hier gibt es keinen Mac Donalds!), zum dritten mal nach Singapur, dann Hong Kong, Macau, in die USA und die Karibik - Dominikanische Republik, Puerto Rico und St. Maarten auf den niederländische Antillen, nochmal zurück in die USA und bin nun in Israel gelandet. Nach Israel geht’s sicher nach Jordanien und Griechenland und der Rest Richtung Deutschland ist offen, vielleicht Spanien, vielleicht Italien, vielleicht die Türkei.


Reisefreunde: Erzähl uns von deinem schönsten Erlebnis auf der Reise!

Dennis: Unheimlich emotional zerrüttend aber eben auch schön ist es, zu realisieren, dass man sich irgendwo weit weit von zu Hause entfernt „zu Hause“ fühlt. Und das kommt nicht oft oder gar nicht vor. Es ist schnell mal eben gesagt, dass man irgendwo an einem Traumstrand leben könnte. Das halte ich aber für absoluten Unsinn. Bora Bora ist sicher eine der schönsten Orte, die ich jemals sah, und leichtfertig ist daher gesagt, dass man am liebsten dort bleiben würde, spätestens nach 2 Monaten würde ich jedoch mit dem Kopf gegen die Wand rennen. Und dann sind da diese unerwarteten Orte, die es in sich haben. Die vielleicht keinen Strand zu bieten haben, kein Meer, keine großartigen Sehenswürdigkeiten, aber die Dir das Gefühl geben, Du bist angekommen, hier willst Du bleiben. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl, das ist der Sechser im Lotto des Weltreisens und kann womöglich Dein gesamtes Leben umkrempeln. Und das hat im Wesentlichen nur mit einem zu tun – Menschen!

Reisefreunde: Und das bisher enttäuschendste Erlebnis?

Dennis: Australien!

Reisefreunde: Wie und warum bist du auf die Idee mit dem Blog gekommen?

Dennis: Im Vorfeld einer Reise sind Blogs die rettenden Anker, die einem in der Planungsphase unheimlich weiterhelfen und auch motivieren, an seinen Plänen festzuhalten, gerade, wenn man den großen Schritt geht, Job und Existenz in Deutschland aufzugeben. Ich wollte meine Erfahrungen ebenfalls weitergeben an diejenigen, die sich wie ich, ebenso planlos und hilflos fühlten, als die Idee Formen annahm. Außerdem hielt ich es einen Blog für die beste Form, meine Erlebnisse als Alleinreisender zu verarbeiten und mit jemandem zu teilen – eben mit der ganzen Welt. Und das hat sich bestätigt, meine Erinnerungen sind wesentlich stärker, mir wird beim Schreiben zum Teil erst bewusst, was ich erlebt und wie ich es empfunden habe und ich dokumentiere für mich selbst das schönste Jahr meines Lebens. Sich aufzuraffen, ein Tagebuch zu schreiben, das niemand liest, ist wesentlich schwieriger, als zu bloggen, insbesondere, wenn Leserzahlen rasant ansteigen und man plötzlich Feedback und sehr nette Mails erhält. Vielen Dank dafür.

Reisefreunde: Du schreibst in deinem Blog wirklich sehr persönlich, wie reagieren deine Leser darauf? Musst du dich manchmal zurücknehmen?

Dennis: Ja, muss ich. Auch wenn ich unheimlich viel positives Feedback erhalte, dass man sich als Leser oftmals wie ein „Mitreisender“ fühlt. Es gibt Dinge, die ich wieder herausnehmen muss, weil man sie einfach erlebt haben muss, um die Erlebnisse nachvollziehen zu können. Sonst wirken sie lächerlich oder überzogen. Oder aber ich müsste hundert Seiten mehr schreiben, um die Umstände detaillierter zu beschreiben. Außerdem gibt es Dinge, über die man nicht schreiben kann, weil Blogleser relativ sensibel reagieren und bestimmte Dinge nicht lesen wollen, meist leider die negativen Erlebnisse, obwohl sie es sind, die Dich letztendlich auf der Reise maßgeblich prägen. Man liest halt lieber über Traumstrände als Krankheiten oder lieber über relaxtes Inselleben, anstatt Überfälle, Unfälle und Kriminalität. Ein wenig Stoff muss ich mir auch fürs Ende aufbewahren...das Beste kommt bekanntlich immer zum Schluss. Vielleicht werde ich dann nochmal sehr persönlich. Es gibt unheimlich viel Interessantes, Skandalöses und Schönes, über das ich bisher bewusst nichts gebloggt habe.

Reisefreunde: Gab es Situationen, in denen du deine Weltreise in Frage gestellt hast? Wenn ja, in welcher? Wie hast du dich danach wieder motiviert?

Dennis: Ich habe die Reise nie infrage gestellt, bis ich die Armut in Kambodscha, neben den üblichen Touristenpfaden sah. Und damit meine ich nicht bettelnde Kinder am Strand, sondern wirklich schreckliche Bilder von im Müll wühlenden Kindern, die nach Essbarem oder allem Verwertbarem gesucht haben, vor Dreck stanken und mit einem derart leeren Gesichtsausdruck vor mir standen, dass ich mich für alles schämte, was ich besaß, tat oder wer ich war. Ein Vermögen für eine Reise auszugeben, während andere Menschen hungern, war für mich zunächst tatsächlich fragwürdig. Allerdings bin ich im Nachhinein dankbar für diese Erfahrung und habe nur durch diese Reise die Möglichkeit gehabt, damit konfrontiert zu werden. Das ist auch das beste Beispiel für den Wert des Blogs. Denn durch ihn hatte ich die Möglichkeit zum einen mein Erlebnis zu verarbeiten, zum anderen, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen und außerdem, es weiterzugeben an andere Reisende. Das hat mich letztendlich auch motiviert, das Erlebnis für mich positiv und nicht negativ zu werten.

Reisefreunde: Was hast du bisher über dich oder das Reisen gelernt?

Dennis: Dass jeder Gedanke, dass es sich dabei um einen langen Urlaub handelt, reine Illusion ist. Urlaub und Weltreisen sind zwei Paar Schuhe. Ich habe mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mehr Stress, als zuvor im deutschen Alltag mit einem Vollzeitjob. Der geht eben nur von 8 bis 16 Uhr und das Wochenende ist frei. Reisen ist ein Vollzeitjob, nimmt unheimlich mit, ist anstrengend, kann frustrieren, es klappt nichts, wie Du es erwartest, die Organisation unterwegs nimmt wahnsinnig viel Zeit in Anspruch, Beschaffung von Informationen ist selbst im Internetzeitalter in vielen Ländern ein Abenteuer, Reiseführer sind für die Tonne, und trotz allem...es ist das größte Projekt Deines Lebens und letztendlich doch wieder wunderschön, weil Du an scheinbar unüberwindbaren Herausforderungen gewachsen bist. Für daheim gebliebene wird das lächerlich klingen. Aber die Realität sieht so aus, dass man zu Hause ein wahnsinnig gemütliches Leben führt, seine Komfortzone praktisch nie verlassen muss, während man unterwegs Lebensumstände akzeptieren muss, zu denen man in Deutschland vielleicht niemals bereit gewesen wäre.

Reisefreunde: Was kannst du anderen mit auf den Weg geben, die ebenfalls eine Weltreise planen?

Dennis: Nicht zu viel zu planen. Maximal die ersten zwei Monate machen Sinn und dann kommt definitiv alles anders, als man denkt. Meine Erwartungen wurden fast nie erfüllt. Es war immer komplett anders, als ich es erwartete. Und die Liste der zu bereisenden Länder wird sowieso länger anstatt kürzer. Man erhält so viele Tipps von anderen Reisenden und ändert seine Route schneller, als gedacht.

Und ich würde empfehlen, regelmäßig Pausen einzulegen und auch mal 3 bis 4 Wochen an einem Ort zu bleiben. Aber vorsichtig bei längeren Aufenthalten. Die nächste Herausforderung ist dann, rechtzeitig wieder den Absprung zu schaffen. Das war für mich vor allem in Singapur eine unmenschliche Herausforderung und ist mit unerwartet intensiven Emotionen verbunden, die man so vielleicht noch nicht von sich kannte.


Reisefreunde: Und nun noch eine kleine Liste, bei der wir dich bitten möchten ganz kurz und knapp zu antworten:

Reisefreunde: Was vermisst du?
Dennis: Körnerbrot

Reisefreunde: Welches Reiseutensil ist ein MUSS für Weltreisende?
Dennis: Ohrenstöpsel

Reisefreunde: Was braucht man nicht?
Dennis: Das kurioseste und unnötigste was ich bei mir hatte war eine...(festhalten) Alarmanlage für Rucksäcke. Habe ich nach 2 Monaten zurückgeschickt nach Deutschland. So ein Schwachsinn.

Reisefreunde: RTW-Ticket oder selber buchen?
Dennis: Auf jeden Fall selber buchen. Flexibilität wiegt stärker als Kostenersparnis.

Reisefreunde: Lieber Strand oder Land?
Dennis: Eindeutig Schlaand!

Vielen Dank an Dennis - auch für die wunderschönen Fotos. Und euch Reisefreunden sei noch mal ans Herz gelegt, lest Dennis Blog!!!!

Habt ihr Fragen an Dennis????