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Nordseehopping in drei Teilen

Es ist Dienstag, 14:00 Uhr. Gerade habe ich die Fähre nach Amrum bestiegen, dabei ist die Reise, die unter dem Namen „Nordseehopping“ buchbar ist, eigentlich seit eben für mich beendet. Aber ich fahre einfach wieder zurück. Auf die Insel Amrum in „Mein Inselhotel“. Es ist irgendwie mein Inselhotel geworden. Und wie immer liegt das an den lieben Menschen, die ich dort kennengelernt habe. Wie das alles kam? Das war so: gemeinsam mit meiner Freundin und Radiojournalistin Betti hatte ich mich vor ein paar Tagen auf den Weg in den hohen Norden gemacht. An die Nordseeküste nach Schleswig-Holstein. 


Zuerst führte uns das Nordseehopping nach Bohmstedt, einem kleinen Nest hinter Husum. Hier im Paulsens Landhotel und Restaurant sollten wir die erste Nacht verbringen. Die Sonne stand hoch oben am Himmel und die ganze Gegend schien einem Miss Marple Film entsprungen. Dichte Hecken um rote Häuser aus Backsteinen, kleine weiße Zäunchen. Paulsens ist ein Traditionshaus, früher gehörte es der Senior, der schwierige Zeiten vor allem durch Tüchtigkeit und seine nicht aufhörende Kreativität überwand. Das Haupthaus ist natürlich ebenfalls ein klassischer Backsteinbau, das Nebengebäude allerdings ist ein Holzhaus und könnte so auch in Schweden stehen. Hier kann man sich wohl fühlen. 

Das junge Personal ist sehr freundlich und mit Herz dabei und die Atmosphäre stimmt. Bohmstedt eignet sich sicherlich für Ausflüge nach Husum oder sogar nach St. Peter-Ording. Wir aber hatten nur ein Abendessen auf dem Programm (mit Einblick in die Küche, Sous-Chefin Anette hat mit uns eine Krabbensuppe gekocht). Am nächsten Tag fuhr uns dann besagter Senior Chef (genannt „Audi“) nach Dagebüll zur Fähre. Marten, der eigentliche Hotelchef hatte zu tun. Die ganze Fahrt über plauderte sein Vater Platt mit uns – schätzungsweise 80 Prozent haben wir verstanden, unter anderem eben auch, dass als früher Geld her musste, "Audi" einfach kurzerhand beschloss, eine Disko am Dienstag aufzumachen und damit schnell aus den Miesen war. Sympathischer Kerl. 


In Dagebüll setzt er uns ab. Hier starten die Fähren nach Föhr und nach Amrum. Da wir noch ein bisschen Zeit hatten und die Reisefreunde Facebook-Fans uns entsprechende Tipps gegeben hatten, wagten wir bereits um 11:30 Uhr die Bestellung von zwei leichten Pharisäern, die man hier angeblich trinkt, sobald man in Fähr-Nähe ist. Nun ja. Pharisäer - das ist ein Kaffee mit Rum und Sahnehaube. Ein Getränk, dass die Friesen erfunden haben –um ihren Alkoholgenuss vor den Kirchenvertretern zu vergeben, die Schlingel. Tja, selbst dieser extra leicht bestellte Pharisäer dröhnte schon ganz ordentlich, geschafft haben wir ihn nicht. Wir wollten auch nicht sturzbetrunken auf Amrum ankommen. 90 Minuten dauerte die Fahrt mit der Fähre – und schon waren wir gelandet.  Was wir auf Amrum erlebt habe, erfahrt ihr hier....

Mehr Fotos gibt es wie immer auf der Reisefreunde Facebook Seite.

Disclaimer: Auf die Nordseehopping Tour wurde ich von den Besitzern der Hotels eingeladen. Danke an Primo PR für die Organisation. Meine Meinung bleibt dennoch wie immer die meine! 

Nordseehopping Teil 2 : Mein Inselhotel auf Amrum

Willkommen auf Amrum. Aber huch! Eigentlich sollte uns hier am Hafen von Wittdün jemand abholen, doch irgendetwas war wohl schief gegangen, denn es war niemand zu sehen. Wir stiegen kurzerhand in den Bus, der direkt am Terminal stand. Wir wollten nach Norddorf – und genau dort fuhr auch der Bus hin. Eine ältere Dame schien sich auszukennen und wir fragten, ob sie wisse, wo denn das „Mein Inselhotel“ sei. „Wer sind denn die Besitzer?“ wollte sie mit zarter Stimme und starkem norddeutschen Akzent wissen. „Familie Jöns“ antworteten wir – und da wusste sie Bescheid. „Ja - zu Jöns fahren Sie einfach bis zur Endhaltestelle und dann gehen sie ein bisschen geradeaus, dann rechts und wieder links, dann sind Sie da!“ So einfach ist das auf Amrum. Einer Insel, auf der etwa 2200 Menschen leben. Man kennt sich eben. Herrlich.



Im „Mein Inselhotel“ wurden wir dann sehr freundlich und herzlich von Koch, Besitzer und Charmbolzen Gunnar Jöns empfangen. Der verwechselte uns auch noch zunächst mit anderen Gästen. Aber Minuten später war klar: irgendjemand hatte sich in unserer Buchung vertan. Eigentlich hatte man uns nämlich erst einen Tag später erwartet. Machte aber alles nix, das Gelächter war groß -  und wenige Minuten später waren wir auf unseren zauberhaften Zimmern. Und dann kam Kerstin Jöns dazu, die Hausherrin, ein Sonnenschein von Mensch! Eine Aura, die locker bis nach Timbuktu reichen könnte und eine so schöne Stimme, sie könnte mir stundenlang aus dem Telefonbuch vorlesen. Sie entschuldigte sich vielmals und bot uns an, spontan einen Strandspaziergang mit uns zu machen. Das war so ziemlich die beste Idee überhaupt. 


Nordseehopping: Amrum - Mein Inselhotel from Angie Reisefreunde on Vimeo.

Denn ich wusste bisher nicht, wie umwerfend schön Amrum ist. Ich war noch nie auf Amrum. Unglaublich! Der Strand misst satte zehn Kilometer und führt einmal an der Insel lang.  Schnell waren wir beim Du als wir auf dem breiten Strand unseres Weges marschierten. Dazu ging ganz dramatisch die Sonne unter. Beeindruckende Wolkenkombinationen schoben sich über den Horizont und die untergehende Sonne färbte alles in einen goldenen Traum. Bis zu Panchos Burg, einem Sammelsurium in Fischkuttergröße, die der Berliner Künstler Pancho aus allem, was so am Meer angespült wird in jahrelanger Arbeit zu einem Kunstwerk erschaffen hat. Dort kehrten wir auch um – denn Kerstin musste um 18 Uhr wieder bei ihrem Göttergatten sein - denn dann beginnen die letzten Vorbereitungen für das Abendessen. 


Das „Mein Inselhotel“ serviert eine regionale, aber feine Küche. All abendlich steht Gunnar in der Küche und bereitet den Hausgästen ein dreigängiges Menü an. Auch hier fand ich als Ess- und Kochbegeisterte schnell den Zutritt zu Küche und konnte herrlich mit Gunnar scherzen und naschen. Wenig später servierte er uns köstlich gewürzte Herzmuscheln als Gruß aus der Küche, dann einen feinen frischen Rotkohlsalat (von Bauer Schult), eine herzhaft gefüllte Paprikaschote mit Kartoffeln (auch von Bauer Schult) und schließlich einen Käseteller (nicht von Bauer Schult). Zugegebenermaßen versackte ich abends trotz Vorsatz früh ins Bett zu gehen mit Kerstin und Gunnar an der Bar. Ihre private Geschichte ist so interessant, lustig und inspirierend, dass man daraus leicht ein Drehbuch für einen romantisch - dramatischen Film schreiben könnte. Vielleicht mach ich das mal. 5 Sterne Plus für ihre Gastfreundschaft.Um zwei Uhr war ich im Bett. Uff. Viel zu spät eigentlich, denn ich hatte in Schnapslaune mit Gunnar vereinbart, dass er mir nach dem Frühstück das Trecker fahren beibringen sollte. Das wollte ich schon immer mal machen- nun bot sich die Gelegenheit. 


Der Trecker von Gunnar war Baujahr 1974, ein echt olles Ding, aber er passte so herrlich zu meinen Gummistiefeln. In Reisefreunde rot! Leicht verpennt erschien ich dann auch am reich gedeckten Frühstücks-Büffet. Nebenan saß Frau Reise, eine allein reisende Dame aus München, die ich schon seit dem Vortag um ihren Namen beneidete. Ich sprach sie an. Ich will es mal kurz fassen. Vor mir saß wohl eine der interessantesten Damen, die ich seit langer Zeit kennengelernt habe. Ich werde Frau Reise bei meinem nächsten Trip nach München besuchen und ein ausführliches Interview machen. Ihr könnt gespannt sein! Ich sag nur soviel: sie ist im Prinzip schuld, dass der amerikanische Sänger und Komponist Billy Joel Onkel wurde. Aber dann war Treckerzeit: Gunnar und ich zogen von dannen, raus auf einen Feldweg und ich durfte ans Steuer. Ein bisschen langsam für meinen Geschmack, aber Spaß gemacht hat es auf jeden Fall. Schaut euch das Video an. 
Danach kam das nächste Highlight: ich traf auf Kinka, einer vor Energie sprudelnden Amrumerin, die nicht nur jeden Miss Amrum Contest gewinnen würde, sondern auch was zu erzählen hat. Sie arbeitet als Reporterin der lokalen Zeitung, als Fotografin, serviert im Café und kümmert sich um Ferienwohnungen. Was für eine Frau! Mit ihr und Kerstin zog ich über die Insel, um zumindest ein paar der vielen Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Die grüne und bewaldete Insel hat viel zu bieten, vor allem aber viel Schönheit: die Reetdachkaten, der ewig lange Sandstrand und die friesische Kultur. Mal wieder blieb mit zu wenig Zeit, um alles in Würde anzuschauen. Eines aber fiel mir besonders auf: Die Frauen von Amrum sind stark! 


Und ich will mehr über sie und ihr Leben erfahren – aber das muss noch warten. Kaum waren zwei der starken Amrumer Frauen und ich zurück, packte ich meinen Koffer und schnappte mir Reisefreundin Betti. Kerstin steckte uns schnell noch einen Picknick-Beutel für die Weiterreise zu. (So liebevoll für uns zurecht gemacht, dass wir als wir den Beutel später auspackten, vor Entzückung seufzen mussten.) Der Abschied fiel (mal wieder) sehr schwer, das Glück war mir auch dieses mal Hold und bescherte mir die Begegnung mit besonderen Menschen. Gunnar und Kerstin winkten unserer Fähre auf die Hallig Langeness noch lange nach – und wir zurück. Ich wusste da noch nicht, dass ich nur zwei Tage später wieder zurückkommen sollte. Wieso? Weshalb? Warum? Na, lest doch erst mal hier weiter....


Mehr Fotos gibt es wie immer auf der Reisefreunde Facebook Seite.

Disclaimer: Auf die Nordseehopping Tour wurde ich von den Besitzern der Hotels eingeladen. Danke an Primo PR für die Organisation. Meine Meinung bleibt dennoch wie immer die meine! 

Nordseehopping Teil 3: Die Hallig Langeness

Die Wellen klatschten an das Bug Fenster. Wir waren auf dem Weg zur Hallig Langeness. Die "Hilligenlei" war leider nicht so eine coole und schicke Fähre von der Sorte, die uns nach Amrum gebracht hatte, sondern ein richtiger Retrokahn. Unten im Keller gab es einen „Salon“ der seit Bau des Schiffes wohl nicht mehr renoviert worden war. Aber: Retro ist ja auch schick und irgendwie hatte das alles was. Neben einem Mann mit einem wuscheligen Bart und einer lustigen kleinen Strickmütze auf dem Kopf waren wir die einzigen Passagiere. Wie sich später herausstelle, war der Herr der einzige Kaufmann von Langeness, ein bewundernswerter Mann. Und, ich gebe es hier ohne Umschweife zu: Auf dieser Überfahrt haben wir uns gleich mal eine Tote Tante bestellt. Das ist hier in Friesland ein Kakao, der mit Amaretto gepimpt ist. LECKER! Oben drauf auch noch ein Sahnehäubchen, das diente genau wie beim Pharisäer dazu, den Alkoholgeruch zu verstecken. Diese Nordfriesen sind aber auch Schlingel! 



Nach einer kurzen Stippvisite auf der Brücke beim Käpt’n der wohl durch den Damenbesuch leicht irritiert die Fähre beim Landen erstmal kräftig an zwei Masten rammte, waren wir auch schon da: Langeness, größte Hallig in der Nordsee. Sie hat eine Länge von elf Kilometern und zählt 18 Warften, künstlich aufgeworfenen Erdhügel, auf denen die Bewohner der Halligen ihre Häuser gebaut haben, denn eine Hallig ist keine Insel. Langeness liegt im Wattenmeer, das auf der UNESCO-Liste des Welterbes der Menschheit steht. Die Hallig hat keine Polizei, keine Ampel, keinen richtigen Supermarkt und keinen EC-Automaten. 100 Menschen wohnen hier. Eine von ihnen ist Virginia Karau, die uns abholte. Sie besitzt zusammen mit ihrem Mann das einzige Vier-Sterne-Hotel auf einer Hallig: Ankers Hörn. Schon die ersten Impressionen von der Hallig waren eigentümlich. Fläche. Fläche. Fläche. Daran muss sich das Auge erst einmal gewöhnen. Weitverstreute Warften, ein paar Kühe, ein paar Schafe. That’s it. Ab vom Schuss. JWD. 






Nordseehopping: Hallig Langeness from Angie Reisefreunde on Vimeo.


Ankers Hörn ist nur wenige Minuten per Auto von der Anlegestelle entfernt. Vor dem Haus stehen Strandkörbe, in denen man es sich gemütlich machen kann und dann vor allem das tun sollte, wozu es einen auf die Hallig treibt: nichts. Rein gar nichts. Vielleicht noch ein Buch lesen, oder Vögel beobachten. Schlafen. Essen. Tote Tante trinken. Abschalten, runterkommen, nachdenken. In der guten Stube des Hauses, das übrigens mit viel Liebe und Details frisch renoviert wurde, wurden wir herzlich von den Mitarbeitern mit einem Stück Kuchen empfangen. Der wird jeden Tag von der Besitzerin gebacken. Virginia war schon als Baby auf der Hallig zu Besuch, hat sich dann später in ihren jetzigen Mann Malte verliebt und ist geblieben. Mittlerweile haben sie selber drei kleine Mädchen und führen das Hotel zusammen. Reisefreundin Betti verschwand nach der Friesentorte in die Sauna, die wohl einen der spektakulärsten Ausblicke direkt auf die Salzwiesen und das Meer bietet.  Ich starrte einfach nur auf die einrückende Dämmerung und döste.


Auch hier wird abends Wert auf köstliche Mahlzeiten gelegt. Malte und sein Koch servieren den Gästen ein dreigängiges Menü mit jeweils zwei Gerichten zur Auswahl. Am zweiten Anend hatten ein wir unter anderem ein köstlichen Rote Beete Carpaccio, danach eine Scholle.  Am ersten Abend ein Blumenkohlsüppchen und danach einmal ein knuspriges Perlhuhn für mich und für Betti ein leichtes Fischragu. Den Nachtisch haben wir dann allerdings nicht mehr geschafft.  Denn: wir haben wie auch sonst bei unseren Nordseehopping-Hotels sehr früh gegessen und waren ebenso früh müde. Muss wohl an der Luft liegen. Auf jeden Fall waren wir so platt, dass wir um neun Uhr auf unseren Zimmern waren.  Und mit Freude feststellen konnten: nirgends schläft man so tief wie am Meer, beziehungsweise in diesem Fall ja sogar mitten im Meer.


Am nächsten Tag hatte Betti sich viel vorgenommen – und dank Virginias Hilfsbereitschaft einige Hallig-Bewohner abgeklappert und Interviews für's Radio gemacht. Wie ist das so auf einer Hallig? So abgeschnitten von der Außenwelt? Bei „Land unter“ nicht in der Lage, die eigene Warft zu verlassen? Ob man Angst hat? Interessant zu sehen, dass die Bewohner ganz entspannte Zeitgenossen sind, die keine Angst vorm Meer haben sondern sich genau in dieser Abgeschiedenheit wohl fühlen. Auch weil sie keine echte Einsamkeit ist – denn man kennt sich hier und jeder weiß über den anderen Bescheid. Vom Hallig Kaufmann, der mit Frau und süßen Kindern und einem Au Pair (auch schon mal ein Mädchen aus Kenia) hier lebt und hier nicht mehr weg möchte - über den Rentner Herrn Petersen, einem direkten Nachbarn von Ankers Hörn, der die große Sturmflut 1962 überlebt hat, seine Frau und sein Neugeborenes damals nur knapp retten konnte, aber sein Haus in den Fluten verlor. Sie alle haben Geschichten zu erzählen von Entbehrungen, Genügsamkeit, einsamen und kalten Wintern. Man muss sie nur fragen. 


Denn ganz entgegen des Klischees, die „Fischköppe“ seien schweigsam und zurückhaltend: wir haben hier und während unserer anderen Stationen an der Nordsee Menschen voller Herz, interessanten Geschichten und viel Gastfreundschaft kennengelernt. Die Tour ist auch bestens für Alleinreisende geeignet. Aus all diesen Gründen können wir das Nordseehopping nur wärmstens empfehlen. Und genau deswegen sitze ich trotz Ende meines offiziellen Presse- Nordseehopping-Programms gerade wieder an Bord einer Fähre nach Amrum. Auf den Weg in „Mein Inselhotel“ zu Kerstin und Gunnar, zu ihren Geschichten und ihrer Gastfreundschaft. Da hatte es mir so gut gefallen und ich habe mich richtig wohl gefühlt. Aber dort mache ich Urlaub und arbeite nicht. Oder nur ganz ganz wenig. Also Nordsee-Freunde: Hol di fuchtig, das war platt und heißt mach's gut! :)


Mehr Fotos gibt es wie immer auf der Reisefreunde Facebook Seite.

Disclaimer: Auf die Nordseehopping Tour wurde ich von den Besitzern der Hotels eingeladen. Danke an Primo PR für die Organisation. Meine Meinung bleibt dennoch wie immer die meine! 

Locanda al Colle... ti amo!

Was für eine Einstimmung. Ich bin auf dem Weg zum Gate 70 am Münchener Airport zu meinem Air Dolomiti Flug der mich zu einem verlängerten Toskana Wochenende nach Florenz bringen soll. Ich bin schon oft von diesen Busgates hier am Flughafen geboardet –aber anscheinend habe ich dieses Unikum immer übersehen: hier steht nämlich eine echte italienische Bar, die auch noch Little Italy heißt. Im Fernseher plaudert eine schnelle italienische Schönheit, hinter der Bar serviert augenzwinkernd und den Damen Komplimente machend ein italienischer Gigolo und es gibt heißen starken Espresso. Che bello.


Wenig später sitze ich schon in der ATR der italienischen Lufthansa-Tochter. In meinen Ohren schnulzt Christopher Cross meinen aktuellen Lieblingsreisesong „Sailing“. Ich schaue hinaus. Unter mir die Alpen. Die Air Dolomiti macht ihrem Namen alle Ehre -  und schnurrt ruhig Richtung Florenz. Dort werde ich meinen Mietwagen abholen und noch eine Stunde Richtung Meer düsen. Nach Camaiore zur Locanda al Colle nördlich von Pisa.
Die Einladung kam von "Charming Places"- Veranstalterin und Tourismuslegende Siglinde Fischer – denn deren Tochter Anja Fischer mittlerweile die Geschäftsführung übernommen hat und mit der Locanda al Colle eines ihrer Lieblings-Urlaubsdomizile fand. Sie war sich sicher, es würde mir ebenso die Sprache verschlagen. Ich bin gespannt und wie immer natürlich auch ein bisschen skeptisch. Kann es so einfach sein, das Paradies zu finden?


Eine Stunde nach Landung bin ich angekommen. Die Locanda al Colle ist gleich auf den ersten Blick ganz nach meinem Geschmack. Das Haus (ein ehemaliger Bauernhof) liegt an einem Hang voller Olivenbäume und üppiger Vegetation. Nomen est Omen. Das Gasthaus am Hügel. Eine Zypresse schmiegt sich leicht im Wind. Von hier oben blickt man auf das Tal von Camaiore und zum Ligurischen Meer. Mit einem herzlichen Lachen und strahlenden Augen empfängt mich Arianna. Sie zeigt mir mein schönes Zimmer im zweiten Stock. Schon der Aufgang hier hoch berauscht mich. Hier hat jemand einen ganz außergewöhnlichen Geschmack. Die gesamte Locanda steckt voller Details, wunderschöne Kunstwerke, die sich harmonisch in die gestylten und wertvoll eingerichteten Räume einpassen. 


Große und beeindruckende Bilder und wunderschöne alte Lampen. Die ersten Fotos, die ich auf meine Instagram Account poste, bekommen Reaktionen wie „bring mir mal den roten Sessel mit“ oder „ich hätte gern die Fensterläden“. Solche Reaktionen hatte ich noch nie. Mein Zimmer hat eine verwunschene Atmosphäre. Durch die aprikot-farbenen Vorhänge scheint die Toskanische Nachmittagssonne und taucht alles in ein warmes Licht. Draußen höre ich nur fröhliches Vogelgezwitscher. Schön. Das Bad in meinem Zimmer hat alte Fliesen und die wohl größte Regendusche, die ich je gesehen habe. Einen Fernseher gibt es nicht. Noch schöner.



Ich will raus. Ich nutze den Sonnenschein um die ersten Fotos zu machen und bleibe dann doch in der Küche hängen. Die ist nämlich der zentrale Ort der Locanda, eine Rezeption gibt es gar nicht. Chef Riccardo ist gekommen, und er erklärt mir das Konzept seines Hauses. „Dies ist ein Zuhause, kein Hotel“. Mit neun Zimmern wäre es dann auch ein bisschen klein für ein Hotel - aber er hat Recht. Die Stimmung hier nimmt mich ein und lässt mich sofort heimisch fühlen. Oben im zweiten Stock gibt es eine Art Wohnzimmer und überall liegen schöne Magazine und Bildbände, in einer Selfservice-Bar stehen ausgewählte Drinks. 



Überhaupt: wenn man etwas anderes als Wasser, Tee oder Kaffee möchte, nimmt man es sich einfach aus dem Kühlschrank und schreibt es selber auf. Das ist schon sehr wie zu Hause. Auf der Terrasse döst der betagte Golden Retriever Ubaldo, der nächste Woche seinen 16. Geburtstag feiert. Während ich mir nach dem Schnack mit Riccardo das Haus anschaue, bereitet Arianna in der Küche nebenan eine Quiche für das Frühstück morgen zu. Es duftet herrlich! Riccardo war jahrelang führender Manager eines uns allen bekannten italienischen Modeherstellers, lebte auf etlichen Kontinenten und hat einen ganz hervorragenden Geschmack und eine gute Hand, seine über die Jahre gesammelten Werke hier in seiner Heimat zusammen zubringen. Dass er weit gereist ist hört und sieht man überall. Er hat Klasse. Von seiner Großzügigkeit und Gastfreundschaft möchte ich mir eine Scheibe abschneiden.


Ich sitze im Halbschatten, esse ein Stück hausgemachten Kuchen und genieße den Moment. Selbst die Musik ist ästhetisch. Es läuft leiser Jazz. Ein Schmetterlings-Paar umfliegt mich wie so oft und zaubert mir ein Lächeln auf die Lippen. Es ist schön hier. Riccardo kommt wieder. Er gibt mir für heute Abend einen Tipp. Ich solle ins La Brocca gehen. Das gehöre einem Ehepaar, die beide aus ihrer Leidenschaft einen Beruf gemacht haben. Rinaldo war früher Fotograf und Lina war einst in der Designbranche tätig. Nun sorgen sie mit einem kleinen Team dafür, ihre hungrigen Gäste glücklich zu machen. Also fahre ich hin. 



Etwa 15 Minuten weiter nördlich liegt das Restaurant etwas versteckt. Schon die Einrichtung stimmt mich ein – liebevoll und witzig dekoriert, das La Brocca ist wirklich sehr charmant. Der Service mit Herz und einem ehrlichen Lächeln. Neben mir saßen auch deutsche Gäste, die hier in der Gegend wohnen und mir verrieten, dass sie schon viermal hier waren – und nie enttäuscht wurden. Auch mich hat das Team vom La Brocca überzeugt. Es war wohl ihre Mission, diese allein essende und sich für gutes Essen dankbar zeigende Bloggerin aus Deutschland von der Qualität ihrer Waren und Kochkünste zu überzeugen. Anders kann ich mir nicht erklären, dass sie mir etwa sechst oder waren es sieben Gänge hintereinander mit einem breiten Lächeln auftischten. Als wollten Sie mich herausfordern und testen, was ich so alles essen kann. Es war alles hervorragend. Regional. Saisonal. Slow Food im besten Sinne.


Auch in der Locanda al Colle wird Wert auf bestes Essen gelegt. Arianna backt jeden Tag frische Kuchen oder Quiches zum Frühstück und immer mittwochs und samstags sind die Gäste abends zum Essen eingeladen. Am Herd steht dann Koch Gian Luca. Ich begleite ihn einen Tag. Er sieht nicht nur unverschämt gut aus, sondern ist charmant und lustig, so dass wir einen großartigen Tag haben. Traumtyp. Und er kann was. Er ist 24 und kocht eher mit dem Herzen sagt er. Er könne nicht verstehen, wie man anders kochen kann. Viele seiner Landsleute, sagt er, geben sich mit weniger zufrieden, das regt ihn auf. Als wir morgens den Metzgerladen Marchetti betreten, in dem er gleich von einer ganzen Familie gelernt hat, wird mir klar was er meint. Hier liegen nur die besten Fleischsorten, liebevoll zubereitet, gekonnt weiterverarbeitet. Man kann probieren. Nebenan gibt es noch warmes Essen und Delikatessen.



Ein paar Straßen weiter durchkämmen wir einen Fischladen nach den besten Spezialitäten und kaufen für den Abend ein. Es gibt Dorade und einen Fisch, den die Amerikaner mal fälschlicherweise für einen kleinen Tunfisch gehalten haben „Short Tuna“. Die Italiener haben es falsch verstanden. Seitdem heisst er „Sortuno“. Ob er so geschrieben wird weiß ich allerdings nicht. Aber die Geschichte ist großartig. Neben an schlürfen wir noch einen hervorragenden Kaffee und ziehen dann weiter zum Gemüsehändler. Immer wenn ich in Italien bin, kommt ein wenig Neid auf. Das schöne Wetter, das Meer, und dann die vielen guten Geschäfte, die ich in Berlin lange suchen muss. Und dann noch die dreirädrigen APE, in denen meist Oma und Opa sitzen und über die kleinen Alleen pöttern. Ich erzähle das Gian Luca und er lacht. „Wenn du hier wohnst, dann nerven dich die APEs, denn manchmal kannst du einfach nicht überholen.“ Man wünscht sich immer das, was man nicht hat.


Den ganzen Tag stehe ich in der Küche und sehe zu, wie Gian Luca das fünfgängige Menü für den Abend zubereitet. Und filme ihn. Es gibt einen Apperetivo (Blätterteigherzchen mit selbsteingelegten roten Zwiebeln und Taleggio), danach ein Broccoligratin mit Sortuno und eingelegten und gefüllten Tomaten, eine Kürbissuppe, dann eine Pasta mit Pulpo, ein zartes Doradenfilet mit grünen langen Bohnen und gerösteten Kartoffeln und als Nachtisch wieder ein selbstgemachtes Blätterteigtäschen mit einer Vanille-Orangencreme und Obstsalat. Dazu noch selbstgebackenes Brot und besten Wein. Gian Luca braucht sechs Stunden, bis alles fertig ist. Ich bin fasziniert. Ich hätte zwei Tage daran gearbeitet. Zwischendurch machen wir ein kleines Picknick –es gibt Champagner und Bruscetta mit selbstgemachter Hühner-Paté.  Wenn ich es mir wünsche dürfe wäre dieser Tag nie geendet. Vielleicht heuer ich als Küchenmöbel in der Locanda an. Zumindest Mittwoch und Samstag.


Abends dann als das Werk vollendet ist, wird der Tisch draußen festlich gedeckt und alle Gäste finden sich ein. Amerikaner, Deutsche, Schweden und der Australier Neil, ein Freund des Hauses, sitzen zusammen und plaudern über das Leben, die Liebe, gutes Essen und das Reisen. Ganz entspannt, ganz offen. Riccardo und Arianna servieren die Köstlichkeiten aus Gian Lucas Küche und ein wohliges Hmmmm ist von allen Seiten zu hören. Das ist international und jeder kann es verstehen. Ich übernehme den Chefkellner und kündige allen an, was sie da vor sich haben – ich weiß ja bestens Bescheid. Mit guten Gesprächen und guten Weinen klingt der Abend aus. Was für ein Tag – mit jeder Sekunde habe ich mich mehr in die Locanda verliebt.

Und hier ist warum:


Locanda al Colle, Toskana from Angie Reisefreunde on Vimeo.

Mein letzter Tag kommt viel zu schnell. Nachts hat es geschüttet und auch tagsüber ziehen vermehrt dichte Wolken auf. Ich will zum Meer - das hatte ich bisher noch gar nicht geschafft. Herrlich ist es hier in der Nachsaison, kurz vor Saison Ende, dann bekommt das Meer seine Würde zurück und alles sieht irgendwie retro aus. Die Häuschen und Badeclubs am Strand, das Rettungsboot, das einsam und verlassen am Strand liegt. Ich sitze hier lange, döse, denke über vieles nach. Unter anderem darüber wie dankbar ich bin, so viele wunderbare Menschen und Orte als Bloggerin kennenlernen zu dürfen. Und dann kommt der Regen. Ich setzte mich kurz entschlossen in meinen Mietwagen und düse nach Cinque Terre nach Liguren, das nicht weit entfernt ist. Die dramatische Küste ist sicherlich eine eigene Reise wert, aber mir genügt es schon, hier einfach am Meer zu sitzen, der Surfern zuzusehen und einen Kaffee zu trinken. 


Zurück in der Locanda sitze ich auf der Terrasse, kann mich gar nicht sattsehen an der Aussicht. Die Farben. Das Licht. Das Grün. Ich frage mich, warum die Toskana so reicht mit Schönheit beschenkt wurde. Es ist manchmal nicht zum aushalten – irgendwie sieht alles aus, wie gemalt. Neil kommt dazu und wir plaudern, nippen ein Gläschen. Abends gehen wir mit Riccardo und Freunden nach Pietrasanta, dem nächstgelegenen, mittelalterlichen Städtchen, dass durch und durch stylisch und schön ist. Wir haben einen Tisch in der Trattoria il Marzocco, die einem symphatisch Verrücktem gehört. Er ist halb Sizilianer halb Schweitzer und ein Unikum. Das Essen ist köstlich, eine Mischung aus toskanisch, sizilianisch und immer anders. Lecker!

Mein Abreisetag zeigt sich verregnet. Die Toskana weint genau wie ich denke ich, als ich schweren Herzens meinen Koffer packe. Unten warten schon Riccardo und Arianna. Ich muss fast losheulen. Ich glaube ich bin die einzige Bloggerin, die trotz ständiger Abschiede ein echtes Problem damit hat. Pippi in den Augen, kann ja wohl nicht wahr sein. Vielleicht habe ich aber auch nur besonders viel Glück und entdecke wirklich die schönsten Paradiese und lerne einfach die tollsten Menschen kennen. Und da fällt eben der Abschied besonders schwer. Grazie und Arrividerci Locanda. Ci vediamo a dopo.



PS. Erstens: Ich spiele ab sofort Lotto um Dauergast zu werden. Zweitens: Die Locanda al Colle schließt ab Anfang November und geht in einen kleinen Winterurlaub. Allerdings ist zwischen Weihnachten und Neujahr noch einmal geöffnet – dann geht es erst Ende März wieder mit der neuen Saison los. Da sehen wir uns :)

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Disclaimer: Ich war auf Einladung von Siglinde Fischer Charming Places unterwegs. Meine Meinung bleibt wie immer dennoch die meine. :)

Eine Woche, zwei neue Supper Clubs in Berlin

Eine Woche und zwei Supper Club, oder Guerillarestaurants oder Privatrestaurants. Egal wie man es nennt. Das Prinzip ist immer ähnlich: es gibt gutes Essen für Fremde im eher privaten Rahmen. Entweder im Wohnzimmer der Gastgeber oder in anderen Locations. In der vergangen Woche habe ich als absoluter Supper Club Fan meinen eigenen Rekord aufgestellt - und gleich zwei besucht. Zum einen war ich im Kreuzberger "Zuhause" Supper Club, zum anderen beim wohl einzig veganen Supper Club der Stadt, ach - wer weiß: der Welt, dem "Mund Art Berlin"
Aber lest selbst...

Erster Eindruck: Wenn das Essen genauso genial ist wie die Frisur der Supper Club Chefin Kristi wird das ein guter Abend. Das waren meine ersten Gedanken. Willkommen bei Zuhause. In Berlin Kreuzberg. Nee, ich hab mich nicht verschrieben, Zuhause heißt der Supper Club. Hier wohnen Kristi und Dave, ein kanadisch-irisches Paar.
Der Supper Club: Heute und an vielen Abenden öffnen sie Fremden ihre Wohnzimmertür und laden zum Zuhause Supper Club. Wie passend: Dave ist gelernter Koch und daher ein Profi. Ich hatte meiner vier Freundinnen Nadja, Marisa, Ewa und Nora mit dem Dinner überrascht und mitten ins Schwarze getroffen, als ich kurz vorher das Geheimnis gelüftet hatte. Die Freude war groß!

Der Abend: Oben im zweiten Stock geht die Tür auf und Kristi lugt hervor. Sie bittet uns herein und wir lernen die anderen Gäste des Abends kennen. Wir sind insgesamt12 Personen. Allesamt neugierig und gespannt auf die anderen – und vor allem das Essen. Dave begrüßt uns aus der Küche mit ein paar köstlichen Snacks und Kristi von der Bar mit einem Drink. Meine Damen sind begeistert. Wir setzen uns an die große schön gedeckte Tafel im Wohnzimmer. Ich stelle mit großer Freude fest, dass Zuhause & ich den gleichen Musikgeschmack haben. 
Super Atmosphäre.


Das Essen: Als erstes serviert das Paar eine zarte Jakobsmuschel auf einem Blumenkohl Püree, mit angebratenen Romanesco und einem kleinen Mango-Salat.  Dazu gibt es selbstgemachtes Brot, Butter und Salz. Danach gab es eine cremige und herzerwärmende Selleriesuppe mit Lardon und Rosinen. Es folgten unglaublich gelungene Gnocchi mit Pfifferlingen und Thymian – die besten die ich je gegessen hab. Anschließend wurde ein Brandenburger Kalb auf herber Schokoladensauce serviert – auf dem Teller warteten zudem noch ein köstliches Kartoffel Pavé, das so etwas wie ein edles Gratin ist. Das Dessert war ein Pfirsich Millefeuille mit Pistazien Creme. Die Überraschung schlechthin war der abschließende Käse Gang: ein Blauschimmel-Pflaumen Auflauf, mit Streuseln überbacken. Köstlich. Zum Schluß noch einen Kaffee und (natürlich) selbstgemachte Kekse. Yumm!

Das Fazit: Hört sich alle sehr schick an, oder? Ist es auch und supergut! Dazu gab es korrespondierende Weine –allesamt eine Wucht. Wer Geduld hat und einen besonderen Supper Club erleben möchte, sollte sich bei Kristi und Dave melden und um eine Reservierung bitten.  Die Spende beträgt 69 Euro inklusive aller Getränke – was bei dem Service, bei der Qualität auch der Weine ein Hammer ist. Wir, bzw. ich komme garantiert wieder.

 
Nur wenige Tage später war ich wie gesagt im wohl einzigen veganen Supper Clubs Berlin, im Mund Art Berlin. Ich hatte schon per se Vertrauen da ich eine der Macherinnen des Supper Clubs von früher kenne. Feli war jahrelang Kellnerin in einem meiner Berliner Stammcafés.

Erster Eindruck: wir kamen fünf Minuten zu spät – und waren schon fast die letzten Gäste. In einem witzigen kleinen Geschäft in Moabit mit offener Küche findet der vegane Supper Club statt – immer jeden ersten Mittwoch des Monats. Zur Begrüßung gab es fröhliche Gesichter bei allen Anwesenden und einen prickelnden Cremant rosé.
Der Supper Club: Ausschließlich vegan wird hier gekocht – und zudem nach regional und saisonal. Was sich Feli & Nicole & Co. hier vorgenommen haben ist gewagt und verrät hohe Ansprüche.


Der Abend: es wird viel gelacht. Und da in der Location der Tisch nah an der Küche steht, ist es spannend und faszinierend, Nicole dabei zuzusehen wie sie mit leichter Hand (und das unglaublicherweise) als ungelernte Köchin das Essen für so viele Leute zubereitet. Immer bleibt sie gelassen und konzentriert. Routiniert ist natürlich auch der Service, der es schafft, die ca. 25 Gäste wie Freunde charmant und liebevoll zu umsorgen. Die meisten Gäste sind keine Veganer und nicht mal Vegetarier, so dass schnell klar wird, dass Mund ART Berlin eine echte Botschafter-Position inne hat.



Das Essen: Zunächst gibt es fluffiges Brot, das schon alleine süchtig gemacht hätte. Aber dann die Überraschung: dazu reicht man uns veganen Schmalz, der köstlicher und deftiger nicht sein könnte. Er wird aus drei besonderen pflanzlichen Fetten hergestellt. Der erste richtige Gang ist dann ein geröstetes Brot mit Aioli und Kürbissalat. Eine herrliche Sünde. Darauf folgt eine überraschend frisch schmeckende Lasagne von roher roter Beete und Kohlrabi, Cashewkäse und Kräuterricotta. Der Hauptgang dann eine üppige Portion geschmorter Spitzkohl in Rosmarinessenz und gratinierter Pilzkartoffel mit Haselnuss-Chili-Parmesan.  Dennoch: Mehrfach mussten die Kellnerinnen hier nachlegen, denn den Gästen schmeckte es einfach zu gut. Der abschließende Blick auf die Menükarte machte mich skeptisch. Das Dessert sollte eine weiße Schokoladenmousse sein. Im „Birnenleder“. Ich zweifelte stark, dass man so etwas lecker vegan hinbekommen konnte. Wenige Minuten später war klar: konnte man! Auch hier wurde die Creme später gern nochmal nachgelegt. Als Absacker im Menü mit inbegriffen.  Man hatte die Wahl zwischen einem Borgmann Kräuterlikör aus Braunschweig, was meine Braunschweiger Begleitung in Verzücken brachte oder einem Leipziger Brotschnaps, der nach Karamell schmeckte und dabei ganz klar war.

Dazu gab es je nach Gusto hervorragenden veganen Biowein, Wasser und hausgemachte Limo – die extra bezahlt werden mussten.

Das Fazit: sehr gelungen. Überraschend und vor allem gut. Für das Menü lag die Spende bei 39 Euro, die Getränke kosten extra. Ein toller Supper Club, bei dem auch Fleischesser nicht hungrig gehen, sondern mit Sicherheit verwundert und inspiriert den Abend beenden werden. Tolle Gastgeber, die herzlich und offen sind. Auch hier werde ich in 2013 noch einmal sitzen.